Sony-Zahlen
Happy End trotz Hackerangriff aus Nordkorea

War da was? Die Cyberattacke auf die Filmsparte von Sony schadet dem Elektronikkonzern nicht so sehr wie befürchtet. Er steigert sogar den Betriebsgewinn, weil Spielkonsolen und Bildsensoren gefragt sind.
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DüsseldorfEs war eine Attacke ungekannten Ausmaßes: Eine Hackergruppe, die sich selbst „Guardians of Peace“ nennt, drang im vergangenen Jahr in die Netzwerke des Filmstudios Sony Pictures ein und stahl große Mengen geheimer Daten. Diese tauchten bald darauf im Internet auf, darunter Kosten und Erlöse von Filmen und Serien, der bis dahin unveröffentlichte Film „The Interview“ und das Skript des neuen 007-Teils „Spectre“. Für ein Medienunternehmen kann es kaum schlimmer kommen.

Doch die aktuelle Zwischenbilanz zeigt, dass die Folgen der Cyberattacke nicht so schwer ins Gewicht fallen wie befürchtet. Das Geschäft der Filmsparte lief zwar im Quartal von Oktober bis Dezember deutlich schwächer als sonst, künftig rechnet der Konzern aber nicht mehr mit „erheblichen Belastungen“. Was Anleger noch mehr freuen dürfte: Weil die Playstation und Bildsensoren gefragt sind und die Einsparungen Wirkung zeigen, fällt der Quartalsgewinn deutlich höher aus als erwartet. Gelingt Sony doch ein Happy End?

Nach vorläufigen Zahlen verdoppelte sich der operative Gewinn auf 178 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro), wie der japanische Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 2,55 Billionen Yen (19 Milliarden Euro). Auch die Prognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr fällt besser aus, der Verlust soll nur noch 70 Milliarden Yen (1,23 Milliarden Euro) betragen. Aufgrund des Cyberangriffs legt Sony erst später endgültige Zahlen vor.

Sony ist ein Mischkonzern, der neben Fernsehern, Smartphones und Spielkonsolen auch Komponenten und Finanzprodukte anbietet. Nach schwierigen Jahren zeichnen sich in vielen Bereichen Verbesserungen ab. So lief im abgelaufenen Quartal das Geschäft mit der Playstation 4 hervorragend, auch die Bildsensoren des japanischen Herstellers waren gefragt. Immerhin Zeichen der Besserung zeigen sich bei der Fernsehproduktion. Aus dem hart umkämpften PC-Markt hat sich Sony bereits zurückgezogen. Einigen Sparten profitierten auch vom Wechselkurs des Yen. Dagegen dauern die großen Probleme der Filmsparte nach dem Cyberangriff an, die Buchhaltung liegt beispielsweise immer noch brach.

Die Entwicklungen auf dem Smartphone-Markt sind für Sony Fluch und Segen zugleich. Die eigenen Modelle verkaufen sich angesichts des harten Wettbewerbs mehr schlecht als recht. 11,9 Millionen Geräte setzte der Konzern im Weihnachtsquartal ab – 1,2 Millionen mehr als im Vorjahr, allerdings deutlich weniger als etliche Rivalen. In diesem Geschäftsjahr werde die Sparte rote Zahlen schreiben, kündigte das Unternehmen an.

Sony will sich nun auf Industrieländer konzentrieren, wo die Nutzer mehr Geld ausgeben. Gesundschrumpfen lautet die Devise: weniger Umsatz, aber dafür Gewinn. Um die Kosten zu senken, streicht Sony weitere 1100 Stellen, insgesamt also 2100.

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„The Interview“ trotzt dem Hack

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