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Ekkehard Schulz„Einer musste die Verantwortung übernehmen“

Der frühere Chef von Thyssen-Krupp, Ekkehard Schulz, sagt zu den zentralen Fehlern beim Bau des Stahlwerks in Brasilien: „Ich mache mir deshalb Vorwürfe.“ Den Aufsichtsrat habe er aber rechtzeitig informiert.Martin Murphy und Wolfgang Reuter 20.01.2012 - 09:18 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ekkehard Schulz hat seinen Aufsichtsratsposten bei Thyssen-Krupp im vergangenen Dezember niedergelegt.

Foto: dpa

Handelsblatt: Herr Schulz, als Thyssen-Krupp vor wenigen Wochen angekündigt hat, fast zwei Milliarden auf das Stahlwerk in Brasilien abschreiben zu müssen, sind Sie als Aufsichtsrat wie auch als Mitglied des Kuratoriums der Krupp-Stiftung zurückgetreten. Was ist schiefgelaufen?

Ekkehard Schulz: Das Stahlwerk ist teurer geworden als geplant. Statt 3,5 Milliarden Euro kostet es nun 5,2 Milliarden Euro – dafür habe ich die Verantwortung übernommen.

Moment mal! Die Zahlen sind doch ganz anders, heißt es in Kreisen des Konzerns. Das Werk sollte ursprünglich nur 1,3 Milliarden Euro kosten.

Das ist Unsinn. Die früheren Stahlvorstände Ulrich Middelmann und Karl-Ulrich Köhler haben diese Zahl einmal genannt – als mögliche Größenordnung einer Investition. Das war in einem Gespräch auf der Stahltagung in Istanbul im Herbst 2004. Da war nicht einmal klar, ob Thyssen-Krupp ein Werk in Brasilien, Australien oder Russland baut. Die Zahl war weder im Vorstand der Thyssen-Krupp AG noch im Aufsichtsrat bekannt oder diskutiert. In den folgenden Monaten konkretisierte sich der Standort in Brasilien. Als der Aufsichtsrat das Projekt im August 2006 genehmigt hatte, waren 2,4 Milliarden Euro veranschlagt – allerdings ohne Hafen, Kokerei und Kraftwerk.

Diese Komponenten wollten Sie an Partner vergeben, was allerdings nicht geglückt ist.

Wir haben gesagt, dass wir versuchen werden, Partner und Investoren dafür zu finden. Das ist nicht gelungen, beziehungsweise es war nicht wirtschaftlich. Als wir die Anlagen dann in die Kalkulation aufgenommen haben, betrug die Investitionssumme 3,2 Milliarden Euro und wurde vom Aufsichtsrat im November 2006 genehmigt. Hinzu kommen Währungsveränderungen, wodurch die Kosten der ursprünglichen Planung eigentlich mit mindestens 3,5 Milliarden Euro berechnet werden müssen. Wer eine andere Zahl nennt, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Womit aber noch immer eine Lücke von 1,7 Milliarden Euro in der Rechnung klafft.

Das stimmt, und es ist sehr ärgerlich. Die Mehrkosten entstanden vor allem durch Konstruktionsfehler bei der Kokerei, wir mussten das Gelände mit mehr Pfählen abstützen, und dann mussten wir eine neue Baufirma für den Hochofenbereich suchen, da die erste pleiteging. Jeder dieser externen Faktoren kostete uns einen dreistelligen Millionenbetrag.

Das klingt gerade so, als ob die Teuerungen unvermeidlich gewesen wären. Innerhalb des Konzerns aber wird Ihnen vorgeworfen, dass Sie die chinesische Firma Citic mit dem Bau der Kokerei beauftragten, weil die ein paar Millionen billiger war. Und diese Firma hat Murks gebaut. Die Anlage muss praktisch komplett neu gebaut werden.

Citic war einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag günstiger, aber der Preis war nicht alleine ausschlaggebend. Für die Vergabe an Citic gab es zwei weitere wichtige Gründe. Unsere Konzerntochter Uhde, die sich ebenfalls um den Auftrag beworben hatte, wollte zusammen mit Ferrostaal bauen, hatte aber nicht die Patente für diese neue Technologie, die im Übrigen auch von Uhde zum ersten Mal gebaut worden wäre. Da hätte eine Patentklage einer US-Firma gedroht, die eng mit Ferrostaal zusammengearbeitet hat. Im Übrigen war Uhde zum damaligen Zeitpunkt ausgebucht. Mit dem Wissen von heute wäre Uhde aber die richtige Entscheidung gewesen.

