Siemens-CFO Joe Kaeser
„Wir wollten sehr schnell sehr viel“

Der Finanzvorstand von Siemens zieht eine Bilanz der grundlegenden Neuausrichtung des Technologiekonzerns. Zuletzt gab es dabei auch einige teure Pannen. Grundsätzlich sei der Kurs aber richtig.
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Handelsblatt: Herr Kaeser, früher gab es den spöttischen Spruch: Siemens ist eine Bank mit angeschlossener Elektroabteilung. Jetzt haben Sie wirklich eine Banklizenz beantragt – und erhalten. Wollen Sie die Branche wechseln?

Joe Kaeser: Aber nein. Es geht uns darum, mit der Bank das operative Geschäft zu begleiten. Wir haben eine Banklizenz beantragt, weil absehbar war, dass die Banken als Folge der Finanzkrise mehr Eigenkapital vorhalten müssen. Daher reduzieren sie die Bilanzsummen...

…das heißt, sie stellen beispielsweise Verbindlichkeiten fällig. Das nennt man landläufig Kreditklemme.

Das ist mir zu pauschal. Aber Kredite werden ein knapperes Gut werden und mittelfristig werden die Finanzierungskosten für alle Unternehmen steigen.

Und da hilft dann, bei Siemens-Kunden, die Siemens-Bank. Warum aber nicht gleich ganz groß ins Bankgeschäft einsteigen?

Wir werden und wollen hier immer ein kleines und feines Licht bleiben. So wird Siemens nicht ins Privatkundengeschäft gehen, sondern hauptsächlich unser industrielles Geschäft begleiten.

Bereiten Sie sich denn im Vorstand auf eine schlimmere Krise vor? Etwa darauf, dass die D-Mark wiederkommt?

Das halte ich für blanken Unsinn. Damit muss man sich nun wirklich nicht auch noch beschäftigen. Interessanter ist, welche Auswirkungen die Schuldenkrise auf die europäische Wirtschaft hat. Die private Wirtschaft könnte langsamer wachsen und bei den öffentlichen Investitionen werden wir einen Rückgang sehen.

Als Infrastrukturkonzern trifft Sie das besonders.

Das mag auf den ersten Blick so erscheinen. Aber in den sogenannten PIIGS-Staaten, also in Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien, machen wir nur etwa sechs Prozent unseres Umsatzes.

Kommentare zu " Siemens-CFO Joe Kaeser: „Wir wollten sehr schnell sehr viel“"

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  • Dade Bering war ureigenster Beitrag von Löscher. Er kannte das Unternehmen und hat es für einen Mondpreis (mehr als das 100-fache des Gewinns!!!) gekauft. Allein dieser Kauf zeigt, daß Löscher ein Scharlatan ist. Viele haben es von Anfang an gewußt. Dann dieser ganze Quatsch um die Korruptionsvorwürfe. Das Schauspiel "Siemens spielt Kripo in eigener Sache mit den Hauptdarstellern Cromme und Löscher" hat Milliarden gekostet und dem Ruf der Firma geschadet. Die Praxis: In Nigeria, in Kenia, in Rußland, in Chin und sonstwo wird geschmiert. Punkt, aus! Jetzt machen es halt keine Siemens-Leute mehr direkt, sondern spezielle Agenturen. So what?! Das Schauspiel um von Pierer war schlicht unwürdig. Dann die Umorganisation, die kein Mensch versteht. Die operativen Fehler im Zusammenhang mit den Joint Ventures. Nichts, aber auch rein gar nichts hat Löscher geleistet. Er versteht von Technik nichts, er kennt die Märkte nicht, er kennt das Anlagengeschäft nicht, weder von der technischen, noch von der kaufmännischen Seite. Da ist Käser ja noch der bessere Mann; er hat wenigstens "Stallgeruch" und hat Erfahrung mit Siemens. Als Aktionär ist man stinksauer auf das Management. Die Entlassung von Löscher ist die einzig mögliche Konsequenz. Und Cromme soll gleich mit verschwinden (vgl. Thyssen-Krupp)!

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