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Verbote in DeutschlandWillkommen in der Nanny-Republik

Für ihre Veggie-Day-Idee ernteten die Grünen viel Kritik. Tatsächlich berührt der Vorstoß ein sensibles Thema: die staatliche Bevormundung und die Frage: Sind wir schon eine Verbotsrepublik – und, falls ja, ist sie grün?Dietmar Neuerer 16.08.2013 - 11:08 Uhr Artikel anhören

Verbotsschilder: In Deutschland ist so einiges verboten. Doch nicht nur die Grünen sind für die staatliche Gängelung verantwortlich.

Foto: ap

Berlin. Als einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, dass die Grünen einen fleischlosen Tag in Kantinen durchsetzen wollen, um so den Fleischkonsum in Deutschland zu senken, war die Aufregung groß. Selbst die Linke wendete sich dagegen, obwohl die Idee lediglich im Wahlprogramm der Ökopartei steht und noch gar nicht ausgemacht ist, ob der „Veggie-Day“ jemals den Weg in ein Regierungsprogramm finden wird. Von einem „gruseligen Freiheitsverständnis“ sprach Linksparteigeschäftsführer Matthias Höhn. „Ich jedenfalls will nicht in einer grünen Erziehungsdiktatur leben, und ich glaube, viele Wählerinnen und Wähler auch nicht.“ Ob sich Höhn da mal nicht täuscht.

Zwar gibt es keine aktuellen Erhebungen, wie es die Bürger in Deutschland mit staatlichen Regeln und Verboten halten. Eine spezielle Umfrage aus dem vergangenen Jahr lässt aber dennoch aufhorchen. Das Heidelberger John-Stuart-Mill-Institut hat einen „Freiheitsindex“ konstruiert, der neben der Umfrage auch Zeitungen analysiert und bewertet, wie oft Bürger und Journalisten für staatliche Verbote plädieren oder freie Entscheidung bevorzugen. Das Ergebnis überrascht: Bei der Abwägung gegen Sicherheit und Gleichheit liegt die Freiheit im Hintertreffen. Die Mehrheit der Bürger fordert ausdrücklich eine Ausweitung der Staatsaufgaben. Der "betreuende", "sich kümmernde Staat" wird demnach im Unterschied zum liberalen Staat, der wenig eingreife, als der gerechtere gesehen, in dem es menschlicher zugehe und der mehr Wohlstand ermögliche.

1. Antidiskriminierungsstelle des Bundes

ADS Auftrag übererfüllt - das ist das Fazit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zu den EU-Richtlinien gegen Diskriminierung. Nicht nur habe der Bund mehr Merkmale in das Allgemeine Diskriminierungsgesetz aufgenommen als von der Europäischen Union verlangt. Er richtete auch zusätzlich und freiwillig die Antidiskriminierungsstelle ein. Dies sei unnötig, so die Initiative, denn das deutsche Zivil- und Arbeitsrecht biete ausreichend Schutz vor Diskriminierung.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa Quelle: Justus Haucap (Hrsg.), Behördenflut in Deutschland, BrunoMedia GmbH

Foto: Handelsblatt

2. Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus

Er zeichnet die beliebtesten Bauernhöfe aus und analysiert die Chancen und Probleme seiner Branche - so wie zahlreiche andere Institutionen und Verbände in Deutschland. Braucht man also den Beaufragten der Bundesregierung für Tourismus? Soll man dem Beauftragten eine Assistenz und ein monatliches Salär der Stufe 1 (1 000 bis 3 500 Euro) zahlen? Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft meint: nein.

Empfehlung: abschaffen

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

3. Bergamt Stralsund

18 Mitarbeiter (2010) beaufsichtigen im Bergamt den Abbau von Steinen und Erden, etwa bei Kiesgruben. Zudem führt es Planfeststellungsverfahren für Gashochdruckleitungen durch, unter anderem für die Ostsee-Pipeline (im Bild ein Rohr für die Nord-Stream-Leitung). "Wo also weniger Berge sind, sucht man sich neue Aufgaben", kommentiert die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und empfiehlt eine Zusammenlegung wie in Berlin und Brandenburg. Von 1934 bis 1990 gab es die Behörde übrigens gar nicht - und heute sei sie als eigenständige Stelle auch nicht mehr nötig, so die Autoren des "Behördenflut"-Buchs.