Weitaus teurer als geplant: das neue Stahl- und Hüttenwerk von Thyssen-Krupp bei Rio de Janeiro.

Foto: dpa

Ihr Fazit lautet also: Das ist alles irgendwie unglücklich gelaufen, Fehler haben Sie aber keine gemacht?

Natürlich habe ich Fehler gemacht. Ich habe zu lange den falschen Leuten vertraut. Leuten, die mir die Lage geschönt dargestellt haben. Als mir dann andere die Situation ungeschminkt beschrieben haben, war es fast schon zu spät. Ich habe gehandelt und auch personelle Konsequenzen gezogen. Zwei Vorstände mussten gehen. Ein neuer Projektleiter wurde eingesetzt. Aber wie gesagt: Der Schaden wäre geringer gewesen, wenn ich früher gehandelt hätte – und glauben Sie mir: Ich mache mir deshalb Vorwürfe. Aber das hilft ja nichts. Die Situation ist, wie sie ist.

Naja, die Situation muss ja schlimmer geworden sein. Wie sonst kann es denn sein, dass Thyssen-Krupp bei der Bilanzvorlage Anfang Dezember fast zwei Milliarden Euro auf die Amerika-Projekte abschreiben musste?

Die Baukosten sind dem Aufsichtsrat regelmäßig berichtet worden. Ich hatte schon beim Jahresabschluss 2009/10 gefragt, ob wir eine Abschreibung auf Brasilien vornehmen müssen. Unser Wirtschaftsprüfer sagte aber – gestützt auf ein Gutachten von Ernst & Young –, dass es dafür nach den IFRS-Regeln keinen Spielraum gibt. Im Übrigen wird diese Annahme durch den Preis bestätigt, den Vale für den Kauf von 17 Prozent in Höhe von einer Milliarde Euro im August 2010 geleistet hat.

Ekkehard Schulz (l.) im Jahr 2001 mit Gerhard Cromme (r.) und Berthold Beitz.

Foto: ap

Ein stolzer Preis ...

... und Vale wäre bereit gewesen, noch mehr zu zahlen. Sie hatten vorgeschlagen, die Beteiligung auf 45 Prozent zu erhöhen und einen Anteil an den Werken in den USA zu kaufen.

Warum kommen die Abschreibungen dann jetzt?

Das liegt an der aktuellen Einschätzung der wirtschaftlichen Lage für die kommenden Jahre. Die hat sich verschlechtert. Heinrich Hiesinger (der aktuelle Vorstandschef, die Red.) blieb dann wohl keine andere Wahl, als die Abschreibungen vorzunehmen. Wenn die Anlagen in Brasilien die Performance unseres Duisburger Werks erreicht haben, kann sich die Situation schon wieder anders darstellen.

In der Öffentlichkeit ist dagegen der Eindruck entstanden, dass Sie dem Aufsichtsrat die wahren Kosten bewusst verschleiert haben.

Ich habe keine Ahnung, woher diese infame Unterstellung kommt. Aber es ist völliger Unsinn. In meinem ganzen Berufsleben habe ich mich bei Investitionen und Projekten stets auf die sichere Seite gestellt und keine „Salamitaktik“ angewandt. Für meine konservativen Prognosen bin ich häufig vom Kapitalmarkt kritisiert worden.

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2016 95,45 Millionen Tonnen her. 2015 waren es noch gut 97 Millionen Tonnen.

Quelle: World Steel Association

Foto: ap

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die China Baowu Group stellte 2016 rund 63,81 Millionen Tonnen Stahl her. Das Unternehmen ist das Ergebnis der Fusion zwischen der Baosteel Group und der Wuhan Group, sowie der HBIS Group (ehemals Hebei). 

Eine Liste der weltgrößten Stahlhersteller (pdf) stellt die World Steel Association unter diesem Link zur Verfügung.

Foto: AFP

Auch der drittgrößte Stahlproduzent kommt aus China: Die HBIS Group stellte 2016 46,18 Millionen Tonnen Stahl her. China dominiert immer noch den Stahlmarkt: 26 von den Top-50-Herstellern im Jahr 2016 sind Chinesen.

Foto: Reuters

Knapp auf Platz vier abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal, mit 46,16 Millionen Tonnen Stahl in 2016. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen.

Foto: Reuters

Mit einer Produktion von 41,56 Millionen Tonnen Stahl in 2016 ist Posco der fünftgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Foto: ap

Auf Platz sechs folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Die Shagang Group. Das Unternehmen produzierte 2016 33,25 Millionen Tonnen Stahl.

Im Jahr 2002 hatte das Unternehmen noch Hochöfen der Westfalenhütte in Dortmund demontiert, um sie 150 km nordwestlich von Shanghai in China wiederaufzubauen. Shagang hatte das komplette Hüttenwerk mit Warmbreitband-Walzwerk und Erzaufbereitungsanlagen gekauft, um seine jährliche Stahlproduktion um 4 Millionen Tonnen zu erhöhen.

Foto: ap

Auf Platz 7, 8 und 9 liegen mit Ansteel, JFE Steel und Shougang Group zwei weitere chinesische und ein japanisches Unternehmen. Erst auf Rang 10 der 2016 Rangliste der World Steel Corporation folgt der indische Tata-Konzern. Stahlproduktion in 2016: 24,49 Millionen Tonnen.

Foto: AFP

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Posco & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2016 kletterte der größte deutsche Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,24 Millionen Tonnen um einen Platz in der Rangliste nach oben, nachdem es 2015 gleich um drei Plätze nach oben ging.

Foto: dpa

808,4 Millionen Tonnen Rohstahl kamem im Jahr 2016 aus chinesischer Produktion, das sind nach Angaben der World Steel Association 4,6 Millionen Tonnen mehr als 2015.

Auf den Plätzen folgen Japan (104,8), Indien (95,6), Vereinigten Staaten (78,5) und Russland (70,8). Deutschland steht mit 42,1 Millionen Tonnen auf Platz 7.

Fast die Hälfte der 1.629,6 Millionen Tonnen Rohstahl, die letztes Jahr von den Top 50 Ländern produziert wurden, stammt aus China.

Foto: dapd

Der österreichische Konzern Voestalpine kam 2016 auf eine Produktion von 7,47 Millionen Tonnen Stahl, das ist im internationalen Vergleich Rang 47, nach Rang 48 im Vorjahr mit 7,76 Mio. Tonnen.

Foto: Reuters

In der 2016er Rangliste der größten Stahlhersteller der Welt findet sich die Salzgitter AG auf Platz 53, was eine Verbesserung um 3 Platze im Vergleich zu 2015 ist. Die Produktion lag bei 6,8 Millionen Tonnen Stahl.

