Spritpreise: Warum der Benzinpreis hoch bleibt, während der Ölpreis sinkt
Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind die Spritpreise enorm angestiegen.
Foto: dpaDüsseldorf. Erstmals seit den Höchstständen der vergangenen Tage sind die Preise an den Tankstellen am Mittwoch wieder leicht gesunken. Trotzdem kosten Benzin und Diesel weiter deutlich über zwei Euro pro Liter und damit rund 50 Cent mehr als vor dem Ukrainekrieg. Das verwundert besonders mit Blick auf die Ölpreise. Diese haben nach ihrem drastischen Anstieg schon wieder stark nachgegeben.
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und viele Experten sehen die Schuld bei den Ölkonzernen Shell, BP, Exxon Mobil und Total, die mit ihren Raffinerieprodukten mit Abstand die meisten Tankstellen hierzulande versorgen. Es dürfe nicht sein, dass Unternehmen aus der jetzigen Situation „unangemessene Gewinne“ schlagen würden, sagte Habeck kürzlich. Er hat das Bundeskartellamt gebeten, die Situation zu prüfen.
Aber müssen deutsche Autofahrer wirklich tiefer in die Tasche greifen, weil Raffinerien mehr Gewinn machen wollen? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Unterschied zwischen Spritpreis und Ölpreis
Bevor Diesel oder Benzin über die Zapfsäule im Tank landen, muss das Rohöl für die Herstellung der Kraftstoffe zu Weltmarktpreisen eingekauft werden. Und die sind in den vergangenen Wochen mehr als sprunghaft angestiegen. Mit Ausbruch des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine ist der Preis für ein Barrel der Nordseeölsorte Brent von ungefähr 90 US-Dollar auf zwischenzeitlich 130 Dollar gesprungen, mittlerweile liegt er bei 105 Dollar.