Ravensburger: Dieser Unternehmer hängt den Rest der Spielebranche ab
Nürnberg. Als gebürtiger Schwabe neigt Clemens Maier zum Understatement. „Wir haben ein relativ starkes Jahr hinter uns“, sagt der Chef und Gesellschafter von Ravensburger. Dass er den Rest der Spielwarenbranche geradezu deklassiert hat, würde der Unternehmer nie behaupten.
Die Zahlen aber sprechen für sich. Vergangenes Jahr ist der Umsatz des Spieleverlags um gut 18 Prozent auf 790 Millionen Euro in die Höhe geschossen. Das teilte Ravensburger zum Start der Spielwarenmesse an diesem Dienstag in Nürnberg mit. Zum Vergleich: Die Konsumentinnen und Konsumenten haben 2024 in Deutschland insgesamt zwei Prozent weniger als im Vorjahr für Spielzeug ausgegeben.
Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, dass Maier seine Wettbewerber weit hinter sich lässt. 2023 verbuchten die Schwaben ein Umsatzplus von zwölf Prozent. In jenem Jahr war der Markt hierzulande um fünf Prozent geschrumpft. Zwei Gründe gibt es für den Erfolg:
1. Weitsichtiges Handeln
Rückblick in die Zeit der Pandemie: Im Sommer 2021 liefen bei Ravensburger die Maschinen rund um die Uhr. Der schwäbische Spieleverlag konnte damals die immense Nachfrage der Händler kaum decken. Puzzles, Brettspiele und Kinderbücher waren während der Coronakrise so begehrt wie nie zuvor. Maier war sich allerdings bewusst, dass das außergewöhnlich gute Geschäft nicht von Dauer sein würde. Trotz des großen Erfolgs beschloss der Volkswirt, in ein völlig neues Geschäftsfeld einzusteigen, die Sammelkarten.