Foto: dpa

Das Leben des Berthold Beitz
Berthold Beitz hat nicht nur den Krupp-Konzern umgewandelt und deutsche Wirtschaftsgeschichte geschrieben, sondern ist vor allem eine der größten Persönlichkeiten unserer Zeit. Der Historiker Joachim Käppner hat eine Biografie über Beitz geschrieben, die dessen Leben umfangreich aufarbeitet. Es folgt eine Zusammenfassung.
Berthold Beitz wird am 26. September 1913 in Zemmin in Pommern geboren. Mutter Erna ist Kindermädchen, Vater Erdmann spielt im Militärorchester Trompete. Als Berthold ein Jahr alt ist, reitet der Vater mit Lanze und Gewehr in den Krieg. Er sieht seinen Sohn nur während der kurzen Fronturlaube. Im September 1916 kommt das zweite Kind der Familie zur Welt, Brunhild.
Nach dem Krieg zieht die Familie nach Demmin. Erdmann findet Arbeit im Finanzamt. Es folgen weitere Umzüge 1920 und 1925, als die Familie im schönen Greifswald landet. Berthold ist ein recht fauler Schüler, der sogar einmal sitzen bleibt. Obwohl der Vater dies nicht gern sieht, haben sie ein gutes Verhältnis.
Der junge Mann würde gern Medizin studieren, doch nach dem Börsencrash 1929 fehlen der Familie die finanziellen Mittel, da im Zuge dessen die Gehälter gesunken sind. Also heißt es Geld verdienen und das tut Berthold Beitz von 1934 an dank der guten Verbindungen des Vaters in der Zentrale der Pommerschen Bank in Stralsund. Für 30 Mark im Monat beginnt er seufzend eine Banklehre.
Der Job ist langweilig, aber das Privatleben spaßig. Berthold Beitz ist ein fröhlicher junger Mann, der das Leben genießt. Am liebsten hört er Jazzplatten. Die Fahrten ins leicht zu erreichende Berlin werden zum Highlight. Hier hat er eine Freundin und hier gibt es richtige Jazzclubs, vor allem das „Delphi“.
1937 beginnt der Ernst des Lebens so richtig: Seine Vorgesetzten sind von dem 25-Jährigen so angetan, dass sie ihn befördern. Dank seiner zupackenden Art wird Beitz stellvertretender Leiter der Filiale in Demmin. Angesichts seiner Herkunft ist allein dies schon ein viel versprechender Aufstieg. Beitz hat große Pläne: Ihn reizt die große Welt, Pommern ist ihm zu klein geworden. Er will nach New York oder Brasilien oder China. Doch seine Mutter stoppt den Drang, schließlich ist er der einzige Sohn und müsse daher in Deutschland bleiben.
Anfang 1938 wird Beitz zum Vorstellungsgespräch bei der Rhenania Ossag Mineralölwerke eingeladen, einer Tochter von Royal Dutch Shell. Im Mai 1938 zieht er schließlich nach Hamburg, seinem „Tor zur Welt“ und wird kaufmännischer Angestellter in der Revisionsabteilung der Deutschen Shell.
Und hier begegnet Beitz seiner großen Liebe. Die blonde Kollegin heißt Else Hochlein und ist damals gerade einmal 18 Jahre alt, also sieben Jahre jünger als Berthold. Kennengelernt haben sich die beiden beim Tennis. Sie werden jahrzehntelang ein Paar bleiben.
In Hamburg wohnt Beitz in der Baracke bei den Schwiegereltern. Im Spätsommer gelingt der schwangeren Else mit Tochter Barbara eine dramatische Flucht in den Westen. Die Familie lebt nun auf engstem Raum in Hamburg. Berthold verdingt sich als Landdarbeiter und in einer Konservenfabrik. Doch dann sorgt eine schicksalhafte Begegnung für die große Wende zum Guten.
Nicht als Zufall: Als Berthold Beitz 1946 durch Hamburg schlendert, erkennt ihn eine alte Freundin seiner Frau wieder: Evelyn Döring arbeitet inzwischen für die Briten und besorgt ihm einen Job im Amt zur Aufsicht der Versicherungen in der britischen Zone. Überlebende aus Boryslaw bescheinigen Beitz, dass er kein Nazi war und so bekommt er den nötigen Ausweis der Entnazifizierungsbehörden und den Job. Hier requiriert er ehemalige Nazis, da ihm ansonsten geeignetes Personal fehlt.
Beitz bringt die Versicherungsbehörde auf Vordermann. Die Familie wohnt längst in einer passenden Wohnung am Rande der Stadt. Die Briten sind mit ihm nach zwei Jahren so zufrieden, dass sie ihm eine Beamtenstelle auf Lebenszeit anbieten. Doch Beitz lehnt ab und wechselt im Juni 1948 in den Vorstand der Iduna-Germania-Versicherung. Der Titel des Generaldirektors und das Gehalt von damals beachtlichen 3500 D-Mark sind allzu verlockend.

Warum haben Sie dann die Verantwortung übernommen?

Sehen Sie, mir ging es immer um das Unternehmen. Es gab nach der Abschreibung eine große öffentliche Diskussion über die Mehrausgaben in Brasilien. Einer musste die Verantwortung übernehmen. Ich hatte schon vor einigen Wochen Herrn Cromme vorgeschlagen, dass ich dazu bereit bin.

Aber warum sind Sie zunächst geblieben?

Der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme sah zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung für diesen Schritt.

Wir dachten, Herr Beitz hätte Sie zu sich bestellt und quasi vor die Tür gesetzt.

Herr Beitz hat mich für den 7. Dezember um ein persönliches Gespräch gebeten. Dort habe ich meinen Rücktritt aus der Stiftung und aus dem Aufsichtsrat angeboten und dies hat er akzeptiert und meine Entscheidung respektiert.

