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Fleischmann verlässt InsolvenzDer Kessel bleibt heiß

Der Modellbahnhersteller Fleischmann hat sich mit den Gläubigern geeinigt und die Pleite abgewendet. Doch noch ist keineswegs sicher, dass die Eisenbahnen aus Franken nicht doch eines Tages auf dem Abstellgleis landen.Joachim Hofer 16.12.2015 - 17:13 Uhr Artikel anhören

Der Hersteller von Modellbahnen findet den Weg aus der Insolvenz.

Foto: Handelsblatt

München. Die meisten Modellbahnfreunde erinnern sich gerne an die unbeschwerten Tage der Jugend. Da gab es Märklin und LGB, Trix und Roco – und Fleischmann. Jede Firma hatte ihre Fans, und die einzige Überraschung im Jahr war der Katalog mit den Neuheiten. Diese sorglosen Zeiten sind längst vorbei. In den vergangenen zehn Jahren mussten Hobbyeisenbahner zittern, ob es im Herbst überhaupt noch einen Katalog mit all den schönen Lokomotiven geben würde.

Eine Woche vor Weihnachten können die Modellbahnfans zumindest wieder etwas entspannen: Fleischmann ist gerettet. Die traditionsreiche fränkische Marke werde das Insolvenzverfahren im Januar abschließen, teilten die österreichischen Eigentümer an diesem Mittwoch mit. Die Weichen für die Zukunft seien damit gestellt.

Wenn Hacker die Barbie kapern

Agentin im Kinderzimmer

Im Sommer hatte die Modelleisenbahn Holding als Besitzer von Fleischmann für ein Erdbeben in der Welt der Hobbyeisenbahner gesorgt. Die Firma aus Salzburg beantragte für ihre deutsche Tochter Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Ansbach. Fleischmann könne seine hohen Pensionsverpflichtungen nicht mehr erfüllen und sei überschuldet, hieß es

Die 33 Mitarbeiter von Fleischmann im fränkischen Heilsbronn müssten für die Betriebsrenten von mehr als 600 ehemaligen Beschäftigten aufkommen, erklärte die Holding, zu der die Firma seit sieben Jahren gehört. Verhandlungen mit dem zuständigen Pensions-Sicherungs-Verein hätten zu keinem Ergebnis geführt. Um weitermachen zu können, bleibe nur mehr die Insolvenz. Jetzt haben sich alle Beteiligten geeinigt: Fleischmann zahle seinen Gläubigern eine Quote von elf Prozent, so die Modelleisenbahn Holding. Das ist mehr, als üblicherweise bei Insolvenzen übrig bleibt.

Die deutsche Zapf Creation AG aus dem oberfränkischen Rödental ist nach eigenen Angaben Europas größter Puppenhersteller und vertreibt Marken wie die „Baby Born“. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 58,9 Millionen Euro.

Quelle: Unternehmensangaben

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Auch Bruder hat sich spezialisiert: Das Fürther Familienunternehmen bietet Spielfahrzeuge im einzigartigen Maßstab 1:16 an. Das Unternehmen ist auch international tätig und unterhält für den nordamerikanischen Markt ein Lager in den USA. 2014 wurde ein Umsatz von 75 Millionen Euro erwirtschaftet.

Foto: dpa/picture-alliance

Der 1877 von Margarete Steiff gegründete Plüschtierhersteller erlebte 2014 eine herbe Niederlage: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass der Hersteller keinen Schutz des europaweit bekannten Markenzeichens „Knopf im Ohr“ mehr beanspruchen kann. Einem Knopf im Ohr fehle es schlicht an Unterscheidungskraft. Umsatzwerte von Steiff liegen nur für 2013 vor, in diesem Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 93,27 Millionen Euro.

Foto: dpa

Das international tätige Unternehmen Schleich aus Schwäbisch Gmünd produziert handbemalte, möglichst originaltreue Hartgummifiguren. 2014 wurde Schleich, das 1986 in Konkurs gegangen war, durch den französischen Investor Ardian für 220 Millionen Euro gekauft. 2013 betrug der Umsatz 106 Millionen Euro.

