Dustin Figge: Dieser Gründer hilft Managern bei der Wohnungssuche
Die Gründer helfen Managern bei der Wohnungssuche.
Foto: HandelsblattBerlin. Es war ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: Einige Wochen vor dem Fest 2012 hatte Dustin Figge die Option, für seinen Arbeitgeber Bertelsmann ins Silicon Valley zu gehen – eine Riesenchance für den damals 26-Jährigen. Aber die Heimat auf Zeit stellte ihn vor eine gewaltige Herausforderung: „Es war schier unmöglich online eine annehmbare möblierte Wohnung auf Zeit zu finden.“
Vor diesem Problem stehen viele Mitarbeiter, die für begrenzte Zeit in eine andere Stadt oder direkt ein anderes Land geschickt werden. Infiziert mit der Start-up-Mentalität des Valleys kehrte Figge nach Deutschland zurück und überlegte, wie eine Lösung aussehen könnte – zusammen mit seinem heutigen Mitgründer Christoph Kasper entwickelte er aus seinem Problem ein Geschäft: Homelike. Eine Art Airbnb für Geschäftsreisende.
Denn für hochqualifizierte Expats ist ein WG-Zimmer keine Alternative. Das Start-up kooperiert vor allem mit Anbietern von möblierter Apartments. Ein integriertes Management-System ermöglicht es diesen Anbietern zudem, Buchungen, Mietverträge oder die wirtschaftlichen Kennzahlen der Einheiten zu managen. Zudem baut Homelike auch sogenannte White-Label-Lösungen für Unternehmen, die dann darüber für ihre Mitarbeiter möblierte Wohnungen buchen und verwalten können.
Dass sie damit auch gegen Airbnb, den Platzhirsch für Privatwohnungen, eine Chance haben, glaubt nun auch Spark Capital, der bereits in Unternehmen wie Twitter, Slack oder den VR-Anbieter Oculus investiert hat. Zusammen mit den bestehenden Investoren Cherry Ventures, Lürssen und Coparion haben Figge und sein Co-Gründer nun 12 Millionen Euro eingesammelt, wie das Handelsblatt exklusiv vorab erfuhr. Damit wollen die Gründer weiter wachsen: Derzeit bietet das Unternehmen 45.000 Wohnungen in ganz Europa an, zum Beispiel in London, Berlin oder Zürich
Darauf setzen Mitarbeiter von Konzernen wie Metro, Trivago oder ThyssenKrupp – oder die IT-Beratung ThoughtWorks. Dort wollten die Mitarbeiter bei längeren Aufenthalten nicht ins Hotel, sagt People Operations Coordinator Susanne Schell: „Für uns ist es wichtig, dass alle Apartments hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen und wir einen zentralen Ansprechpartner haben.“
Gestartet haben die beiden Gründer mit Eigenkapital: „Da waren wir sehr deutsch – erst ein Produkt bauen, das funktioniert, Umsatz schreibt und dann auf Investorensuche gehen“, meint Figge. Damit das Unternehmen unter guten Vorzeichen startete, brachten die beiden Kölner die Plattform am Morgen von Altweiber online: „Für die Geschichtsbücher und bis jetzt wohl ein gutes Omen.“