Das Unternehmergespräch: Ritter Sport-Chef: „Ich habe auch persönliche Drohungen bekommen“
Der Ritter-Sport-Chef will die Gewinne aus dem Russlandgeschäft spenden.
Foto: Ritter SportDüsseldorf, Berlin. Der Geschäftsführer des Schokoladenherstellers Ritter Sport, Andreas Ronken stand seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Fokus der sozialen Medien. Der Grund: Ritter Sport stellte zwar Neuprojekte und Werbung in Russland ein, lieferte aber weiter Schokolade dorthin.
Russland ist der zweitwichtigste Markt für das 1912 gegründete Familienunternehmen. Im Handelsblatt-Interview erklärt der 55-Jährige die Beweggründe, was Lieferstopps mit Nachhaltigkeit zu tun haben und dass die Konkurrenzprodukte auch noch in den russischen Läden zu finden sind.
Lesen Sie hier das komplette Interview:
Herr Ronken, Ritter Sport wurde wie kaum ein anderes Unternehmen für sein Russland-Engagement kritisiert. Wie haben Sie das verkraftet?
Mir war schon klar, dass der Sturm kommt, auch wenn ich das Ausmaß nicht erwartet habe. Jetzt haben wir das durchlebt und verarbeitet. Ich konzentriere mich jetzt wieder auf die tägliche Aufgabe, das Familienunternehmen durch turbulente Zeiten zu führen. Insofern fühle ich mich trotz allem wohl in meiner Haut.
Wenn Sie heftige Reaktionen erwartet haben: Wieso haben Sie das Russlandgeschäft nicht einfach beendet?
Es war eine schwere Entscheidung. Von der Tonnage, also von der Gesamtmenge her geht es in Russland um 15 bis 16 Prozent unserer Schokolade. Das ist für uns die entscheidende Größe, nicht der Umsatz. Hinzu kommt: Wir gehen langfristige Beziehungen mit unseren Lieferanten ein, die uns zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltigen Kakao liefern.