Empfehlung: alle Landesbergämter zu einer Bundesbehörde zusammenfassen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

4. Bühnenservice der Stiftung Oper Berlin

Als gemeinnützige GmbH gestalten die 217 Mitarbeiter des Bühnenservices Bühnenbilder, Masken und Kostüme und bauen Bühnen, Traversen-, Licht- und Soundsysteme für die Berliner Opern auf, unter anderem die Deutsche Oper mit Intendantin Kirsten Harms. Das kostet den Steuerzahler laut Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft 28,2 Millionen Euro im Jahr. Die Initiative kritisiert die Subventionen als zu hoch und empfiehlt, den Bühnenservice an private Dienstleister zu verkaufen.

Empfehlung: privatisieren

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

5. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Das Amt betreut Bundesbauten. Es war auch zuständig für den im Mai 2010 eröffneten Neubau des Dokumentationszentrums der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin (Bild). Die Buch-Autoren wollen einen Teil der Aufgaben des Amtes in privaten Händen sehen: "Die Betreuung von Bundesbauten im In- und Ausland ist keine Staatsaufgabe. Das können Architekten und Bauunternehmen besser und kostengünstiger leisten."

Empfehlung: radikal verschlanken

Foto: BBR/Bildwerk

Foto: Handelsblatt

6. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG)

Mit mehr als 290 Mitarbeitern und einem Etat von mehr als 26 Millionen Euro erstellt das BKG genaue Geodaten, produziert Landkarten und Schriften und verkauft diese. Die "Behördenflut"-Übersicht meint: Private können genauso gut Kartenmaterial aktualisieren, Informationen bereit stellen und Geoinformations- und Navigationssysteme weiterentwickeln. Zudem könnten Forschungseinrichtungen selbst bei sensiblen Fragen beraten, meinen die Autoren.

Empfehlung: privatisieren

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

7. Bundesdruckerei

Reisepässe und Dienstausweise für die Bundeswehr werden hier genauso gedruckt wie Banknoten. Der 1879 gegründete Betrieb erfüllt sensible Aufgaben. Dennoch wurde er schon einmal privatisiert: 2000 verkaufte der Bund die Druckerei für mehr als eine Milliarde Euro. Doch der Investor wirtschaftete den Betrieb herunter, nach zwei Jahren stand die Druckerei vor dem Konkurs. 2009 kaufte der Bund die Druckerei auf Staatskosten zurück. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft rät trotz dieser Pleitegeschichte, die Druckerei noch einmal an Private zu verkaufen - diesmal aber nicht an einen "Heuschrecken"-Investor, der schnell wieder aussteigen will, sondern an ein "branchenorientiertes und international agierendes Unternehmen."

Empfehlung: erneut privatisieren

Foto: Bundesdruckerei

Foto: Handelsblatt

8. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung

Was die 19 Wissenschaftler an diesem Institut erforschen, bringe kaum neue Erkenntnisse, kritisiert die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Auch der Wissenschaftsrat habe die Qualität der Forschungsarbeit beanstandet. Dabei sollen die Informationen und Ratschläge des BIBs der Politik die Grundlage für Entscheidungen bieten. Privat finanzierte Institute hätten der Behörde längst den Rang abgelaufen, so die Autoren.

Empfehlung: schließen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

9. Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE)

Das BKGE soll das kulturelle Erbe von deutschen Gruppen im östlichen Europa erforschen und bewahren, die Bundesregierung beraten und den wissenschaftlichen Austausch pflegen. Das erledigten schon andere Institutionen zur Genüge, meinen die Autoren und fordern, die Behörde abzuschaffen. Der Etat von 896 000 Euro (2009) könne so gespart werden.

Empfehlung: schließen

Foto: dpa (Pfingsttreffen von Sudetendeutschen in Augsburg 2010)

Foto: Handelsblatt

10. Bundesinstitut für Risikobewertung

Diese Behörde soll dazu beitragen, dass Lebensmittel, Stoffe und Produkte - darunter auch Spielzeug - sicherer werden und die Verbraucher geschützt sind. "Selbstverständlich eine wichtige Aufgabe, die allerdings schon andere wahrnehmen", urteilt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Zudem sei das Institut personell mit 699 Mitarbeitern zu großzügig ausgestattet.

Empfehlung: radikal verschlanken

Foto: obs/LEGO GmbH

Foto: Handelsblatt

11. Bundesjazzorchester

Das 1988 gegründete Orchester fördert den musikalischen Nachwuchs. Bis zu zwei Jahre können Musiker im Alter bis 24 Jahren bei dem Jazz-Ensemble mitspielen. Der Bund fördert das Bundesjazzorchester und 15 weitere Musik-Initiativen mit insgesamt 2,756 Millionen Euro jährlich, durchschnittlich bekommt jede Einrichtung 172 000 Euro, so die Studie. Stellvertretend für die gesamte Förderung kritisieren die Autoren die Zuschüsse für das Jazz-Orchester. Die Förderung bestimmter Musikrichtungen sei keine hoheitliche Aufgabe. Sie sollten besser durch Sponsoren oder Stifter privat finanziert werden.

