Wärmepumpen-Deal: Das bleibt von Viessmann nach Verkauf an den US-Konzern
Beim Verkauf des Kerngeschäfts soll kein Stellenabbau geplant sein.
Foto: IMAGO/NurPhotoDüsseldorf, Frankfurt, New York, Brüssel. Max Viessmann verkauft das Kerngeschäft des 1917 von seinem Urgroßvater Johann Viessmann gegründeten Familienunternehmens. Die US-Firma Carrier Global übernimmt den Bereich Climate Solutions, der 85 Prozent des Umsatzes von Viessmann ausmacht. Die Sparte soll dabei mit rund zwölf Milliarden Euro bewertet werden, teilten die Amerikaner mit.
80 Prozent sollen den Angaben zufolge in bar gezahlt werden, 20 Prozent in Aktien. Zusammen wird das gemeinsame Unternehmen mit 45.000 Mitarbeitenden 17 Milliarden US-Dollar umsetzen, teilte Viessmann in der Nacht zum Mittwoch mit.
Mit dem für einen deutschen Mittelständler ungewöhnlich großen und weitreichenden Deal will der aus Florida stammende US-Konzern, der im Wärmepumpen- und Klimaanlagengeschäft den Großteil seiner Umsätze erwirtschaftet, im Wettbewerb – vor allem mit asiatischen Konkurrenten – seine Stellung stärken.
Wirtschaftsminister Robert Habeck hat bereits angekündigt, den Verkauf prüfen zu wollen.
Der Markt boomt, das hessische Unternehmen eilt seit Jahren von Umsatzrekord zu Umsatzrekord. Laut Bundesanzeiger lag die Eigenkapitalquote 2021 bei mehr als 52 Prozent, der Bilanzgewinn bei 252 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen bekannt gegeben, mehr als eine Milliarde Euro in Technologien für erneuerbare Energien investieren zu wollen.