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AfD bekommt KonkurrenzGriechen-Einigung als Geburtsstunde für neue Lucke-Partei

Seine Anhänger wollen es – und er jetzt auch. Bernd Lucke, geschasster Gründer der AfD, will den politischen Neustart mit einer neuen Partei wagen. Die Einigung mit Griechenland haben ihm die letzten Zweifel genommen.Dietmar Neuerer 13.07.2015 - 17:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Bernd Lucke: „Die Einigung mit Griechenland zeigt, dass man eine eurokritische Partei in Deutschland braucht.“

Foto: Reuters

Berlin. Der abgewählte Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat sich für die Gründung einer neuen Partei ausgesprochen. „Die Einigung mit Griechenland zeigt, dass man eine eurokritische Partei in Deutschland braucht“, sagte Lucke dem Handelsblatt (Dienstag-Ausgabe). In der Griechenland-Politik der Bundesregierung sei „keine Linie“ erkennbar. „Wir gehen jetzt voll in einer Transferunion hinein“. Es sei daher eine Partei nötig, „die das kritisch begleitet“.

Lucke sprach von „sehr intensiven Vorbereitungen“ für die Parteineugründung, über die am kommenden Wochenende bei einem Treffen der Länderkoordinatoren seines Vereins „Weckruf 2015“ abschließend entschieden werden soll. „Ich wäre sicherlich dabei“, fügte Lucke mit Blick auf seine Rolle in der neuen Partei hinzu. Ob der AfD-Gründer für den Vorsitz kandidieren würde, sagte er nicht. Auch über den Namen der neuen Partei sei noch nicht entschieden worden, hieß es in einer Mitteilung des „Weckrufs“.

Europas Populisten: Von AfD bis Ukip
Die Alternative für Deutschland (AfD) wurde einst beherrscht von heftigen internen Richtungskämpfen zwischen wertkonservativem und liberalem Flügel. Den Machtkampf entschied die dem rechtskonservativen Flügel zugerechnete Frauke Petry. Aktuell lässt sich die Partei dem rechten Spektrum zuordnen. Die AfD konnte sich zunächst mit scharfer Kritik am Euro-Rettungskurs der Bundesregierung, aber auch mit Positionen zur Einwanderungspolitik und familienpolitischen Themen in der deutschen Meinungslandschaft wirksam profilieren und positionieren. Die Flüchtlingskrise gibt ihr - und vor allem den rechtsnationalen Vertretern in der Partei Rückenwind.Quelle: Deutsche Bank Research „Europas Populisten im Profil“, April 2015; Handelsblatt-Recherchen
Dem rechten Spektrum zuzuschreiben sind die Finnen, die sich 1995 gegründet haben. Im Zuge der Euro-Krise konnten sie sich insbesondere mit EU-skeptischen Positionierungen profilieren. Sie fordern die Verteidigung der nationalen Identität und eine stärkere Verantwortung der Nationalstaaten in Europa.
Der 1972 gegründete Front National (FN) findet in Frankreich nach einer strategischen Neuausrichtung im Jahr 2011 unter der neuen Parteivorsitzenden Marine Le Pen zunehmend Zuspruch. Die Rhetorik und das Verhalten des FN wurden gemäßigt. Zugleich hat der FN auch sein Themenspektrum erweitert, sodass neben Einwanderung auch Globalisierungstendenzen und die EU kritisiert werden. Der FN ist daher dem rechtspopulistischen Spektrum zuzuordnen.
Griechenland ist ein Sonderfall. Hier stehen Populisten in Regierungsverantwortung. Das linke Parteienbündnis Syriza hat die Parlamentswahlen im Januar 2015 als stärkste Kraft gewonnen und bildet eine Koalition mit den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen. Syriza weist die Verantwortung für Fehlentwicklungen des Landes konsequent der Euro-Rettungspolitik zu. Die Ursachen der nationalen Schieflage verortet Syriza in der internationalen Finanzwirtschaft und der EU. Im Wahlkampf konnte das Bündnis mit der Forderung nach einem Schuldenschnitt für Griechenland punkten.
In Italien gibt es gleich mehrere populistische Kräfte: Movimento 5 Stelle, Lega Nord und Forza Italia. Allerdings ist die Regierungspartei Partito Democratico (PD) mit 37,2 Prozent in Umfragen immer noch sehr stark und wäre eindeutiger Sieger bei Parlamentswahlen. Fraglich ist, ob eine absolute Mehrheit zustande kommen kann oder eine Koalition mit einer der populistischen Parteien gegründet werden müsste. Die Koalitionsverhandlungen dürften vermutlich wie bei den letzten Wahl en schwierig werden und den Einfluss populistischer Parteien insofern stärken, als dass die PD diesen inhaltlich entgegenkommen müsste.
Die Partei für die Freiheit (PVV) ist dem rechtspopulistischen Parteienspektrum zuzuordnen. Im Kern positioniert sich die Partei gegen Einwanderung und die EU. Vor allem durch ihren Vorsitzenden Geert Wilders erlangt die PVV in den Niederlanden eine hohe Aufmerksamkeit in den Medien.
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) ist mit Gründung 1955 eine die der ältesten populistischen Parteien. Nach der Abspaltung des rechtsliberalen Flügels als Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) im Jahr 2005 mobilisiert die rechtspopulistische FPÖ gegen weitere europäische Integration und die „Islamisierung“ Österreichs.
Neu im linken Spektrum ist die spanische Podemos-Bewegung. Sie ging im März 2014 aus der Bewegung der „Empörten“ hervor und sieht sich als Vertretung der Bevölkerung gegen eine „politische Kaste.“
Im Vereinigten Königreich ist EU-Skepsis tendenziell verbreiteter als in anderen EU-Ländern. Dies spiegelt sich auch in der Parteienlandschaft wieder, in der die rechtskonservative United Kingdom Independent Party (Ukip) mit ihrer Forderung nach einem EU-Austritt die stärksten EU-skeptischen Züge trägt.