Das Leben des Berthold Beitz: Teil 2
Zur Freude des Vaters absolviert Berthold Beitz von 1937 bis 1939 Wehrübungen. Als die Wehrpflicht 1935 eingeführt wurde, war er schon zu alt. Die Übungen sind für ihn keine große Last, er gehört zu den besten Schützen. Im Frühjahr 1939 wird er Feldwebel der Reserve und Offiziersanwärter. Beitz hat sich um einen Offiziersrang nicht deshalb beworben, weil es sei Ziel war, sondern um nicht in die SA oder SS eintreten zu müssen.
Als Deutschland am 1. September 1939 in Polen einfällt, hat Beitz Glück: Sein Regiment hat keine Offizierstelle frei. Er bekommt das Angebot, als Vertreter von Shell nach Polen zu gehen, um dort die Ölindustrie aufzubauen. Zögernd sagt er zu. Beitz erscheint diese Aufgabe sehr viel attraktiver als die des Soldaten, aber dafür muss er eine Zeit lang von Else getrennt leben.
In den ersten Monaten leidet Berthold Beitz sehr darunter, wohl wissend, dass seine Freundin schwanger ist. So reist er im Dezember 1939 zurück nach Hamburg und macht ihr einen Heiratsantrag. Die beiden werden einen Tag vor Sylvester getraut. Im April bringt Else Zwillinge zur Welt. Die zarte Ingrid verstirbt wenige Wochen später an einer Lungenentzündung, aber Barbara geht es gut. Später wird Berthold leitender Angestellter und es gelingt ihm, die Familie nachzuholen.
Als Hitler im Juni den Pakt der Tyrannen bricht und Russland angreift, soll Beitz wenig später auch den Weg gen Osten antreten und die Ölindustrie vor Ort auf Vordermann bringen. Hier in Boryslaw bekommt er einen Eindruck von der Brutalität, mit der das jüdische Volk behandelt wurde. Es sind Szenen des Grauens, auf die ihn nichts vorbereitet hat.
Beitz ist mit 27 Jahren für 13.000 Arbeiter verantwortlich. Und er versucht vom ersten Tag an, sie möglichst menschlich zu behandeln und sorgt für ausreichend Ernährung. Doch die Maßnahmen der Wehrmacht und SS sind grausam. Allein bis Anfang 1942 sterben in Boryslaw rund 3000 Juden. Die Übrigen vegetieren unter schrecklichen Umständen dahin. Beitz stellt möglichst viele von ihnen bei sich in der Firma ein und versucht so, sie zu retten.
Obwohl Beitz geschickt und vorsichtig vorgeht, gerät er ins Blickfeld der Gestapo. Ende 1942 bekommt er eine Vorladung und muss nach Breslau. Es scheint eine Reise ohne Wiederkehr zu sein. Doch plötzlich steht Karl-Heinz Brecht vor ihm, der Schulfreund aus Kindertagen. Der Gestapo-Mann zerknüllt das belastende Papier und steckt Beitz proforma drei Tage in eine Zelle. Als Beitz nach Boryslaw zurückkommt, hat er aufgrund des „Wunders“ den Nimbus weg, dass er allerbeste Beziehungen nach „ganz oben“ haben muss. Beitz wird sich später bei Bendt umfangreich bedanken und ihn bei Krupp einstellen.
Beitz rettet weiterhin Juden und spielt sein gefährliches Spiel weiter. Ein Mädchen wird nach dem Krieg schreiben „Er war wie Gott persönlich!“. Doch Beitz meinte stets: „Ich habe nie das Gefühl gehabt, Herr über Leben und Tod zu sein. Ich war nicht der liebe Gott.“ Im Laufe des Jahres 1943 werden seine Spielräume immer enger, er wird isoliert.
Doch die Gefahr lauerte in Boryslaw auch von anderer Seite. Bei einem Waldspaziergang mit seiner Frau schossen Unbekannte auf ihn. Beitz hatte eine Pistole bei sich und feuerte zurück. Im Nachhinein stellte es sich als Missverständnis heraus. Denn die Täter waren polnische Untergrundkämpfer. Zu denen hatte Beitz gute Beziehungen und konnte so fortan unbeschwert Waldspaziergänge machen.
Bei seiner Rettungsaktion bekam Beitz Hilfe von einem SS-Mann namens Friedrich Hildebrand, bei dem sich das schlechte Gewissen wecken ließ. Mit dessen Autorität ließen sich wieder Dinge bewegen und Menschenleben retten. Er brachte mehr als 1200 Juden als echte oder angebliche Rüstungsarbeiter durch das fürchterliche Jahr 1943. Wie viele Menschenleben Beitz tatsächlich retten konnte, bleibt aber ungewiss. Vor allem, weil er 1944 an die Fronst muss.
Im März 1944 ist der Mangel an kampffähigen Männern an der Ostfront so groß, dass auch Industrielle wie Beitz an die Front müssen. „Heldenklau“ nannte des der Volksmund damals. Als der Feldwebel der Reserve die Nachricht bekommt, rät er den Juden nur: „Haut ab in die Wälder!“ Dort waren Höhlen und geheime Bunker bereits angelegt.
Berthold Beitz muss im Januar 1945 an die Ostfront und wird gefangen genommen. Gemeinsam mit einem Kameraden kann er fliehen und sich Richtung Westen bis zur Oder durchschlagen. Deren Westufer wird zu dem Zeitpunkt noch von der Wehrmacht gehalten. Die beiden rutschen über den gefrorenen Fluss und retten ihr Leben.
Der verwundete Beitz wird nach Berlin gebracht, muss kaum genesen aber wieder Abschied von Frau und Kind nehmen und wieder an die Front. Doch er hat Glück und „darf“ in den Süden verlegt werden. Sein Kommandant zeigt zudem einen Rest von Menschlichkeit, als er Beitz nicht bestraft, als dieser sich weigert, einen Fahnenflüchtling zu erschießen. Am 15. April 1945 darf er heimgehen und strandet auf dem Weg bei Verwandten in Weimar. Von dort aus schlägt sich Beitz ins zerstörte Hamburg durch.

