Kley-Nachfolger Stefan Oschmann wird neuer Merck-Chef

Merck bekommt eine neue Spitze: Mit Stefan Oschmann löst der jetzige Vize des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Vorstandschef Karl-Ludwig Kley ab – allerdings erst im kommenden Jahr.
Der Manager wird im kommenden Jahr Vorstandschef von Merck. Quelle: PR
Stefan Oschmann

Der Manager wird im kommenden Jahr Vorstandschef von Merck.

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FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Merck bekommt einen neuen Chef. Nachfolger des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Karl-Ludwig Kley wird im kommenden Jahr sein Vize Stefan Oschmann. Der 58-Jährige werde mit dem Ende der Hauptversammlung am 29. April 2016 neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO der Merck KGaA, teilte das Unternehmen am Dienstag in Darmstadt mit. Kley (64) gehe in den Ruhestand. Er war 2007 Merck-Chef geworden.

Oschmann war 2011 nach Darmstadt gekommen - vom US-Namensvetter und Konkurrenten Merck & Co. Außer in den USA und Kanada firmiert das Unternehmen weltweit als MSD Merck Sharp & Dohme. Bei Merck in Darmstadt war Oschmann bis 2014 für das Pharmageschäft verantwortlich.

Unter Kley habe Merck „den größten Wandel in seiner fast 350-jährigen Geschichte vollzogen“, sagte Johannes Baillou, Vorsitzender des Gesellschafterrats der E. Merck KG. Mit Oschmann sei ein Nachfolger gefunden, „der mit seiner strategischen Weitsicht und Entschlossenheit Merck wieder zu einem respektierten Spieler in der Pharmabranche gemacht hat.“

Die E. Merck KG bündelt die wirtschaftlichen Interessen der Familie Merck und ist mit einer Beteiligung von 70 Prozent Komplementär der Merck KGaA. Der Gesellschafterrat der E. Merck ist mit dem Aufsichtsrat einer AG vergleichbar.

Merck steht vor dem größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte. Die Darmstädter wollen für rund 17 Milliarden US-Dollar den Laborzulieferer Sigma-Aldrich übernehmen und warten noch auf die letzten Zustimmungen von Behörden. Mit einem Abschluss der Übernahme wird bis spätestens Ende November 2015 gerechnet. Mit Sigma-Aldrich wird Merck nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter in der weltweit 130 Milliarden Dollar schweren Life-Science-Industrie.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Merck rechnet für das Gesamtjahr 2015 unverändert mit einem um rund 10 Prozent gestiegenen Umsatz zwischen 12,3 bis 12,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll um maximal fünf Prozent auf bis zu 3,55 Milliarden Euro steigen.

Bevor Kley im April 2007 Merck-Chef wurde, war er ab September 2006 deren stellvertretender Vorsitzender gewesen. Vor Merck war Kley von 1998 bis 2006 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Lufthansa AG gewesen und war dort für das Ressort Finanzen zuständig.

  • dpa
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