Empfehlung: öffentliche Förderung streichen

Foto: Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH

Foto: Handelsblatt

12. Bundesmonopolverwaltung für Branntwein (BfB)

Zuständig für Schnaps und andere Branntweine ist die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein. Die BfB sei "ein Dinosaurier im Behördendschungel und sollte vom Aussterben bedroht sein", schreiben die Behörden-Kritiker. Die 1922 gegründete Einrichtung habe mit dem Bröckeln des staatlichen Branntweinmonopols seine Aufgabe verloren, "sie ist nur ein bezuschusster Schnapsproduzent".

Empfehlung: abschaffen

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

13: Bundessprachenamt

Mit Sprachkursen bereitet das Amt Bundeswehr-Soldaten auf Auslandseinsätze vor. Es produziert zudem Lern- und Prüfungsunterlagen und übersetzt Fachtexte. Die Initiative findet, dass viele dieser Aufgaben von privaten Dienstleistern erledigt werden sollten, nur für bestimmte könne ein Stamm eigener Mitarbeiter unabdingbar sein. Zur Zeit sei das Amt mit 1 100 Mitarbeitern überbesetzt.

Empfehlung: Sprachschulung privatisieren

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

14. Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestags (TAB)

Gar kein gutes Haar lassen die Behörden-Kritiker an dieser Einrichtung, die Studien zur Entwicklung von Techniken schreibt, etwa zu gesundheitlichen Risiken der Handy-Nutzung. Zwei Millionen Euro gibt der Bund für das mit zwei Forschungszentren betriebene Büro aus. Das TAB sei ein "Horoskop der Technik", das die Forschungsergebnisse Anderer zusammenschreibt - überflüssig, so die Studie.

Empfehlung: abschaffen

Foto: HUK-COBURG

Foto: Handelsblatt

15. DB Zeitarbeit GmbH

Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG wurde 2001 gegründet, um überzähliges Personal los zu werden - so formulieren es die Autoren der Studie. Die GmbH solle die Mitarbeiter an andere Unternehmen vermitteln. Damit expandiere ein Staatsunternehmen in Bereiche, in denen es dauerhaft nichts zu suchen habe, und verdränge private Wettbewerber. Marktwirtschaftlich sei das nicht, schreibt die Initiative.

Empfehlung: privatisieren

Foto: apn

Foto: Handelsblatt

16. Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht - WASt

Auch 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gelten rund eine Million Wehrmachtssoldaten als vermisst; weitere 100 000 aus dem Ersten Weltkrieg. Wenn Angehörige das Schicksal der verschwundenen Soldaten klären lassen wollen, wenden sie sich an diese zu Kriegsausbruch 1939 gegründete Behörde. Deren mehr als 300 Mitarbeiter haben der Behörde zufolge in den letzten drei Berichtsjahren rund 770 000 Routinefälle bearbeitet. Dennoch befinden die Behörden-Kritiker die Aufgabe der Dienststelle für weitgehend erledigt. Ihre "(Rest-)Arbeiten" sollte die Behörde "integriert in das Bundesarchiv Marburg" erfüllen, fordern sie.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

17. Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES)

Die Gesellschaft von Bund und sechs Bundesländern plant mehr als die Hälfte der "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit", also Straßen, die alte und neue Bundesländer verbinden. Die Aufträge dazu bekommt sie von ihren Gesellschaftern - ohne Ausschreibung, schreibt die Initiative und fordert, dass die Aufgaben private Unternehmen übernehmen sollen.

Empfehlung: privatisieren

Foto: A4 zwischen Thüringen und Sachsen, dpa

Foto: Handelsblatt

18. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Als "Marketing- und PR-Agentur", die für zukunftsweisende Energie werbe, beschreibt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Dena. Auf diese Themen aufmerksam zu machen sei eine wichtige Aufgabe, doch die aus Steuermitteln finanzierte Dena-Kampagnen hätten wenig Wirkung gezeigt. Der Staat solle lieber private Agenturen beauftragen und sich die Spesen für die Dienstreisen der hundert Mitarbeiter sparen.