Foto: dpa

Die international tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in, nun ja, Ravensburg, ist auch heute noch weltweit vor allem durch die Herstellung von Gesellschaftsspielen und Puzzles bekannt. Der Umsatz 2014 betrug 373,2 Millionen Euro.

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Der Systemspielzeughersteller der zur Geobra Brandstätter Stiftung mit Sitz im fränkischen Zirndorf gehört, produziert seit 1974 seine nach dem Kindchen-Schema konstruierten Figuren. Mit seinen ursprünglich „Klickies“ genannten Figuren erwirtschaftete Playmobil 2014 einen Umsatz von 535 Millionen Euro.

Foto: dpa

Die Simba-Dickie-Group tätigte 2013 einen prominenten Zukauf: Der Spielwarenhersteller, der sich einst durch einen Zusammenschluss der Unternehmen Simba Toys und Dickie Toys gegründet hatte, kaufte den insolventen Modelleisenbahnhersteller Märklin. 2014 betrug der Umsatz der Unternehmensgruppe 602 Millionen Euro.

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Der Name des Unternehmens leitet sich vom dänischen „leg godt“, zu deutsch: „spiel gut“ ab. Der Kult um Legosteine lässt das Unternehmen weltweit Milliarden verdienen – trotzdem ist der Konzern, 2014 nach eigenen Angaben noch Nummer Eins der Branche, mit einem Umsatz von umgerechnet 3,8 Milliarden Euro nur noch die Nummer drei der Spielzeughersteller.

Foto: ap

Zu dem US-Konzern Hasbro – zusammengesetzt aus den Worten Hassenfeld Brothers – gehören Marken wie die mittlerweile auch auf der Kinoleinwand vertretenen „Transformers“-Spielzeugfiguren, das Rollenspiel Dungeons & Dragons und das Brettspiel Monopoly. Mit diesem breiten Angebot erwirtschaftete der Konzern 2014 einen Umsatz von rund vier Milliarden Dollar.

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Der Branchenprimus Mattel steht immer wieder in der Kritik – mal wegen den Bedingungen in Fertigungsstätten in China, mal wegen einer Multimedia-Barbie, die Eltern hilft, ihre Kinder zu belauschen. Dennoch machte der Konzern, der auch die Hauptlizenzen für Batman- und Harry-Potter-Spielzeuge besitzt, 2014 einen Umsatz von rund 6,2 Milliarden Euro. Das ist der Spitzenwert im Spielzeuggeschäft.

Foto: ap

Fleischmann ist kein Einzelfall: Das gesamte Modellbahnuniversum darbt. Der schwäbische Branchenführer Märklin war bereits 2009 pleite, die Wettbewerber LGB und Roco erwischte es schon ein paar Jahre davor. Roco ist heute ebenfalls Teil der Modelleisenbahn-Gruppe. Diese versicherte schon im Sommer, dass bei Fleischmann „der Betrieb im bisherigen Ausmaß ohne Unterbrechung fortgeführt“ werde.

Die 128 Jahre alte Firma ist in den vergangenen Jahren kräftig geschrumpft, mehr als 350 Stellen haben die neuen Besitzer gestrichen und dafür eigenen Angaben zufolge mit drei Sozialplänen elf Millionen Euro ausgegeben. Zum Vergleich: Der Umsatz lag zuletzt bei 15 Millionen Euro.

Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

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Die Lübecker blicken auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. In ihren drei Geschäftsbereichen Medizin-, Sicherheits- und Tauchtechnik sind die Drägerwerke führend. Insbesondere in der Medizintechnik ist das Unternehmen ausgezeichnet für die Zukunft gerüstet.

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Der Heiztechnikhersteller liefert geschlossene Systeme statt einzelne Produkte - und ist darum für die Kunden als Komplettanbieter interessant. Damit lassen sich höhere Preise erzielen. Der Mittelständler verweist so etliche größere Unternehmen auf die Plätze.

