Fitness-Kette: McFit-Chef Rainer Schaller übergibt das operative Geschäft an Vito Scavo
Vom abgelehnten Bewerber zum Nachfolger.
Foto: Moritz Schmid / McFIT GLOBAL GROUPNew York, Düsseldorf. Es gab keine Stellenausschreibung, Vito Scavo kannte auch keinen Menschen bei McFit. Trotzdem bewarb er sich 2010 bei Europas größter Fitnessstudiokette gleich selbstbewusst als Länderchef für Italien. Der damals 35-Jährige betrieb ein Fitnessstudio in Österreich, war „fasziniert“ von Kultur, Konzept und Erfolg des großen Konkurrenten. Dort zahlt man extra für die Dusche, dafür sind die Mitgliedsgebühren unschlagbar günstig.
Der gebürtige Italiener, der in Deutschland aufgewachsen ist, sah das Potenzial von McFit für sein Herkunftsland Italien. Allerdings antwortete die Firma nicht mal auf seine Bewerbung. Hartnäckig schickte Scavo nochmals seine Unterlagen.
Immerhin erhielt er diesmal eine Antwort – eine Absage. „Aufgeben war für mich zu keiner Zeit eine Option“, sagt Scavo, schließlich war der McFit-Gründer Rainer Schaller für ihn eine Art Idol. Also suchte er nach einem „anderen Ansatz“, um auf sich „aufmerksam zu machen“.
Mit einem ziemlich verrückten Plan: einfach den Job machen, aber mit einem eigenen Unternehmen. In wenigen Jahren baute Scavo eine kleine Fitnesskette in Norditalien auf, die wie eine Kopie von McFit wirkte – und die er Schaller 2014 zum Kauf anbot. Den beeindruckte sein Unternehmergeist. Nicht nur übernahm er Happy Fit, er legte Scavo damals auch die Leitung der Ländergesellschaften von McFit in die Hände. „Endlich bei McFit zu arbeiten war meine Voraussetzung für den Verkauf“, sagt Scavo.