Mittelstand: Wie modernisiert Koehler mit Start-ups die Papierindustrie?
München. Seit 218 Jahren produziert die Koehler-Gruppe in Oberkirch Papier. Das Familienunternehmen expandiert und investiert. Gerade hat der Mittelständler an seinem Stammsitz unweit von Offenburg ein 70 Millionen Euro teures Biomasse-Kraftwerk in Betrieb genommen.
Es ist nicht selbstverständlich, dass sich die Firma mit ihren 2.500 Beschäftigten so etwas leisten kann. Denn die Branche steht angesichts der hohen Energiepreise hierzulande schwer unter Druck. Nur ein paar Kilometer entfernt, in Gengenbach, hat unlängst Köhlerpappe Insolvenz angemeldet, ein traditionsreicher Hersteller von Pappen.
Die Namen sind zwar nahezu identisch. Ansonsten haben die beiden Firmen nichts miteinander zu tun. So kommt es, dass bei den Köhlers mit „ö“ der Insolvenzverwalter um den Weiterbestand des Betriebs kämpft. Währenddessen erschließen sich die Koehlers mit „oe“ höchst systematisch die aussichtsreichsten Technologien für die Zukunft.
Geschäftsführer Philipp Prechtl erklärt: „Es findet so viel Innovation außerhalb unseres Unternehmens statt. Daher haben wir uns entschieden, stärker mit Start-ups zusammenzuarbeiten.“ Bei Großkonzernen ist so etwas gang und gäbe. Für einen Mittelständler allerdings treibt Koehler einen bemerkenswerten Aufwand.