Foto: picture-alliance/ dpa

Gerade einmal 1000 Mitarbeiter hat der Mittelständler aus Lüdenscheid. Doch eine intelligente Steuerung von Gebäudeelektronik ist in Zeiten der Vernetzung gefragt wie nie. "Für den Menschen auf der Straße ist Busch-Jäger zunächst gar nicht relevant", erklärt Studienautor Gietl. Doch wer ein Haus baue, lande schnell bei Busch-Jäger, weil das Unternehmen nicht einfach nur Steckdosen anbiete, sondern Ökosysteme rund um die innovative Steuerung der Haustechnik.

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Obwohl die Coburger bei der Bekanntheit in der Studie nur unterdurchschnittlich abschneiden, sichern sie sich einen Spitzenplatz im Ranking. Der Zulieferer gilt als besonders agil und flexibel - das bringt eine hohe Wertschätzung der Kunden und damit auch höhere Preise ein.

Foto: Handelsblatt

Anders als viele andere deutsche Traditionsmarken hat Miele es geschafft, sich nicht auf der erfolgreichen Vergangenheit auszuruhen. Selbst die Waschmaschinen haben die Sprung in die Digitalisierung geschafft. Das Kundenvertrauen ist hoch, die Preise, die das Unternehmen aus Güterloh am Markt durchsetzen kann, ebenfalls. Das sichert Miele den Spitzenplatz.

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Das ist der deutsche Spielzeugmarkt
Die deutschen Spielwarenhändler erzielten im Jahr 2015 einen Rekordumsatz von knapp drei Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund sechs Prozent gegenüber 2014 und ist etwa ein Fünftel mehr als Anfang des Jahrzehnts. Klassisches Spielzeug kommt bei den Kindern gut an, aber auch Elektronik wie Drohnen oder Roboter sind bei den Kids begehrt.
Die Branche leidet unter der starken Fokussierung der Kunden auf die Zeit kurz vor Heiligabend. Fast jeden dritten Euro erwirtschaftet die Industrie in den beiden Wochen vor dem 24. Dezember. Noch vor einigen Jahren hat das für die Anbieter überlebenswichtige Weihnachtsgeschäft bereits im November begonnen. Doch mittlerweile shoppen die Menschen in der Hoffnung, Schnäppchen zu ergattern, erst kurz vor dem Fest.
Marken und Händler tun sich schwer, die Nachfrage vorherzusagen. Wenn Ware in einzelnen Läden ausgeht, ist es kurz vor Weihnachten meistens zu spät, um nachzuordern. Ein großer Teil der Spielsachen kommt aus Fernost, der Transport dauert Wochen. So gehen wichtige Umsätze verloren. Händler müssen in Kauf nehmen, auf einem Berg von Teddys, Bauklötzchen oder Modellautos sitzen zu bleiben, falls sie nicht dem Geschmack der Kunden entsprechen. Das ist bitter, denn im Januar lässt sich die Ware erfahrungsgemäß nur mit erheblichen Abschlägen absetzen.
Die Dänen treffen wie kein anderer Anbieter den Geschmack der Kinder. Fast jeden fünften Euro erwirtschaften die Fachhändler hierzulande mit den bunten Klötzchen aus Dänemark. Das liegt unter anderem daran, dass die Lego-Sets vergleichsweise teuer sind. Aufwendige Bausätze kosten schon einmal 100 Euro und mehr.
Das fränkische Familienunternehmen produziert seine Spielewelten aus Plastik ausschließlich in Europa. Mittlerweile gibt es dem Hersteller aus Zirndorf zufolge mehr als 4600 Varianten der bunten Männchen. Weltweit wohnen etwa 2,8 Milliarden Playmobil-Figuren in Kinderzimmern. 2016 setzt Playmobil anlässlich der Europameisterschaft auf ein neues Fußball-Spiel. Erstmals kommt auch ein Kreuzfahrtschiff der Marke in die Läden.
In Deutschland gilt die Simba-Dickie-Gruppe des Unternehmers Michael Sieber als größter Spielwarenanbieter. Der Franke unterhält einen ganzen Markenzoo, vom Bobby-Car-Produzenten Big über die Noris-Spiele bis hin zum Modellbahnhersteller Märklin. An den Schwaben hat Sieber bis jetzt allerdings keine so rechte Freude, 2015 ist der Umsatz mit den Lokomotiven und Waggons aus Göppingen leicht geschrumpft.
Bekannt für Puzzles ist die Ravensburger AG. Mit dem elektronischen Griffel Tiptoi haben die Schwaben viele Fans dazugewonnen. Anfang 2015 hat das Unternehmen Brio übernommen, den skandinavischen Hersteller von Holzeisenbahnen.
Der US-Konzern hat sich zuletzt schwer getan, die Herzen der Kinder zu erobern. So sank der Umsatz 2015 weltweit um fünf Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Sorgenkind war vor allem Barbie, deren Verkäufe um weitere zehn Prozent zurückgingen. Von 2012 bis 2014 war der Absatz bereits um 20 Prozent gesunken. Allerdings hat Mattel zum Gegenschlag ausgeholt: Neue Varianten der berühmten Puppe, die es nun nicht mehr nur mit ultraschlanker Model-Figur, sondern auch „kurvig“, „groß“ und „klein“ gibt, sollen den 56 Jahre alten Klassiker zurück in die Spur bringen.
Transformers, Monopoly oder Furby: Der amerikanischen Spielwarenkonzern Hasbro hat eine ganze Reihe von bekannten Marken im Portfolio. Im letzten Weihnachtsgeschäft ist der Konzern vor allem mit „Star-Wars“-Figuren gewachsen. In Deutschland sind bei Jungs insbesondere die „Nerf“-Spielzeugpistolen ein Hit.

