Von Bahlsen bis Rimowa: Wie Mittelständler mit Product Placement auf sich aufmerksam machen
Viele Mittelständler werben in Filmen mit Produktplatzierungen.
Foto: imago/Cinema Publishers CollectionDüsseldorf. Frei nach James Bond „Platziert und nicht geschnitten“ hat die Agentenserie 007 vor allem eines – die „Lizenz zum Werben“. Sie ist das Maß aller Dinge, wenn es darum geht, Produkte im Kinofilm zu platzieren.
Legendär ist die Szene in „Casino Royal“, als Daniel Craig von seiner Gegenspielerin mit Blick auf Bonds Uhr gefragt wird: „Rolex?“, antwortet der: „Omega.“ Werbung in der Hauptrolle, mehr geht nicht.
Aber solche Szenen brachten dem Klassiker auch schon den zweifelhaften Ruf ein, längster Werbefilm aller Zeiten zu sein. In die Besetzung schafft es nur, wer viel Geld oder etwas Besonderes bieten kann.
Experten schätzen, dass die Filmemacher zwei Drittel der Produktionskosten des letzten 007-Streifens „Spectre“ von 270 Millionen Euro durch bezahlte Produktplatzierungen bestritten.
Aber es muss ja nicht gleich James Bond sein. Im Film „Mission Impossible“ wirbelt der silberfarbene Koffer von Rimowa, in dem sich der Code für die Atomrakete befindet, durch die Luft, stürzt aus vielen Metern in die Tiefe, knallt auf Beton. Aber er geht nicht auf. Auch wenn der Name des Produkts nicht zu sehen ist, werden die Koffer durch ihre markanten Rillen vom Publikum erkannt.
Bahlsen platzierte den Keks „Pick up“ in dem Kinofilm „Fack ju Göhte“, Teil 1. In einer Szene schließen mehrere Schüler einen Mitschüler in einem Snackautomaten ein. Als sich Aushilfslehrer Zeki Müller am Automaten einen Pick-up-Keks ziehen will, sieht er die Nöte des Schülers, hilft ihm aber nicht und lässt sich den Keks von dem eingeklemmten Schüler reichen.
Bahlsen-Kommunikationsexperte Christian Bahlmann hat gute Erfahrungen mit Produktplatzierungen gemacht, wenn sie die richtige Zielgruppe und das richtige Umfeld für das jeweilige Produkt treffen: „Wir als Mittelständler haben nicht die Riesenbudgets, deshalb suchen wir nach Gelegenheiten, mit geringerem Ressourceneinsatz maximale Aufmerksamkeit zu generieren.“ Sie haben auch keine andere Chance.
Bei Platzierungen von neuen Automodellen in Kino-Kassenschlagern werden mal schnell 20 Millionen Euro aufgerufen. Nicht immer fließt dabei das Geld direkt an die Produktionsfirma. Autohersteller bezahlen in Werbeleistungen, in dem der Film vor dem Start in die Werbung des Autoherstellers integriert wird und somit der Film zusätzlich beworben wird. Mittelständler müssen sich bei ihren schmaleren Budgets meist mit kleineren Nebenrollen begnügen. Wirksam scheinen sie trotzdem. Denn egal, ob Rimowa, Interstuhl oder Bahlsen: Nach dem Einsatz vor der Kamera stiegen die Umsätze deutlich.