Lidar: Bosch gibt bei zentraler Technologie für autonomes Fahren auf
Experten rechnen mit einem Milliardenmarkt für die Lidar-Sensoren.
Foto: ReutersStuttgart, Düsseldorf. Die deutschen Autozulieferer verlieren bei einer Zukunftstechnologe den Anschluss. Bosch ist klammheimlich aus der Entwicklung von Lidar-Sensoren ausgestiegen, die zentral für den Durchbruch des vollständig autonomen Fahrens gelten. Zuvor hatte bereits ZF das Engagement beendet.
„Unter Berücksichtigung der technischen Komplexität und der Markteinführungszeiten hat Bosch bereits vor einiger Zeit entschieden, keine weiteren Ressourcen in die Hardwareentwicklung von Lidar-Sensoren zu investieren“, bestätigte eine Konzernsprecherin dem Handelsblatt. Den genauen Zeitpunkt nennt der weltgrößte Autozulieferer nicht, aber es war wohl schon im Juli.
Lidar-Sensoren können die Umgebung eines Fahrzeugs erfassen und galten lange als unverzichtbare Schlüsseltechnologie für die höchsten Level des automatisierten Fahrens, bei denen der Fahrer kaum oder gar nicht mehr ins Geschehen eingreifen muss.
Autonomes Fahren: Bosch und ZF steigen bei Lidar-Entwicklung aus
Bosch hatte allerdings erst vor drei Jahren mit der Entwicklung eigener Lidar-Sensoren begonnen – und damit später als internationale Konkurrenten. Da die Investitionen hoch, die Nachfrage schwach und der Durchbruch des komplett automatisierten Fahrens erst Jahre später kommen wird als erwartet, haben die deutschen Automobilzulieferer die Zuversicht verloren.