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Brauerei Guido Mockel wird neuer Chef von Radeberger

Der neue Chef der führenden privaten Braugruppe ist direkt zu seinem Amtsbeginn gefordert. Denn der Biermarkt und Absatz ist deutlich geschrumpft .
08.04.2020 - 10:15 Uhr Kommentieren
Er folgt auf Niels Lorenz als Chef von Radeberger. Ihn erwartet viel Arbeit. Quelle: Radeberger
Guido Mockel

Er folgt auf Niels Lorenz als Chef von Radeberger. Ihn erwartet viel Arbeit.

(Foto: Radeberger)

Düsseldorf Niels Lorenz ist ein Mann klarer Worte. Als sich die Brauer nach dem Jahrhundertsommer 2018 mit Absatzrekorden feierten, mahnte der Chef der Radeberger-Gruppe vor Hybris: „Wenn es der deutschen Brauwirtschaft nicht gelingt, unter Idealbedingungen eine bessere Marktperformance abzuliefern, lässt das nichts Gutes für die kommenden Jahre ahnen.“

Tatsächlich liegt der Absatz mit rund 92 Millionen Hektolitern heute auf dem Niveau von Westdeutschland vor der Wiedervereinigung. Nun wechselt der langjährige Chef von Deutschlands größter privater Braugruppe zum 1. Mai in den Beirat – aus privaten Gründen. Auch sein Amt in der Gruppenleitung der Dr. August Oetker KG, zu der Radeberger gehört, gibt der 49-Jährige auf.

Sein Nachfolger wird Guido Mockel, 48. Der Diplom-Kaufmann ist seit 2003 bei Radeberger, seit 2016 in der Geschäftsführung, zuletzt verantwortete er dort das Brauereigeschäft. Seine ganze Karriere war der Bergheimer in der Getränkebranche tätig. Mockel muss nun Strategien gegen den nachlassenden Bierdurst finden.

Sein Vorgänger hatte bereits in Getränkelogistik und Lieferservice investiert. Der Umsatz der Gruppe („Jever“, „Schöfferhofer“, „DAB“) lag 2019 bei 1,8 Milliarden Euro. „Die großen Bierkonzerne schaffen es nicht, regionale Marken nach der Übernahme zu pflegen“, meint Branchenkenner Hermann Josef Walschebauer.

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    70 Prozent der Biere würden als Aktionsware verschleudert. Auf Traditionsmarken kann sich Mockel nicht ausruhen. Das wusste schon Vorgänger Lorenz: „Vertrocknete Lorbeeren sind kein gutes Ruhekissen.“

    Mehr: Bierbrauer befürchten eine Pleitewelle durch die Coronakrise.

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