Trivago-Chef Rolf Schrömgens: „Fachkompetenz wird überschätzt“
Der Gründer des Hotelportals Trivago will bei seiner Firma ein Jobrotationssystem einführen.
Foto: TrivagoDüsseldorf. Elf Uhr vormittags. Trivago-Chef Rolf Schrömgens löffelt noch schnell eine Schüssel Müsli mit Joghurt: „Sorry, bin vor lauter Terminen nicht zum Frühstücken gekommen.“ Auf der Etage kennt er sich noch nicht aus, die wurde gerade erst bezogen. Denn das Düsseldorfer Hotelportal ist stark gewachsen – von 300 auf 1.200 Mitarbeiter in vier Jahren. Im Medienhafen entsteht ein Campus im Google-Stil für bis zu 3.500 Leute. Schrömgens – Hipsterbart und Sweatshirt – wirkt tiefenentspannt. Der Stress des Börsengangs liegt hinter ihm, der Umsatz hat 2016 kräftig zugelegt.
Herr Schrömgens, Mitte Dezember ist Trivago in New York an die Börse gegangen. Der Ausgabekurs lag jedoch niedriger als erhofft. Woran lag das?
In den USA war Trivago ein deutscher Newcomer aus dem unbekannten Düsseldorf. Wir haben ja nie eine große Gründerstory um uns gestrickt wie Uber oder Airbnb. Unsere Hotelsuchmaschine haben wir über viele Jahre fast nur aus eigenen Mitteln aufgebaut und waren dabei die ganze Zeit profitabel. Da muss doch irgendwo ein Haken sein, dachten vielleicht einige US-Investoren. Inzwischen ist unser Aktienkurs deutlich gestiegen.