Empfehlung: abschaffen

Foto: Solarsiedlung in Freiburg, apn

Foto: Handelsblatt

19. Deutscher Wetterdienst

Eine "Mammutbehörde" ist der Deutsche Wetterdienst in den Augen der Behörden-Kritiker: "Der Staat sollte keinen mit Steuergeldern subventionierten Vorhersage-Service anbieten und privaten Anbietern mit niedrigen Preisen das Leben schwer machen." Potenzielle Kunden für Wettervorhersagen gebe es genug, etwa in den Medien.

Empfehlung: privatisieren

Foto: apn

Foto: Handelsblatt

20. Entsorgungsverband Saar (EVS)

Die Müllabführ im Saarland gibt sich innovativ: Mülltonnen sollen der Studie zufolge mit Mikrochips ausgestattet werden. Die Bilanz der Körperschaft öffentlichen Rechts sieht weniger zukunftsweisend aus, der EVS schreibt rote Zahlen. Angesichts dieser hohen Verluste sollten die Kommunen die Abwasser- und Abfallbeseitigung nicht selbst organisieren. Private könnten wirtschaftlicher arbeiten.

Empfehlung: privatisieren

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

21. Finanzkontrolle Schwarzarbeit

"Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für überflüssige Zollbeamte" nennt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Behörde, die 2004 als Abteilung des Zolls gegründet wurde. Angesichts ihrer 6 500 Mitarbeiter sei die Erfolgsbilanz "miserabel": Die Behörde kostet mehr, als sie dem Bund an Mehreinnahmen bringt. Auch die Kontrollen der Behörde wie hier auf einer Baustelle im brandenburgischen Eberswalde konnte die Schwarzarbeit einer Studie zufolge nicht messbar verringern.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

22. Frauenbeauftragte

Nur die Telekom hat bisher eine Quote für Frauen in Führungspositionen. Bei anderen großen Unternehmen ist trotz männlicher Dominanz keine Quote geplant. Solche Benachteiligungen von Frauen abzubauen ist Aufgabe von Frauenbeauftragten, die es in Kommunen und Unternehmen schon seit mehr als 20 Jahren gibt. Erzwingen könnten aber auch diese Beauftragten Gleichberechtigung nicht. Die Posten seien daher überflüssig, so die Studie.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

23. Friedhöfe Leipzig

Dass Friedhöfe in Deutschland kommunal organisiert sind, hält die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft für "unwirtschaftlich und teuer". Sie verweist dabei auf hohe Grabgebühren: Von 2005 bis 2008 seien diese um durchschnittlich 300 Euro gestiegen. Beispielhaft für die 32 000 kommunalen Friedhöfe in Deutschland kritisiert die Initiative die Stadt Leipzig, die sieben Friedhöfe und ein Krematorium betreibt - und dabei 2006 231 000 Euro Verlust machte. Besser sei es, Friedhofsverwaltung, Gärtnerarbeiten, Blumenverkauf und andere Tätigkeiten von Privaten erledigen zu lassen. Nur wenige hoheitliche Aufgaben müssten in staatlicher Hand bleiben

Empfehlung: privatisieren

Pressefoto: Stadt Leipzig

Foto: Handelsblatt

24. Garten-, Friedhofs- und Forstamt Stuttgart

Ein Amt, das eine Dahlien-Wahl organisiert - das ist den Behördenkritikern zu viel. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt Stuttgart ist für den Höhenpark Killesberg zuständig, in dem diese Kinder spielen. Die Bewirtschaftung dieser Anlage und weitere Aufgaben seien keine öffentliche Kernaufgabe, so die Studie, Private könnten das übernehmen.

Empfehlung: privatisieren

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

25. Germany Trade and Invest

Die Germany Trade and Invest GmbH soll Interesse für Deutschland wecken, und zwar nicht nur für die touristischen Dauerbrenner wie Schloss Neuschwanstein, sondern auch für den Standort. Kurz: Die Einrichtung soll ausländische Investoren ins Land locken. Andere öffentliche Einrichtungen wie das Auswärtige Amt und die Außenhandelskammern erfüllen diese Aufgabe, und das reicht, so die Einschätzung der Intitative Neue Soziale Marktwirtschaft. Zudem erinnert sie daran, dass die Vorgängerunternehmen von Germany Trade and Invest auf der "Liste der Überflüssigen" stand, "auch beim Bundesrechnungshof".