Den Stammsitz in Nürnberg hat die Salzburger Holding längst versilbert, Fleischmann sitzt jetzt vor den Toren der Stadt im dörflichen Heilsbronn. Dort konstruiert und entwickelt die kleine Mannschaft die Lokomotiven und Waggons, produziert wird dann in Österreich und Osteuropa.

Es hat seinen Grund, dass die Modellbahnmarken in den vergangenen Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Sie lebten fast ausschließlich von grauhaarigen Männern, die seit Jahrzehnten ihr Erspartes in Halb-Null anlegen, jener Spurgröße, in der die Eisenbahnen dieser Welt auf Hobbykeller-Format geschrumpft werden. Ob Märklin oder Fleischmann, das ist für diese Leute eine Glaubensfrage und nicht bloß die Entscheidung zwischen Wechsel- und Gleichstrom.

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Diese Klientel zahlt bis heute viel Geld für die detailgetreu nachgebildeten Lokomotiven. Doch die angestammte Kundschaft reicht nicht mehr aus, um langfristig zu überleben.

Die Modelleisenbahn-Gruppe hat daher in den vergangenen Jahren versucht, die Kinder als Kunden zurückzugewinnen. „Next Generation“ nennt sich das Konzept, das auf Tablet-PCs setzt. Die Österreicher verkaufen zusammen mit Lok, Waggons und Schienen auch eine App, mit der sich die Züge steuern lassen.

Die Software bietet zudem einige Spiele: Sobald ein sogenannter „Action Point“ auf dem Gleis passiert wird, bekommen die Kinder per Tablet eine Rückmeldung, die den Spielverlauf ändert.
Gleichwohl, der Weg in die Kinderzimmer ist lang. Der Verband des Spielwaren-Einzelhandels schätzt, dass heute nicht einmal mehr jeder zehnte Laden Modellbahnen führt. Die Händler küren jedes Jahr die zehn angesagtesten Spielzeuge. 2015 haben es die Modellbahnhersteller nicht einmal auf die Nominierungsliste geschafft.

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