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BroseFirmenpatriarch Stoschek übernimmt wieder die Kontrolle

Der Automobilzulieferer Brose baut seine Führungsebene um. Michael Stoschek, Enkel des Firmengründers, holt sich die operative Macht zurück. CEO Philipp Schramm hat das Unternehmen verlassen. 04.10.2024 - 19:10 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Michael Stoschek: direkterer Zugriff auf die Unternehmensführung. Foto: dpa

Stuttgart/Düsseldorf. Eigentlich wollte sich Firmenpatriarch Michael Stoschek mit 76 Jahren zunehmend aus dem operativen Geschäft des Automobilzulieferers Brose heraushalten. Doch angesichts rapider Veränderungen in der personellen Struktur des Unternehmens ist das Gegenteil der Fall.

Der bisherige Vorstandschef Philipp Schramm hat Brose verlassen, mit Produktionschef Stefan Krug bekommt der Automobilzulieferer innerhalb von nur 15 Monaten den dritten Chef. Er ist seit 1998 für Brose tätig und war auch schon Assistent von Stoschek.

Vorangegangen war eine Umorganisation, die dem Patriarchen wieder den direkteren Zugriff auf die Unternehmensführung erlaubt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden dazu Anfang Oktober durch einen Verwaltungsrat ersetzt, dem Michael Stoschek vorsitzt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Sein Sohn Maximilian Stoschek, der auch der Gesellschafterversammlung vorsitzt, ist stellvertretender Chef des Verwaltungsrats.

„Hintergrund der Änderung war die mangelnde Führungs- und Entscheidungsfähigkeit durch das fehlende Weisungsrecht der Eigentümer gegenüber dem Vorstand“, erklärte Michael Stoschek. Das habe die Organisation des Herstellers von Fahrzeugtüren und -sitzen gelähmt.

Produktion bei Brose: Das Unternehmen muss die Kosten reduzieren und beim Personal sparen. Foto: Brose

In der Tat haben es auch gestandene Manager bei Brose schwer. Bereits im Juli hatte der familienfremde Aufsichtsratschef Breidenbach das Unternehmen nach kurzer Zeit verlassen. Die Expertise des ehemaligen Hella-Chefs wird in den Aufsichtsräten von ZF und Mahle hochgeschätzt. „Zwei starke Leute sind in diesen Zeiten einer zu viel“, konstatiert einer, der Stoschek lange kennt. Breidenbach sei ihm zu dominant gewesen.

Mit der neuen Leitungsstruktur werden bisherige Vorstände „ab sofort geschäftsführende Direktoren ihrer jeweiligen Ressorts“, heißt es in der Mitteilung weiter, die Stoschek selbst als Absender trägt. Der bisherige Vorstandschef Schramm machte diese Änderung nicht mit, obwohl es im Unternehmen hieß, er habe ein gutes Verhältnis zu Stoschek gehabt.

Schramms Nachfolger Krug war nicht durchgehend bei Brose. Von 2020 bis zu seinem Wiedereintritt im Juli 2022 arbeitete er zwischenzeitlich  für ZF in der Fahrwerkstechnik. Mit Krug habe Stoschek nun jemanden, so heißt es in unternehmensnahen Kreisen, der seinen Weisungen folge. Doch man müsse auch die Frage nach der Qualität der Weisungen stellen. Unklar sei zudem nun, wer künftig mit den Kunden spräche.

Die Umsatzrendite von Brose ist zu niedrig

Dabei sind die Zeiten herausfordernd, die Kosten müssten runter, auch beim Personal, heißt es aus unternehmensnahen Kreisen. 2023 erwirtschaftete das Unternehmen lediglich noch eine Umsatzrendite von zwei Prozent. Zu den avisierten Gegenmaßnahmen gehören die Reduzierung der Investitionen um 20 Prozent sowie die Senkung der Personalkosten um zehn Prozent bis Ende 2025. Die Sparziele stammen noch von Schramm.

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Am Standort Bamberg leitete Brose bereits einen Personalabbau ein, während zugleich ein Erweiterungsbau auf 13.000 Quadratmetern entsteht, wie die Tageszeitung „Neue Presse“ berichtete.

Brose wurde 1908 von Max Brose gegründet. Dessen Enkel Michael Stoschek übernahm 1971 im Alter von nur 23 Jahren die Geschäftsführung. Mit 33.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund acht Milliarden Euro im Jahr 2023 gehört Brose zu den zehn größten deutschen Automobilzulieferern. Das Unternehmen hat vier Gesellschafter: neben Stoschek noch dessen Sohn und Tochter sowie Stoscheks Nichte.

am, mwb
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