Ist Ihnen das schwergefallen?

Natürlich. Sehen Sie, der Konzern war fast 40 Jahre mein Leben. Der bessere Zeitpunkt für den Rücktritt aus dem Aufsichtsrat wäre in der Sitzung am 2.12.2011 und vor der Pressekonferenz am gleichen Tage gewesen. Wir mussten die öffentliche Diskussion beenden, um damit Schaden vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern abzuwenden.

Die Folge Ihres Rücktritts ist doch, dass Sie als der Sündenbock dastehen. Nehmen Sie das den Herren Cromme und Beitz nicht übel?

Mein Verhältnis zu Cromme ist wie schon in früheren Jahren unverändert professionell. Und Berthold Beitz ist für mich ein väterlicher Freund, daran hat sich nichts verändert. Wir haben uns seit meinem Rückzug mehrfach getroffen – und oft telefoniert.

Wie tief sind Ihre Wunden? Werden Sie denn zur Hauptversammlung am Freitag kommen?

Selbstverständlich werde ich dabei sein. Ich bin Thyssen-Krupp auch weiterhin tief verbunden.

Fürchten Sie nicht die Kritik einiger Aktionäre?

Der muss man sich stellen. Aber glauben Sie mir, in den vergangenen Wochen habe ich auch viel Zuspruch von interner und externer Seite erhalten.

Teil 3: Die Zeit nach dem Krieg
In Hamburg wohnt Beitz in der Baracke bei den Schwiegereltern. Im Spätsommer gelingt der schwangeren Else mit Tochter Barbara eine dramatische Flucht in den Westen. Die Familie lebt nun auf engstem Raum in Hamburg. Berthold verdingt sich als Landdarbeiter und in einer Konservenfabrik. Doch dann sorgt eine schicksalhafte Begegnung für die große Wende zum Guten.
Nicht als Zufall: Als Berthold Beitz 1946 durch Hamburg schlendert, erkennt ihn eine alte Freundin seiner Frau wieder: Evelyn Döring arbeitet inzwischen für die Briten und besorgt ihm einen Job im Amt zur Aufsicht der Versicherungen in der britischen Zone. Überlebende aus Boryslaw bescheinigen Beitz, dass er kein Nazi war und so bekommt er den nötigen Ausweis der Entnazifizierungsbehörden und den Job. Hier requiriert er ehemalige Nazis, da ihm ansonsten geeignetes Personal fehlt.
Beitz bringt die Versicherungsbehörde auf Vordermann. Die Familie wohnt längst in einer passenden Wohnung am Rande der Stadt. Die Briten sind mit ihm nach zwei Jahren so zufrieden, dass sie ihm eine Beamtenstelle auf Lebenszeit anbieten. Doch Beitz lehnt ab und wechselt im Juni 1948 in den Vorstand der Iduna-Germania-Versicherung. Der Titel des Generaldirektors und das Gehalt von damals beachtlichen 3500 D-Mark sind allzu verlockend.
In seiner Amtszeit bis 1953 nimmt die Gesellschaft einen raschen Aufschwung. Ohne die Absicherung von Risiken kann es keinen Aufschwung geben. Oft vergeben sie Darlehen günstiger als die Banken. Beitz gilt als unbekümmert und unkonventionell, was manchen Altgedienten vor den Kopf stößt. Zudem mag er Manchen zum Schluss zu mächtig geworden sein. Aber er hat großen Erfolg. Einzig die Familie sieht ihn immer seltener und leidet unter der „ewigen Arbeit“.
Beitz nennt die Begegnung mit Alfried Krupp „reinen Zufall“. Auf Sylt kommt Beitz die Idee, für den Versicherer eine Skulptur anfertigen zu lassen. Jean Sprenger übernimmt die Aufgabe. Und Sprenger ist wiederum ein guter Freund von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach. So lernt Beitz diesen mächtigen Industriellen kennen und sie sich gegenseitig schätzen.
Der Spaziergang am 25. September 1952 dauert nur rund eine Viertelstunde. Beitz und Krupp verlassen eine größere Runde im Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten“ und schlendern die Binnenalster entlang. Krupp macht Beitz einen Vorschlag. Er soll ihm dabei helfen, den Konzern wieder aufzubauen. „Sie bekommen eine Generalvollmach, Sie können handeln wie ein Eigentümer und machen, was Sie wollen“, sagt Krupp. Beitz besiegelt seine Zusage mit einem Handschlag.
Beitz lockt weder das Geld noch der Ruhm. Und es tut ihm weg genug, Hamburg zu verlassen, um ins graue Ruhrgebiet zu gehen. Vermutlich spielt der Mythos Krupp eine Rolle, aber am Ende ist es nicht mehr und nicht weniger als eine Bauchentscheidung. Beitz sah kein Problem darin, vom Stahlgeschäft nicht viel zu wissen. Er war schon häufig als Fremder in einer Branche hineingekommen und konnte überzeugen.

