Strommix Deutschland: So abhängig sind wir von Stromimporten
Düsseldorf. Obwohl 2023 ein Rekordjahr für Wind und Sonne war, musste Deutschland mehr Strom importieren als sonst. Und schon werden Rufe nach einer Rückkehr der Atomkraft laut: Erst vor Kurzem forderten CDU und CSU, die im vergangenen Jahr abgeschalteten Atomkraftwerke wieder ans Netz zu bringen – obwohl deren Rückbau längst begonnen hat.
Daten, die Experten des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme (ISE) Jahr für Jahr auswerten, zeigen jedoch: Es gib keinerlei Zusammenhang zwischen Atomausstieg und gestiegenen Stromimporten.
Die „Energy Charts“ stellen regelmäßig die wichtigsten Daten rund um den Strommarkt für Deutschland und Europa dar. Wir haben uns die vier größten Strom-Mythen angeschaut und anhand der Charts auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.
1. Deutschland importiert mehr Strom, als es exportiert
Das stimmt. Deutschland produzierte im Jahr 2023 insgesamt fast zehn Prozent weniger Strom und ist zum ersten Mal seit 2002 wieder zum Nettostromimporteur geworden. Allerdings nicht, weil es zu wenig Strom gegeben hätte, sondern, weil es zeitweise schlicht einfacher war, Strom in den europäischen Nachbarländern einzukaufen, als selbst zu produzieren.