Empfehlung: abschaffen

Foto: ap

Foto: Handelsblatt

26. GKV Informatik

In der GKV Informatik bündeln acht große Krankenkassen ihre IT-Aktivitäten. Dass damit Synergie-Effekte geschaffen und Kosten gesenkt werden können, finden die Autoren der Studie sinnvoll. Sie bemängeln aber einen "Schönheitsfehler": Das Rechenzentrum gehöre zugleich den Krankenkassen, für die es arbeitet. Wettbewerb sei damit ausgeschlossen. Eine "echte Privatisierung" sei angebracht.

Empfehlung: privatisieren

Foto: dpa/obs/STRATO AG

Foto: Handelsblatt

27. Kommunale Fahrradbeauftragte

Als "übertriebene Fürsorge" bewerten die Behördenkritiker es, wenn Städte Fahrradbeauftrage beschäftigen. In mindestens zwölf Landesbehörden und in 64 Städten bzw. Landkreisen gibt es dieses Amt der Studie zufolge. Das sei überflüssig und die private Radfahrer-Lobby stark genug.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

28: Kommunales Stadtmarketing

Viele Städte betreiben Werbung in Eigensache, etwa München. Dabei sei kommunales Stadtmarketing meist unwirtschaftlich und zudem keine öffentliche Aufgabe, so die Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Touristisches Marketing, Imagewerbung, PR und Öffentlichkeitsarbeit sollten kommunal geplant und koordiniert werden; die Umsetzung solle jedoch privaten Marketingagenturen überlassen werden.

Empfehlung: privatisieren

Foto: apn

Foto: Handelsblatt

29: Künstlersozialkasse

Die Künstlersozialkasse bezuschusst die Beiträge ihrer Mitglieder zu einer Krankenversicherung ihrer Wahl und zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung. Mitglied werden können unter anderem selbstständige Künstler, Musiker, Journalisten und Grafiker. Sie müssen nur die Hälfte der jeweils fälligen Beiträge zahlen, die KSK stockt die Beiträge auf. Dazu greift sie auf einen Zuschuss des Bundes (20 Prozent) zurück und auf Abgaben von Unternehmen (30 Prozent), die "Künstler" beauftragen. Für den Bund der Steuerzahler ist diese Einrichtung "insgesamt verfassungswidrig"; die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft stimmt in die Kritik an der "Wegelagerer-Behörde" ein, die viele Kleinunternehmen abkassiere, um eine kleine Berufsklientel bevorzugt zu behandeln.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

30. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft

Der eingetragene Verein informiert Deutschlands Bauern über neue Technologien und gibt ihnen Tipps für die landwirtschaftliche Praxis. Dafür bekommt das KTBL jährlich 4,9 Millionen Euro vom Bund - "ein Witz", so die Studie. Informationen bieten auch private Firmen, neue Techniken brauchten nicht den Segen des KTBL. Der Verein solle abgeschafft werden.

Empfehlung: abschaffen

Foto: dpa

Foto: Handelsblatt

Quelle: Justus Haucap (Hrsg.), Behördenflut in Deutschland, BrunoMedia GmbH. Mehr Informationen finden Sie hier.

Foto: Handelsblatt

Freiheit wird zwar hochgeschätzt, viele Bürger befürworten aber gleichzeitig viele Verbote. Die Mehrheit findet laut dem Index, der Staat solle Drogen verbieten, Klonen von Menschen, rechtsradikale Parteien, Filme mit Gewaltdarstellungen, Kredite für Personen, die schon verschuldet sind und: ungesunde Lebensmittel. Liegen dann also die Grünen mit ihrem Veggie-Day gar nicht so falsch? Da die Wahrnehmung der Bürger keine feste Größe ist, die sich nie verändert, lässt sich das nicht eindeutig sagen.

Oft sind Meinungen Momentaufnahmen. So wohl auch im aktuellen Fall. Die Forderung nach einem vegetarischen Tag in Kantinen stößt jedenfalls auch bei der Mehrheit der Bundesbürger auf Ablehnung, wie jüngst eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der „Welt am Sonntag“ ergab. Im Wahlkampf sind solche Erhebungen eine willkommene Steilvorlage für den politischen Gegner. Kein Wunder also, wenn der FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle den Ball dankbar aufnimmt und lospoltert: „Die Grünen lechzen geradezu danach, aus Deutschland eine Verbotsrepublik zu machen.“ Aber, und das ist die eigentlich spannende Frage, hat er mit seiner Behauptung Recht.