Ihre Zeit bei Thyssen-Krupp ist aber nach fast 40 Jahren zu Ende. Gibt es für Sie ein Leben danach?

Ich bin unverändert in vier Aufsichtsräten, bei Axa, Bayer, MAN und RWE. Und dann gibt es da noch meine Ämter bei der Fraunhofer-Gesellschaft und Acatech. Als Ingenieur bin ich diesen Gesellschaften sehr eng verbunden, und ich freue mich, dass ich da meine Erfahrungen weiter einbringen kann. Darüber hinaus werde ich mich im Auftrag des BDI und der Bundesregierung um das Thema Rohstoffe kümmern.

Herr Schulz, wir danken Ihnen für das Interview.

Ekkehard Schulz

Der im westpreußischen Bromberg geborene Ekkehard Schulz promovierte im Jahr 1971 an der TU Clausthal in Eisenhüttenwesen. Ein Jahr später startete er seine berufliche Karriere beim Thyssen-Konzern und arbeitete sich zum Vorstandsvorsitzenden des später fusionierten Thyssen-Krupp-Konzerns hoch. Im Januar 2011 wechselte der heute 70-Jährige in den Aufsichtsrat, legte den Posten im Dezember wegen der zunehmenden Kritik am Brasilienengagement aber nieder.

