Aromahersteller
Symrise plant Milliardenübernahme

Symrise investiert kräftig: Der deutsche Duftstoffhersteller will mit einem Milliarden-Deal ein französisches Unternehmen kaufen. Gelingt die Übernahme, ist der Konzern künftig auch auf dem Tierfuttermarkt präsent.
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HolzmindenDer Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise will knapp 1,3 Milliarden Euro in die Übernahme der französischen Diana-Gruppe investieren. Das teilte das Unternehmen im niedersächsischen Holzminden am Sonntag mit. Diana sei ein führender Lieferant in der Lebensmittel-, Tiernahrung oder auch kosmetischen Industrie. Sollte dem Kauf aller Aktien zugestimmt werden, könnte die Übernahme im dritten Quartal 2014 vollzogen werden.

Durch den Kauf will Symrise seine Stellung in den Märkten für Lebensmittel und Duftstoffe stärken und die Aktivitäten in den Tierfuttermarkt hinein ausbauen. Gleichzeitig hilft er, den Abstand zu größeren Konkurrenten wie Givaudan und International Flavors & Fragrances zu verringern.

Symrise will den milliardenschweren Kauf der französischen Diana-Gruppe mit einer Kapitalerhöhung finanzieren. Diese werde voraussichtlich einen Umfang von etwa zehn Prozent haben, sagte Symrise-Finanzchef Bernd Hirsch am Montag in einer Telefonkonferenz, ohne weitere Details zum Umfang der Maßnahme zu nennen. „Zum Timing kann ich momentan noch nichts sagen, das hängt wirklich sehr stark von der Marktsituation ab“, sagte Hirsch. „Wir sind hier nicht an einen bestimmten Termin gebunden.“

Diana habe mit seinen rund 2000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 425 Millionen Euro erzielt. Beide Unternehmen sollen künftig Erlöse von zusammen 2,3 Milliarden Euro erzielen. Symrise setzte 2013 gut 1,8 Milliarden Euro um und machte einen Gewinn von 172 Millionen Euro. Der MDax-Konzern hat rund 15.000 Aromen im Angebot. Zu den Kunden zählen nahezu alle Größen der Nahrungsmittel- sowie der Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie. Das Unternehmen, Branchenprimus in Deutschland, stellt nach eigenen Angaben fast ausschließlich Aromen natürlichen Ursprungs her.

Bekannter wurde Symrise zuletzt durch den Schoko-Streit zwischen Ritter Sport und der Stiftung Warentest. Die Warentester waren in einer Ritter-Sport-Schokolade auf den Stoff Piperonal gestoßen, der von Symrise geliefert wird. Es entbrannte ein Streit darum, ob der Stoff natürlichen Ursprungs sei – Symrise hatte stets versichert, ein natürliches Aroma geliefert zu haben. Im Januar gab es dafür eine Bestätigung durch das Landgericht München, das feststellte, von einem fairen Warentest könne in diesem Fall nicht gesprochen werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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