Fleischkonsum in Deutschland
Die weltweite Fleischproduktion ist nach Angaben des WWF um 400 Prozent angestiegen: Von 1961 bis 2009 ist die Produktion von 70 Millionen Tonnen auf 300 Millionen Tonnen gewachsen. Quelle: WWF
Durchschnittlich lag der Fleischbrauch pro Kopf in Deutschland im Jahr 2010 bei 88,2 Kilogramm.
Durchschnittlich verzehren die Deutschen pro Tag rund 166 Gramm Fleisch.
Aus ernährungspsychologischer Sich liegt die empfohlene Tagesmenge an Fleisch bei rund 86 Gramm.
Bereits wenn die empfohlene Tagesdosis an Fleisch um 50 Gramm überschritten wird, erhöht sich das Risiko an Diabetes Typ II zu erkranken um 25 - 40 Prozent.
Durchschnittlich verzehrt ein Deutscher in seinem Leben vier Kühe und Kälber, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner.
Im Jahr 2010 wurden 683.114.084 Hühner, Truthähne und anders Geflügel geschlachtet.
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland rund 58.413.677 Schweine geschlachtet.
Der Anteil des Schweinefleisches auf dem deutschen Markt, dass aus artgerechter oder ökologischer Tierhaltung stammt, beträgt laut WWF 0,5 Prozent.
Wenn der Fleischkonsum in den OECD-Ländern um 30 Prozent reduziert werden würde, stünden 30 Millionen Hektar Fläche mehr zur Verfügung. Quelle: WWF

Steuern wir auf eine durchregulierte Republik zu – und sind die meisten Verbote tatsächlich auf grünem Mist gewachsen? Ja und Nein. Der „Nanny-Staat“ ist längst schon Realität, zu verantworten haben ihn aber auch die anderen Parteien, vor allem auch die derzeitige Bundesregierung. Der „Spiegel“ hat einige Beispiele zusammengetragen, die das Bild der Verbotsrepublik treffend illustrieren.

Wie Kommunen unter der neuen GEZ-Gebühr leiden
Gebühr früher: 13.000 EuroGebühr heute: 40.000 EuroMehrkosten: 27.000 Euro (208 Prozent)Quelle: Recherchen der NRW-FDP
Gebühr früher: 23.000 EuroGebühr heute: 71.000 EuroMehrkosten: 48.000 Euro (209 Prozent)
Gebühr früher: 15.475 EuroGebühr heute: 48.573 EuroMehrkosten: 33.098 Euro (214 Prozent)
Gebühr früher: 6.200 EuroGebühr heute: 20.000 EuroMehrkosten: 13.800 Euro (223 Prozent)
Gebühr früher: 20.000 EuroGebühr heute: 66.000 EuroMehrkosten: 46.000 Euro (230 Prozent)
Gebühr früher: 10.000 EuroGebühr heute: 40.000 EuroMehrkosten: 30.000 Euro (300 Prozent)
Gebühr früher: 25.000 EuroGebühr heute: 150.000 EuroMehrkosten: 125.000 Euro (500 Prozent)
Gebühr früher: 1.000 EuroGebühr heute: 7.000 EuroMehrkosten: 6.000 Euro (600 Prozent)
Gebühr früher: 3.000 EuroGebühr heute: 27.000 EuroMehrkosten: 24.000 Euro (800 Prozent)
Gebühr früher: 2.000 EuroGebühr heute: 20.000 EuroMehrkosten: 18.000 Euro (900 Prozent)

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer droht beispielsweise mit einer Helmpflicht für Fahrradfahrer und warnt Fußgänger vor dem Tragen von Kopfhörern. Doch nicht nur der CSU-Politiker, auch einige seiner Kabinettskollegen, wollen tief in den Alltag der Menschen eingreifen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen etwa will Arbeitgebern per Gesetz vorschreiben, dass sie Frauen öfter befördern und ihre Arbeitnehmer seltener Überstunden machen. Umweltminister Peter Altmaier will das Knacken von zermalmten Plastikflaschen im Rückgabeautomaten eindämmen.

Ihn ärgert, dass die Discounter das Geschäft gerade mit Mineralwasser in der Plastikflasche Stück für Stück ausgeweitet haben und deshalb die Mehrwegquote seit 2004 von 70 Prozent auf derzeit nur noch rund 50 Prozent zurückgegangen ist. Altmaier führt das auf die seiner Meinung nach unzureichende Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg zurück. Viele Verbraucher, so seine Mutmaßung, denken, sobald sie Pfand bezahlen, handele es sich um Mehrwegflaschen. Sie sollten daher „in die Lage versetzt werden, sich bewusst für eine Getränkeverpackung zu entscheiden, die ihren ökologischen Ansprüchen genügt“.