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Teil 2: Das Leben bei Krupp
Beitz nennt die Begegnung mit Alfried Krupp „reinen Zufall“. Auf Sylt kommt Beitz die Idee, für den Versicherer eine Skulptur anfertigen zu lassen. Jean Sprenger übernimmt die Aufgabe. Und Sprenger ist wiederum ein guter Freund von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach. So lernt Beitz diesen mächtigen Industriellen kennen und sie sich gegenseitig schätzen.
Der Spaziergang am 25. September 1952 dauert nur rund eine Viertelstunde. Beitz und Krupp verlassen eine größere Runde im Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten“ und schlendern die Binnenalster entlang. Krupp macht Beitz einen Vorschlag. Er soll ihm dabei helfen, den Konzern wieder aufzubauen. „Sie bekommen eine Generalvollmach, Sie können handeln wie ein Eigentümer und machen, was Sie wollen“, sagt Krupp. Beitz besiegelt seine Zusage mit einem Handschlag.
Beitz lockt weder das Geld noch der Ruhm. Und es tut ihm weg genug, Hamburg zu verlassen, um ins graue Ruhrgebiet zu gehen. Vermutlich spielt der Mythos Krupp eine Rolle, aber am Ende ist es nicht mehr und nicht weniger als eine Bauchentscheidung. Beitz sah kein Problem darin, vom Stahlgeschäft nicht viel zu wissen. Er war schon häufig als Fremder in einer Branche hineingekommen und konnte überzeugen.
Nicht nur Else Beitz ist skeptisch ob des Wechsels ihres Mannes nach Essen. Auch die mächtigen Männer bei Krupp empfangen den neuen Generalbevollmächtigten am 31. Oktober 1953 mit größter Kälte, als Alfried Krupp ihn vorstellt. Sie wagen zwar keinen offenen Widerspruch, aber ihre Blicke sind eindeutig. Beitz Herkunft gilt als zu einfach. Beitz wirft ihnen entgegen, dass sie „auch nur mit Wasser kochen“. Doch seine maßgeschneiderten Anzüge, sein Filmstar-Auftreten und vor allem die Tatsache, dass Beitz nicht aus der Stahlbranche kommt, machen ihm den Einstieg sehr schwer.
Krupp war zu diesem Zeitpunkt eine Welt mit ihren eigenen, schwerfälligen Abläufen. Die Angestellten wurden nach alter Sitte „Krupp-Beamte“ genannt. Beitz brachte diese Welt mächtig durcheinander, im positiven Sinne im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Er stellte fähige Köpfe ein wie Günter Vogelsang, einen 34-jährigen Wirtschaftsprüfer, der so manche Finanzleiche im Keller des Konzerns fand. Später wurde er Krupps Vorstand und am Ende sogar erbitterter Feind von Beitz.
Spätestens nach der Scheidung von Vera 1956 war Alfried Krupp ein einsamer Mensch, dem kein Mensch so nahe stand wie Berthold Beitz. Die beiden als Freunde zu bezeichnen, würde es nicht treffen. Sie verbindet die absolute Loyalität. Beitz selbst vergleicht das Verhältnis mit dem eines mittelalterlichen Königs zu seinem ersten Mann am Hofe. Krupp braucht Beitz, weil er sich in größeren Gruppen unwohl fühlt. Das Reden, Austragen von Konflikten und Führen von vielen Menschen liegt ihm nicht. Beitz übernimmt diese Aufgaben dagegen bravourös.
Gemeinsam mit Alfried Krupp, der sich beharrlich weigerte, Kriegsgüter für die Nato zu produzieren, verwandelte das Image des Konzerns um 180 Grad. Krupp wurde zu einem positiven Namen in der Welt. Das Unternehmen ist wieder salonfähig, die Geschäfte laufen in den 50er-Jahren gut. Allerdings ist es nun mal nicht so einfach, aus dem Waffengeschäft auszusteigen. Krupp verzichtet auf lukrative Märkte. Zudem sind die Investitionskosten enorm und belasten den Konzern über Jahre hinweg.
Beitz ist an der Annäherung an Osteuropa sehr interessiert. Vor allem Polen liegt ihm am Herzen. Schon Ende der 50er-Jahre unternimmt er erste Reisen – auch nach Moskau. Es geht um vordergründig um wirtschaftliche Interessen, aber Beitz hat auch politische Motive. Der Bau der Mauer 1961 erschwert sein Vorhaben. Bei seinem zweiten Moskau-Besuch 1963 gerät er mit Kreml-Chef Chruschtschow aneinander und fokussiert sich seitdem auf die Satellitenstaaten.
Beitz bleibt ein Freund der schönen Dinge: Schöne Autos, Urlaube auf Sylt und vor allem höchste ästhetische Ansprüche an seine Kleidung. Doch dahinter steckt keine Eitelkeit: Für Beitz ist ein gepflegtes Erscheinungsbild eine Frage des Respekts vor dem Gegenüber. Der leidenschaftliche Jäger setzt zudem auf Pünktlichkeit, ist aber beseelt von einer relativen Unbeschwertheit. Leider ist es einsam an der Spitze und er vermisst die Party mit Freunden, wie es sie in Hamburg noch gab. Sein Privatleben ist Beitz stets viel zu wichtig, um ihn als Workaholic zu bezeichnen, aber viel Arbeit gibt es dennoch.
In diesen Jahren hat Beitz nur wenig Zeit für seine Kinder. Zur Erziehung der Töchter gehört ein erhebliches Maß an Strenge. Die Tanzfeste, auf die sie gehen, werden kontrolliert. Sie müssen zeitig daheim sein, Verstöße werden streng gerügt. Lediglich sie spätgeborene Bettina genießt etwas mehr Freiheiten. Allerdings lässt er den Töchtern absolut frei Hand bei der Wahl ihrer Ehemänner. Und diese Wahl findet bei weitem nicht immer seine Zustimmung.
Else Beitz führt seit dem Umzug nach ein Leben mit vielen Aufgaben, die sie sogar dazu zu zwingen, die jüngste Tochter Bettina immer wieder dem Personal anzuvertrauen. Sie muss sich um die verwitwete Schwiegermutter und bald um den verwitweten Vater kümmern. Zudem nimmt sie intensiv an Bertholds Leben teil: Else ist auch mit makellosem Auftreten bei Empfängen dabei. Sie holt ihr Abitur nach, studiert und promoviert mit 73 Jahren mit magna cum laude.
Beitz liebt Kampen auf Sylt lange bevor es dem breiten Publikum bekannt wird und ein versnobtes Image bekommt. Zunächst hat er das Reetdachhaus gemietet, 1972 auch gekauft. Gern lädt er Freunde und Bekannte ein. Die hausgemachte Erbsensuppe und seine gegrilltes Steaks sind legendär. Zu seinen Gästen gehört auch Gerhard Schröder. Alfried Krupps Haus ist nicht weit entfernt. So machen langen Abend trinken sie hier gemeinsam Whisky und kommen sich näher als jemals in Essen.

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