Den Verein hatte Lucke inmitten der heftigen AfD-Machtkämpfe gegründet. In dem Führungsstreit hatte sich der nationalkonservative Flügel der AfD um Frauke Petry auf dem Parteitag am 4. Juli durchgesetzt. Lucke und rund 2000 weitere Angehörige des liberal-konservativen Flügels traten daraufhin aus der Partei aus. Die meisten „Weckruf“-Mitglieder haben sich bereits in einer entsprechenden Umfrage für eine Parteineugründung ausgesprochen.

Der frühere AfD-Politiker und EU-Parlamentarier Hans-Olaf Henkel unterstützt nicht nur die Vorbereitung einer Parteigründung. „Ich sehe sogar große Chancen für eine neue Partei“, sagte Henkel dem Handelsblatt. „Der schleichende Linkskurs der CDU/CSU einerseits und das plötzliche Abbiegen nach Rechtsaußen der AfD andererseits haben eine große Lücke für konservativ-liberale Wähler und Wählerinnen entstehen lassen.“  Hinzu kämen aktuell immer drängendere Fragen aus der Bevölkerung zur angeblich alternativlosen Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung, „auf die niemand bessere Antworten hätte als eine Partei um Bernd Lucke und seine liberal-konservativen Mitstreiter“. 

Wie Henkel weiter sagte, würden sich in einer neuen Partei sowohl die inzwischen der AfD abhandengekommenen Wirtschaftsfachleute als auch die moderaten Konservativen wiederfinden, die mit dem neuen Pegida-Kurs der Partei nichts am Hut hätten.

„Nur mit der Gründung einer neuen Partei wäre das Engagement Tausender Ex-AfDler nicht umsonst gewesen“, so Henkel. „Mit der gewonnen Erfahrung hätten wir nicht nur einen fliegenden Start, wir hätten genug Zeit, um bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im März 2016 erfolgreich zu sein, vorausgesetzt wir lernen aus den Fehlern, die wir bei Aufbau der AfD gemacht wurden.“