Wen die grünen Steuerpläne belasten
Im Falle einer Regierungsübernahme soll der Grundfreibetrag erhöht und der Spitzensteuersatz auf 49 Prozent angehoben werden. Den soll zahlen, wer ein Jahreseinkommen von 80.000 Euro oder mehr zu versteuern hat. Derzeit liegt der Spitzensatz bei 42 Prozent und greift ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von knapp 53.000 Euro. Auch sollen das Ehegattensplitting abgeschmolzen und befristet eine Vermögensabgabe erhoben werden.
Das könnte man zumindest sagen, wenn berücksichtigt wird, dass nur 10 Prozent der «Einkommensreichsten» fast 60 Prozent zum gesamten Aufkommen der Einkommensteuer beisteuern. Von einem höheren Grundfreibetrag profitieren alle Steuerzahler. Den Grünen zufolge kommt es ab einem zu versteuernden Einkommen von 60 000 Euro zu Mehrbelastungen. Experten sagen voraus: Zur oberen Mittelschicht gehörende Paare werden teils kräftig belastet.
Nein, allenfalls nur für fünf Prozent der Steuerzahler gilt am Ende der Spitzensatz von 42 Prozent. Bei Top-Verdienern beträgt der effektive Einkommensteuersatz - also der Satz, den Privathaushalte bezogen auf ihr Bruttoeinkommen wirklich zahlen, nach Schätzungen des Instituts DIW im Schnitt rund 34 Prozent. Die Lücke zwischen Bruttoeinkünften und dem zu versteuernden Einkommen entsteht unter anderem durch Freibeträge oder Abzugsbeträge wie Sonderausgaben.
2011 gab es 37,4 Millionen Lohn- und Einkommensteuerzahler, davon profitierten 22,5 Millionen vom Ehegattensplitting. 27 Millionen Steuerpflichtige wurden überhaupt nicht belastet. Zum obersten Zehntel der «Besserverdiener» gehören nach Darstellung des DIW schon Arbeitnehmer mit einem Brutto-Erwerbseinkommen von 55 000 Euro im Jahr. Das sind auch Facharbeiter, Meister und Ingenieure.
Diese «Reichen» zahlen in der Tat in erheblichem Umfang Einkommensteuer und tragen auch den Löwenanteil bei der Umverteilung von «oben nach unten». Auch nach einer Übersicht des Bundesfinanzministeriums steuerten zehn Prozent der Steuerpflichtigen mit Gesamteinkünften von jährlich gut 68 000 Euro und mehr fast 55 Prozent zum Einkommensteueraufkommen bei.
2012 lag der Jahresarbeitslohn im Schnitt bei fast 29 000 Euro. Bei Vollzeitjobs dürften es etwas mehr als 30 000 Euro sein. Ein lediger Arbeitnehmer mit dem Durchschnittseinkommen, ohne Kinder und unter 50 Jahren, verfügte nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben über gut 18 900 Euro. Ein Alleinverdiener-Paar mit zwei Kindern kam auf gut 26 000 Euro an verfügbarem Einkommen. Einem Zweiverdienerpaar mit einem Kind in Steuerklasse III/V verblieben 24 250 Euro, bei Steuerklasse IV/IV rund 26 430 Euro.
Ja, ab einem bestimmten Einkommen. Im Gegensatz zur SPD wollen die Grünen bei den Änderungen am Ehegattensplitting «Altfälle» nicht schonen. Mit den Einnahmen sollen Kitas und Ganztagsschulen gestärkt werden. Nach Berechnungen des Experten Frank Hechtner für die «Süddeutsche Zeitung» würde ein in Westdeutschland lebendes Alleinverdiener-Ehepaar mit zwei Kindern ab einem monatlichen Bruttolohn von 5151 Euro mehr Steuern zahlen müssen. Wer weniger verdiene, werde entlastet. Verdiene das Paar monatlich 6000 Euro, müssten 105,97 Euro an den Fiskus zusätzlich gezahlt werden - im Jahr also 1271,64 Euro. Wer als Paar 10 600 Euro im Monat verdiene, müsse mit einem Steuernachteil von fast 600 Euro im Monat rechnen - mit7200 Euro im Jahr.
Auch hier drohen nach Hechtners Berechnungen teils deutliche Belastungen. Bis zu einem Monats-Bruttoeinkommen von 5872 Euro müsse allerdings niemand zusätzliche Steuern zahlen, rechnet er vor. Wer weniger verdiene, werde entlastet. Am stärksten profitiere jemand mit einem Brutto von 5200 Euro - und zwar mit 13,36 Euro im Monat.Verdiene der Single 8000 Euro brutto, müsste er pro Monat dagegen zusätzlich 127,66 Euro zahlen.

