Fehler bei Marketplace

Amazon stürzt Händler in Existenznot

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„In einer Woche sind wir pleite“
Das sind Deutschlands größte Online-Shops
Platz 15: docmorris.de
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Die Versandapotheke DocMorris hat ihren Sitz zwar in den Niederlanden, liefert aber vor allem nach Deutschland. Im Ranking belegt sie mit 317,1 Millionen Euro Umsatz Platz 15.

(Quelle: EHI Retail Institute/Statista)

Platz 14: saturn.de
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Der Elektronikriese Saturn hat 2016 338,4 Millionen Euro mit seinem Internetversand umgesetzt. Im Vergleich zu 2015 konnte Saturn den Umsatz seines Webshops verdoppeln. Im EHI-Ranking reicht das immerhin für Platz 14.

Platz 13: apple.com/de
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Apple gilt als wertvollstes Unternehmen der Welt. In Deutschland muss es sich gemessen am Umsatz des eigenen Onlineshops (344,5 Millionen Euro) aber mit Platz 13 begnügen.

Platz 12: baur.de
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Der zur Otto Group gehörende Onlineshop baur.de setzte 2016 352 Millionen Euro um. Kerngeschäft sind Mode, Einrichtungsartikel und Lifestyle.

Platz 11: hm.com/de
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Das schwedische Modeunternehmen H&M belegt mit seinem Webshop im Ranking Platz 11. Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 372,9 Millionen Euro umgesetzt.

Platz 10: alternate.de
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Alternate vertreibt in seinem Onlineshop beispielsweise PC-Zubehör, Software und Fernseher. 2016 hat Alternate damit 432,3 Millionen Euro Umsatz gemacht.

Platz 9: tchibo.de
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Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo verkauft seine Artikel auch im Internet erfolgreich. Mit 450 Millionen Euro Umsatz landet Tchibo auf dem neunten Platz. Der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Andere hatte es noch schlimmer getroffen. „In einer Woche sind wir pleite“, klagte ein Händler, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Denn dann können wir nicht mehr liefern, weil wir keine Ware mehr einkaufen können.“ Der Zeitpunkt ist heikel, denn jetzt bestellen viele Händler noch Ware für das wichtige Weihnachtsgeschäft. „Der wichtigste Monat im ganzen Jahr wird uns gerade zerstört“, stöhnt ein anderer Händler. Gerade kleinere Firmen, die fast ausschließlich über den Amazon-Marktplatz verkaufen, sind häufig an der Grenze angelangt. Einige mussten sogar schon Mitarbeiter entlassen, heißt es beim Händlerbund.

„Wir sind zum Glück nicht so stark auf Amazon angewiesen“, berichtet Mükerrem Weinand, Geschäftsführerin des Modeversands „Dein Wunderland“ aus Köln. Ihr Unternehmen macht nur 30 bis 40 Prozent des Umsatzes über Amazon, den Rest über andere Marktplätze und den eigenen Webshop. Doch auch sie treffen die Außenstände, die sie seit Oktober hat, empfindlich.

„Es tut uns weh, noch Ware zu verschicken, ohne zu wissen, ob und wann wir das Geld dafür bekommen“, sagt Weinand. „Wir sind mittlerweile schon ganz vorsichtig, welche Teile wir noch bei Amazon einstellen.“ Was sie besonders entrüstet, ist die Behandlung durch Amazon. Zuerst seien sie nur vertröstet worden, dann habe das Unternehmen ein technisches Problem eingeräumt und schließlich musste sie zahlreiche Belege und Nachweise beibringen, obwohl das Konto schon seit Jahren besteht. Ganz so, als ob das Problem bei ihr liege.

Das Dilemma: Wegen der hohen Reichweite von Amazon kann kaum ein kleinerer Onlinehändler auf den Verkauf über diese Plattform verzichten. Über den Amazon Marketplace läuft ein gutes Viertel des kompletten deutschen E-Commerce im Gesamtvolumen von fast 50 Milliarden Euro. Wenn man den Umsatz von Amazon über seinen eigenen Onlineshop dazurechnet, beherrscht der Gigant schon mehr als 40 Prozent des Onlinehandels in Deutschland.

Auch wenn es jetzt wieder Auszahlungen an Händler gegeben hat und weitere Zahlungen angekündigt sind, sind viele Händler noch misstrauisch, ob das Problem wirklich abschließend gelöst ist. „Wir gehen davon aus, dass derzeit alle Kräfte auf die Problemlösung ausgerichtet sind“, mahnt Franziska Ulbricht vom Händlerbund, „und Amazon bei etwaigen Schäden gemeinsam mit dem Händler eine Lösung findet.“

Update: Im ursprünglichen Text hieß es noch, dass nicht klar ist, wann Amazon das Problem gelöst bekommt und wann wieder Zahlungen an die Händler geleistet werden. Nach der Mitteilung von Amazon am Sonntag wurde der Text entsprechend aktualisiert.

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1 Kommentar zu "Fehler bei Marketplace: Amazon stürzt Händler in Existenznot"

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  • Die "Big Player" können es sich eben leisten, sich wie Popanz aufzuführen (und tun es offenbar leider auch).

    Schon, damit die Dinge endlich einigermaßen ins Gleichgewicht kommen, wird es deshalb höchste Zeit, dass die g e s a m t e Bevölkerung in solchen Angelegenheiten ein Wörtchen mitzureden hat.

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