Die AfD – neue Volkspartei oder kurze Protestepisode?
Es steckt einiges von der Union früherer Zeiten in der Alternative für Deutschland (AfD). Nur in der Europapolitik grenzt sich die AfD klar von dem ab, was Helmut Kohl zu seinen Kanzlerzeiten wichtig war. Die AfD besetzt aber andere zentrale Themen der Union wie Familie, Kriminalität und Zuwanderung. Die Warnungen der AfD vor einer Überlastung der Sozialsysteme durch Asylbewerber erinnern an die aufgeheizte Das-Boot-ist-voll-Debatte Anfang der 90er Jahre. Die AfD knüpft zudem an die konservative Gedankenwelt von Bundesministern wie Manfred Kanther (CDU) und Theo Waigel (CSU) an.
Doch. Auch heute sind das Schwerpunkte der Union. Doch die CSU war im Europa-Wahlkampf mit ihrer auf Ausländer gemünzten Parole „Wer betrügt, der fliegt“ und dem Herziehen über die EU-Kommission nicht erfolgreich. Und CDU und CSU bekamen unter Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Bundestagswahl 41,5 Prozent - mit einer liberaleren Einstellung zu Homosexuellen, mit einer neuen Definition von Familie, aber ohne einen Law-and-Order-Mann als Bundesinnenminister. So machte die Union die Erfahrung, dass ein Kurs der Mitte mehr Stimmen bringt als das Beharren auf konservativen Positionen.
Die AfD setzt sich für mehr Basisdemokratie ein – und steht damit im Kontrast zur CDU. Einige ihrer Mitglieder stammen außerdem aus der Konkursmasse kleinerer rechter, liberaler und konservativer Parteien. Ehemalige Angehörige von NPD und DVU können dagegen nicht Mitglied der AfD werden. Im Osten wirbt die Partei um DDR-Nostalgiker, die zwar den Sozialismus nicht zurückhaben wollen, aber zum Beispiel Elemente des alten Bildungssystems gut finden.
Ja - auch wenn die CDU in Brandenburg und Thüringen trotz Stimmenverlusten an die AfD zulegen konnte. Erstens hat die Union durch ihren Wandel hin zu einer modernen, urbanen Partei eine Flanke an ihrem rechten Rand aufgemacht und könnte weiter Konservative, die in der Union keine Heimat mehr sehen, verlieren. Und zweitens wirbelt die AfD die Parteienlandschaft so durcheinander, dass die Machtoptionen für die Union schwinden. Eine Koalition mit der AfD schließt die CDU genauso aus wie mit der Linken, und auf die FDP kann sie nicht mehr zählen. Unabhängig davon, dass Schwarz-Grün im Bund ein Novum wäre, könnte es mit den Grünen knapp werden - wenn die AfD denn 2017 in den Bundestag einzöge. Bliebe ein Bündnis mit der SPD - das sollte aber aus Sicht beider Parteien kein Dauerzustand sein.
Nicht einheitlich. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagt: „Wir wollen die Wähler zurückgewinnen.“ Fraktionschef Volker Kauder (CDU) will die AfD ignorieren und sich mit ihren Politikern nicht einmal in eine Talkshow setzen. Wolfgang Bosbach vom konservativen „Berliner Kreis“ der CDU hält das für falsch. Viele Unionspolitiker raten inzwischen, sich intensiv mit der AfD auseinanderzusetzen. Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel ging im Brandenburger Wahlkampf deutlich auf die Grenzkriminalität ein, nachdem die AfD bei der Sachsen-Wahl damit punktete. Koalitionen mit der AfD schließt sie aber aus.
Die AfD stellt sich als Partei der braven Sparer und Steuerzahler dar, deren Wohlstand durch die Rettung maroder Banken und überschuldeter Euro-Länder gefährdet ist. Sie fordert, dass außer Flüchtlingen nur noch „qualifizierte und integrationswillige“ Ausländer nach Deutschland kommen dürfen und bemüht dafür gerne das Beispiel des Einwanderungslandes Kanada. Die AfD, die sich seit ihrem guten Abschneiden bei drei Landtagswahlen als „kleine Volkspartei„ bezeichnet, wettert gegen die in Deutschland inzwischen weit verbreitete Kultur der „politischen Korrektheit“. Ihrer Führungsriege gehören etliche Ex-Mitglieder von CDU und FDP an. Deshalb finden einige wertkonservative Wähler die Strategie der CDU, die AfD wie eine nicht-salonfähige Randgruppe zu behandeln, wenig glaubwürdig.
Nein. „Eintagsfliege“, „Protestpartei“ – diese Etiketten wurden der AfD in den ersten Monaten oft aufgeklebt. Doch im Gegensatz zu den Piraten, die sich lange vor allem der Selbstzerfleischung widmeten, halten sich die internen Streitereien noch im Rahmen. Außerdem hat sich die AfD rasch von einer Ein-Thema-Partei (Eurorettung) zu einer gemausert, die verschiedene Politikfelder besetzt.

Luckes „Weckruf“ sieht keine Alternative zur Gründung einer neuen Partei. „Die AfD ist für uns verloren. Wenn wir uns also politisch in einer Partei betätigen wollen, die unseren Grundsätzen entspricht, müssen wir eine neue Partei gründen“, heißt es in einer Mitteilung.

