Studie zur Berufsorientierung: Schüler sind neugierig auf Arbeitswelt – und wollen anspruchsvolle Praktika
„Mir fehlt das Grundwissen, was es für Jobs gibt.“
Foto: E+/Getty ImagesBerlin. Es wäre einfach cool, wenn man öfter mal ein Praktikum machen könnte“, findet die Zwölftklässlerin Emma*. „Aber sie sollten länger dauern, vor allem wenn es ein größerer Betrieb ist“, sagt Antonia* aus der 10. Klasse. Und Paul* aus der 8. Klasse meint, „Berufsorientierung sollte ein Hauptfach sein – über einen längeren Zeitraum.“
Sie stehen für die Generation Ratlos – theoretisch kennen sie übers Netz die ganze Welt, praktisch sind sie verwirrt und unsicher. „Mir fehlt halt das Grundwissen, was es überhaupt für Jobs gibt, darauf werden wir null vorbereitet“, klagt Paul. Die Jugendlichen wurden befragt im Rahmen einer Studie des Heidelberger Sinus-Instituts für Markt- und Sozialforschung, die dem Handelsblatt vorliegt.
Auftraggeber war das Netzwerk Berufswahl-Siegel, das gute Berufsorientierung in Schulen prämiert. Die Studie ist nicht repräsentativ, sondern qualitativ: In intensiven Diskussionen und Einzelgesprächen eruierten die Autoren Wünsche und Wissen der Schüler aus diversen Schularten. Frühere Umfragen haben gezeigt: Mindestens die Hälfte der Schüler fühlt sich miserabel vorbereitet auf die Arbeitswelt. Das Resultat sind hohe Abbrecherquoten an Hochschulen und in Lehrbetrieben.