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MöbelhausWie Hans-Ralf Großkord Poco durch die Steinhoff-Krise brachte

Das Möbelhaus Poco geht von der kriselnden Mutter Steinhoff an XXXLutz. Finanzchef Hans-Ralf Großkord machte lieber Gewinne, statt Partys zu feiern.Gertrud Hussla 06.08.2018 - 17:26 Uhr Artikel anhören

Er ist seit 25 Jahren bei Poco und hat immer einen gesunden Abstand zum Mutterunternehmen Steinhoff gehalten.

Foto: POCO

Düsseldorf. Zehn Jahre lang gehörte die Bergkamener Möbelkette Poco zur Hälfte dem skandalgeschüttelten Möbelriesen Steinhoff. Doch in wenigen Tagen ist das Vergangenheit.

Die Details der Übergabe sind unter Dach und Fach: Poco geht nun voll auf den Österreicher Andreas Lutz über, dem auch die Möbelkette XXXLutz gehört. Auf den Kaufpreis von 266 Millionen Euro für den 50-prozentigen Steinhoff-Anteil hatten sich die Parteien während einer Gerichtsverhandlung im April geeinigt.

Einer der beiden Zeichner aller Dokumente wird Hans-Ralf Großkord sein. Dem besonnen und eher zurückhaltend wirkenden langjährigen Finanzchef und Mitgeschäftsführer der Poco-Gruppe ist entscheidend zu verdanken, dass die Bergkamener die wilde Zeit unter Steinhoff unbeschadet überstanden haben. Verlässlichkeit strahlt der sportliche 60-Jährige aus. Seinen Job bei Poco macht er seit 25 Jahren.

Von Anfang an hat der gelernte Jurist und Steuerberater dafür gesorgt, dass Poco seine Kassen schön getrennt von der Steinhoff-Mutter hält. Während die Steinhoff-Chefs mit Sitz in Stellenbosch für andere Möbeltöchter einen Cash-Pool gründeten, in den alle Einnahmen flossen, war das bei der profitablen Poco-Gruppe nie ein Thema.

Kommentar

Das gigantische Lügengebäude des Möbelriesen Steinhoff

„Alle Ansätze dazu habe ich sofort im Keim erstickt“, sagt er, „es war klar, dass das mit mir nicht zu machen ist.“ Dabei wären die Geldtöpfe von Poco für die Steinhoff-Mutter höchst interessant gewesen: Ein profitables Geschäft, über Jahre steigende Umsätze auch durch schwierige Zeiten auf heute 1,6 Milliarden Euro.

Die großen Partys, die die Steinhoff-Leute feierten, machte Großkord ab und zu mit. Seine Zahlen hielt er aber lieber selbst unter Kontrolle. Einmal im Jahr bittet er Betriebsprüfer von PwC ins Haus. Nur alle vier Jahre wäre das Pflicht. Hinzu kommen ein eng getaktetes Controlling, monatliche Aufstellung und Diskussion aller Zahlen und eine eigene Truppe für das Risikomanagement. „Ich hole mir starke Leute ins Team“, sagt Großkord, „wer schwächere einstellt, ist selbst schwach.“

Korrektur: In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, Steinhoff sei insolvent. Das stimmt nicht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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