Eine solche Gründung könne aber nur gelingen, „wenn wir einerseits viele aktive Unterstützer haben, die bereit sind, Verantwortung in den vielfältigen erforderlichen Funktionen zu übernehmen“. Andererseits sei von allen die Bereitschaft zur Selbstbeschränkung und zum Kompromiss gefordert, da in der Gründungsphase nicht jedem Hinweis nachgegangen, nicht jeder möglicherweise berechtigte Wunsch erfüllt werden könne. „Anders gesagt: wir werden häufig „fünfe gerade sein lassen“ müssen.“

Beim Treffen der „Weckruf“-Länderkoordinatoren in Kassel sollen nun die ersten Schritte gegangen werden. Geplant ist, Zeit, Ort und Tagesordnung für eine Parteigründung zu beschließen. Zugleich soll eine Satzung und ein Programm erarbeitet werden. Danach steht die Wahl einer Parteiführung an.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“
Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)
Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.
Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.
Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.
Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.
Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.
Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Der „Weckruf“-Vorstand will den Plan einer Parteineugründung zügig umsetzen. „Die Sommerferien stehen vor der Tür und im September wäre viel von dem jetzigen Momentum vermutlich verloren“, heißt es in der Mitteilung. Zugleich wird um Verständnis dafür geworben, dass nicht jeder „Weckrufler“ in der Gründungsphase eingebunden werden kann. Man stehe jetzt vor der Herausforderung, mit einem relativ großen Kreis potentieller Gründer „zielorientiert und diszipliniert“ zu arbeiten. „Nach unseren Erfahrungen in der AfD wissen wir alle, wie wichtig dies ist. Es sollte zugleich die Blaupause für unser künftiges politisches Handeln sein.“  

In Bremen hat sich bereits eine Gegen-AfD gebildet, wie der frühere AfD-Landessprecher Christian Schäfer dem Handelsblatt sagte. Drei der vier Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft haben der AfD den Rücken gekehrt. Sie wollen ihr Mandat jedoch behalten. „Um außerhalb der AfD als parlamentarische Gruppe weiterarbeiten zu können, haben wir diese heute in „Bremer Bürgerliche Reformer“ umbenannt“, so Schäfer.

Da die etablierten Parteien sich nach wie vor den drängendsten Problemen verweigern, bleibe dieser Gruppe nur die Arbeit als parteilose Organisation, es sei denn, , so Schäfer weiter, es gelinge auf Bundesebene eine neue Partei zu gründen, die „aus einer Position der Mitte heraus“ die Themen behandle, mit denen man sich bereits innerhalb der AfD beschäftigt habe. „Sollte eine solche Gründung beschlossen werden, besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass ich mich dort engagieren werde“, sagte Schäfer.

Eine Parteineugründung kommt für die AfD zur Unzeit. Denn nach Führungsstreit und Neuausrichtung ist die Partei in der Wählergunst abgestürzt. In einer Emnid-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ erreicht sie zurzeit nur drei Prozent der Wählerstimmen und damit zwei Prozentpunkte weniger als noch in der Vorwoche. Das ist der schlechteste Wert für die AfD seit knapp zwei Jahren. Zuletzt hatte die Partei bei Emnid im September 2013 bei drei Prozent gelegen – vor dem Einzug in mehrere Landesparlamente und das Europaparlament.

Profitieren von der Entwicklung könnte nicht nur die neue Lucke-Partei, sondern auch Union und SPD. Beide legten in der Emnid-Umfrage um je zwei Prozentpunkte zu, die CDU auf 42 Prozent, die SPD auf 26 Prozent. Während die Linke unverändert bei zehn Prozent steht, verlieren die Grünen einen Prozentpunkt auf jetzt ebenfalls zehn Prozent. Die FDP liegt unverändert bei vier Prozent und würde damit wie die AfD den Einzug in den Bundestag verpassen.

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Der Berliner Parteienforscher Oskar Niedermayer gibt einer neuen Lucke-Partei allerdings keine großen Chancen. „Wenn jetzt nicht noch etwas schief geht und der Grexit doch kommt, wird das Thema Euro-Rettungspolitik in Zukunft bei den Wählerinnen und Wählern eine deutlich geringere Rolle spielen und die Deutschen werden in großer Mehrheit Merkels Politik weiter vertrauen“, sagte Niedermayer dem Handelsblatt.

Eine neue Partei müsste sich daher nach Niedermayers Einschätzung auch in anderen, gesellschaftspolitischen, Bereichen profilieren. Dort sei zwar theoretisch durchaus für eine konservative Position rechts von der Union Platz. „Praktisch wird das aber auf die gleichen Abgrenzungsprobleme hinauslaufen, die die alte AfD hatte, und die neue Partei könnte zwischen Union und AfD zerrieben werden“, ist der Politikwissenschaftler überzeugt. Die AfD habe aktuell zwar an Wählerunterstützung verloren. Doch, so Niedermayer weiter, ob diese Wähler alle zu der neuen Partei wechseln würden, sei „sehr fraglich“.

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