Energiewende: Schweizer Start-up erhält 14 Millionen für Batterieprojekt
Düsseldorf. Das Schweizer Start-up Unbound Potential hat in einer ersten Finanzierungsrunde mehr als 14 Millionen Euro eingesammelt. Das Climate-Tech-Unternehmen arbeitet an einer neuen Art von Flussbatterien.
Diese funktionieren normalerweise mit einer Membran, die die unterschiedlichen Stoffe, wie zum Beispiel Lithium, voneinander trennt. Die Speicher von Unbound Potential sollen ohne Membran funktionieren und damit deutlich einfacher und günstiger zu produzieren sein. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen das erste und einzige Unternehmen, das membranlose Flussbatterien im industriellen Maßstab konstruiert hat.
Anstatt etwa 200 Einzelteile benötigt die Technologie nur zwei Hauptkomponenten und einige wenige kleinere Komponenten. „Wir brauchen keine großen Fabriken mehr, die die Batterien produzieren“, sagt CEO und Gründer David Taylor. Die benötigten Komponenten seien mit bestehender Infrastruktur leicht herzustellen. „Das ist das Schlüsselelement, um Flussbatterien skalierbar zu machen.“
Damit adressiert das Start-up ein zentrales Problem der Energiewende: Da erneuerbare Energiequellen nicht konstant Leistung liefern, sind Zwischenspeicher notwendig. Allerdings „ist gar nicht klar, wo die ganzen Speicher herkommen sollen, wenn man sich ansieht, wie viel Speicherkapazität mittelfristig benötigt wird“, erklärt Taylor.
Erste Pilotanlage soll Mitte 2026 in Betrieb gehen
Die Finanzierung in Höhe von mehr als 14 Millionen Euro setzt sich aus acht Millionen Euro Fördergeldern und mehr als sechs Millionen Euro Investorengeldern zusammen.
Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Schweizer Risikokapitalgeber Founderful. „Unbound Potential hat die einfachste und am schnellsten produzierbare Batterie der Welt geschaffen. Da die Nachfrage das Angebot übertrifft, wird nicht nur Innovation, sondern auch Verfügbarkeit die Energiewende vorantreiben“, begründet Antonia Albert, Investorin bei Founderful, die Entscheidung.
Das Start-up will das Geld vor allem für die Weiterentwicklung der Technologie nutzen. Mitte 2026 soll die erste Pilotanlage in Betrieb gehen. „Diese Finanzierungsrunde ist ein entscheidender Schritt für uns als Unternehmen und ein starkes Signal für unsere Vision einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Zukunft“, sagt Taylor.
Vor einigen Jahren arbeitete er noch als Wissenschaftler an der ETH in Zürich. „Ich habe dort Kühlsysteme für Batterien entwickelt, war aber unzufrieden damit, dass ich nie den direkten Einfluss meiner Arbeit sehen konnte“, sagt Taylor.
Der Zielmarkt seines Unternehmens sind einerseits große Energieerzeuger und Energieinfrastrukturdienstleister und andererseits Unternehmen mit einem enorm hohen Energieverbrauch wie zum Beispiel KI-Rechenzentren.
Das ruft bei einigen Unternehmen wie etwa Amazon großes Interesse hervor. Der US-Konzern benötigt für seine Logistikzentren sehr hohe Speicherkapazitäten. Das Unternehmen plant, die Technologie in einem Pilotprojekt zu testen. „Amazon hat bestätigt, dass die Technologie von Unbound Potential eine große Rolle bei der Elektrifizierung von Logistikdienstleistungen spielen kann“, sagt Taylor.