In den Ländern maßt sich die Politik sogar an, Verbote durchzusetzen, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt. So gilt in Nordrhein-Westfalen das weitreichende Rauchverbot des Nichtraucherschutzgesetzes ausdrücklich auch für die E-Zigarette, aus der gar kein Rauch herauskommt. Möglicherweise wird die umstrittene Regelung wieder gekippt. Ein Kölner Gastwirt will auf dem Klageweg erreichen, dass in seiner Kneipe E-Zigaretten konsumiert werden dürfen. Die Verbotsgefahr ist damit noch nicht gebannt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lothar Binding möchte sogar sämtliche Zigarettenautomaten verbieten.

Die Gesundheit der Bürger hat auch der CDU-Abgeordnete Jens Spahn im Blick. Immer wieder. Das Problem komasaufender Jugendlicher will er in den Griff bekommen, indem der Druck auf die Eltern erhöht wird. Was ihn stört, ist, dass durch die steigende Zahl jugendlicher Komatrinker unnötig Personal und Geld im Gesundheitswesen gebunden würden. Sein Vorschlag: "Man sollte die Eltern pauschal mit 100 Euro an den Behandlungskosten beteiligen, um sie an ihre Verantwortung zu erinnern." Nach Spahns Vorstellungen könnte dieser Betrag direkt an die Krankenkassen gezahlt werden. Und Spahn geht noch weiter: „Ich wäre übrigens auch für Alkohol-Werbeverbote bei Sport im TV. Und warum werben Fußball-Nationalspieler für Alkohol in Werbepausen?“, twitterte er Anfang des Jahres. Dabei übersieht Spahn, dass praktisch alle Sportverbände das Werben mit Alkohol verbieten und die Stars daher nur für alkoholfreies Bier werben.

Die Union will also auch teils massiv den Bürgern in die Parade fahren. Das ist aber nicht das Thema ihres Vize-Vorsitzenden Michael Fuchs. Der CDU-Politiker hat anderes im Blick. Es sind die Verbotsideen der Grünen. „Was nicht ins Weltbild passt, verbieten“, wettert Fuchs in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Christdemokrat weiß, wovon er spricht, denn er hat eine Liste der Grünen-Verbote zusammengestellt, die es in sich hat: In Baden-Württemberg gelte beispielweise das Nachtangelverbot. Die Nachtruhe für Fische hätten die Grünen zwar nicht erfunden, sie wollten sie aber beibehalten.

In Sachsen-Anhalt haben die Grünen dem Licht-Smog den Kampf angesagt. Insbesondere die „exzessive Zunahme künstlichen Lichts“ ist ihnen ein Dorn im Auge, weil die Strahlung die nachtaktive Tierwelt, den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen sowie „die Sichtbarkeit des Sternenhimmels“ beeinträchtige. Für Fuchs ein absolutes Unding: „Die Freiheit der Menschen soll eingeschränkt werden. Das geht mir auf den Geist“, sagt er.

Das grüne Bevormundungsdenken spiegelt sich auch in der Steuerpolitik wider. Teile des grünen Steuerkonzepts zielen direkt auf den Verbraucher und damit auch auf Geringverdiener. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz auf Schnittblumen, Skilifte, Fast Food und andere ökologisch zweifelhafte Angebote soll von derzeit 7 auf 19 Prozent steigen. Plastiktüten wollen die Grünen mit einer Umweltabgabe belegen, Dienstwagen mit einer Art Hubraumsteuer, Handys mit einem Pfand und Flugreisen mit höheren Kerosinpreisen. Auch Fleisch, Importobst und Milch sollen künstlich verteuert werden. Insgesamt geht es um mehr als sieben Milliarden Euro, die die Bürger durch den "Abbau umweltschädlicher Subventionen" zusätzlich bezahlen sollen.

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Ein Schmankerl staatlicher Bevormundung liefern die Grünen im nordrhein-westfälischen Hamm. Es geht um private Baumfällungen. Naturverbunden wie die Partei eben ist, fordert sie, dass Bäume ab einem Stammdurchmesser von 80 Zentimetern geschützt werden sollen. Die örtliche FDP hält den Vorschlag für Unsinn und fragt, wer eigentlich kontrollieren solle, wenn ein Eigentümer seinen Baum bei einem Stammdicke von 79 Zentimetern fällt. 

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