1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Immobilien
  4. Miete: Warum Mieter weiter mit steigenden Nebenkosten rechnen müssen

MieteWarum Mieter weiter mit steigenden Nebenkosten rechnen müssen

Waren es im vergangenen Jahr die massiv gestiegenen Energiepreise, so treiben nun kommunale Abgaben und Wartungen die Abrechnungen nach oben.Christian Schnell 15.12.2023 - 09:27 Uhr

München. Neben den steigenden Nettomieten belasten deutlich höhere Nebenkosten die deutschen Mieter. Heizkosten, Inflation und teurere Aufwendungen für die Instandhaltung führen dazu, dass die Nebenkosten inzwischen rund ein Viertel der Gesamtmiete im Bundesdurchschnitt betragen. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als der Anteil bei 27 Prozent gelegen hatte. Dennoch liegen die Wohnnebenkosten damit 43 Prozent über dem Vorkriegsniveau im Jahr 2021. 

Das ist das Ergebnis des Wohnkostenreports, für den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) über 1,9 Millionen Immobilien-Inserate in 400 Städten und Kreisen in diesem Jahr ausgewertet hat. „Auch wenn die enorme Dynamik des vergangenen Jahres vor allem wegen der sinkenden Energiekosten zurückgegangen ist, müssen Mieter dennoch in Zukunft mit steigenden Kosten rechnen“, sagte Michael Voigtländer, Professor am IW, am Mittwoch. 

Rund 58 Prozent der Deutschen leben laut dem Statistischen Bundesamt zur Miete – der Anteil blieb in den vergangenen Jahren etwa konstant. Den Anteil, den sie dafür vom monatlichen verfügbaren Einkommen aufwenden müssen, hat zuletzt aber variiert. In diesem Jahr muss den Statistikern zufolge jeder fünfte Haushalt in der Bundesrepublik mehr als 40 Prozent davon fürs Wohnen ausgeben. Jeder sechste gilt als überlastet: Das bedeutet, dass mindestens 50 Prozent des Monatseinkommens in die Miete fließt. Ein Jahr davor galt noch jeder achte als überlastet. 

Mieter müssen sich auf steigende Nebenkosten einstellen

Dass die Belastung durch die Nebenkosten 2023 im Schnitt leicht abgenommen hat, hängt mit den höheren Löhnen und Zahlungen für den Inflationsausgleich zusammen, die viele Arbeitnehmer erhielten.

Die Situation der Vermieter droht sich nun aber zu verschärfen. Im bundesweiten Durchschnitt sind laut den IW-Daten die Kaltmieten in  diesem Jahr im Schnitt um rund fünf Prozent auf 10,09 Euro gestiegen. Darüber hinaus müssen sich Mieter auf höhere Nebenkosten einstellen. Ursächlich ist Experten zufolge einmal mehr die hohe Inflation, die Material, aber auch Lohnkosten verteuert hat.

Die Nebenkosten werden unterschieden in warme und kalte Nebenkosten, also Kosten für Heizen und Warmwasser sowie die Aufwendungen für Müllabfuhr, Schornsteinfeger, Haus- und Straßenreinigung sowie Hausmeisterdienste und Instandhaltungskosten.

Kaltmiete steigt auf über zehn Euro im Schnitt

Die warmen Nebenkosten sind den Forschern zufolge zwar infolge der gesunkenen Preise für fossile Energieträger wie Öl und Gas in diesem Jahr um vier Prozent auf 1,67 Euro pro Quadratmeter zurückgegangen. 2022 waren die Energiepreise durch den Ausbruch des Ukrainekriegs um 60 Prozent gestiegen. In Zukunft rechnet IW-Experte Voigtländer aber damit, dass auch die Heizkosten wieder anziehen werden.

Um drei Prozent verteuert haben sich in diesem Jahr bereits die kalten Nebenkosten, sie liegen bundesweit nun im Schnitt bei 1,78 Euro pro Quadratmeter. Für die Gesamtmiete bedeutet dies in Summe einen Anstieg vom vier Prozent auf 13,54 Euro pro Quadratmeter. 

Je nach Region variiert die Höhe der Kosten allerdings. Während in den teuersten Kommunen deutlich mehr als zwei Euro je Quadratmeter an kalten Nebenkosten anfallen, sind es in den günstigen teilweise weniger als ein Euro. Besonders in den bundesdeutschen Top-7-Großstädten, in Nordrhein-Westfalen und in Hessen registrierten die Experten hohe kommunale Gebühren.

Nebenkosten bei sanierten Immobilien deutlich geringer

So waren in Bonn im Schnitt 2,39 Euro pro Quadratmeter fällig, in Köln 2,18 Euro und in Frankfurt am Main 2,15 Euro. „Wegen der schwierigen Lage der öffentlichen Haushalte dort dürfte dieser Trend auch in Zukunft anhalten“, prognostizierte Voigtländer. Am geringsten fallen die kalten Nebenkosten im Landkreis Neustadt an der Waldnaab nahe der tschechischen Grenze mit 0,84 Euro pro Quadratmeter aus.

Verwandte Themen
Immobilien
Deutschland

Auch bei den warmen Nebenkosten sind die Spannen um den Mittelwert sehr groß. Hier macht sich besonders bemerkbar, ob eine Immobilie energetisch saniert ist. Bei Wohnungen mit dem höchsten Energiestandard A+ waren es laut IW zuletzt 1,22 Euro pro Quadratmeter, beim niedrigsten Standard F und schlechter sind es mehr als zwei Euro pro Quadratmeter.

Erstpublikation: 13.12.2023, 16:16 Uhr.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt