Musterdepot: Zukunftsdepot: Vier Investments, die vom Ende fossiler Brennstoffe profitieren können
Frankfurt. Der marktbreite US-Index S&P 500 ist 2023 wieder zu alten Höchstkursen zurückgekehrt. Nachhaltige Unternehmen wurden an der Börse dagegen mehrheitlich abgestraft. Doch das Thema Nachhaltigkeit ist keineswegs Schnee von gestern.
Am 13. Dezember ist in Dubai die 28. UN-Klimakonferenz „COP28“ zu Ende gegangen. 197 Parteien haben sich geeinigt: Wir stehen am Anfang des Endes des fossilen Zeitalters und müssen den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe in diesem Jahrzehnt beschleunigen.
Dadurch rücken die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt. Doch Strom aus regenerativen Quellen nützt nur etwas, wenn er auch transportiert und zwischengespeichert werden kann. Deshalb ist der Ausbau der Infrastruktur wichtig. Vier Investments aus unserem Zukunftsdepot werden von der Verschärfung der Maßnahmen profitieren: Prysmian, Alfen, SFC Energy und das CO2-Zertifikat.
Die italienische Prysmian ist Weltmarktführer für Hochspannungs-Gleichstrom-Erd- und Seekabel mit zahlreichen Referenzprojekten in der Nordsee oder auf dem europäischen Festland. Ein Kernelement im Infrastrukturausbau ist die Erweiterung der Stromnetze mittels Kabel.
Das hat auch der Zusammenschluss von 25 weltweit tätigen Energie- und Versorgungsunternehmen auf der COP28 bewiesen. In diesem bedeutenden Engagement soll die Elektrifizierung, der Ausbau von Stromnetzen und sauberer Energie gefördert werden.
Parallel zur COP28 wurde eine neue Kooperation zwischen Prysmian und Siemens Energie für den Bau des ersten grünen Korridors „Green Vein“ angekündigt. Der Korridor soll drei Gigawatt Solar- und Windenergie von Ägypten direkt nach Italien liefern.
Die niederländische Alfen bietet neben E-Ladestationen intelligente Stromlösungen und Batteriespeichersysteme an, denn für die Energieinfrastruktur ist auch die Zwischenspeicherung von überschüssigen Kapazitäten aus erneuerbaren Energien notwendig. Auf der COP28 beschloss ein Konsortium, im nächsten Jahr mehr als fünf GW Batteriespeicherkapazität in Entwicklungsländern bereitzustellen.
Das ist ein Anfang mit noch erheblichem Steigerungspotenzial. Denn bis 2030 sollen etwa 400 Gigawatt an erneuerbaren Energien installiert werden, wofür 90 Gigawatt an Energiespeichern benötigt werden. International ist es noch viel mehr. Und Alfen dürfte vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren.
Handel mit Wasserstoff soll leichter werden
SFC Energy ist ein deutscher Hersteller von Methanol- und Wasserstoffbrennstoffzellen für die Produktion von elektrischer Energie. Auf der COP28 wurde auch das Thema Wasserstoff ernst genommen. Es sollen öffentlich-private Maßnahmen getroffen werden, um den internationalen Handel mit Wasserstoff zu erleichtern.
Darunter beschleunigte Zulassungsverfahren sowie der Ausbau der nötigen Infrastruktur und Lieferketten. Zudem wurde eine globale Initiative zur gegenseitigen Anerkennung von Zertifizierungssystemen für Wasserstoff und Derivate auf der Weltklimakonferenz gestartet. Davon sollte auch SFC Energy profitieren.
CO2-Preis könnte steigen
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist kostspielig. Deshalb sollen Entwicklungsländer bei der Energiewende tatkräftig unterstützt werden. Woher soll das Geld dafür kommen? Von der Verteuerung klimaschädlicher Aktivitäten!
Ein gutes Beispiel ist Deutschland. Durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten erwirtschaftet der Bund Finanzmittel in Milliardenhöhe. Wenn das Angebot an Zertifikaten knapper wird und immer mehr Industrien in den CO2-Handel einbezogen werden, wird der CO2-Preis in den nächsten Jahren weiter steigen. Auch das CO2-Zertifikat im Zukunftsdepot sollte hiervon profitieren.
Schließlich wird die CO2-Abgabe auf Benzin, Heizöl oder Gas im kommenden Jahr schneller steigen als bisher – von derzeit 30 Euro pro Tonne auf 45 Euro pro Tonne im Jahr 2024. Bisher war nur eine Erhöhung auf 40 Euro geplant.
Außerdem soll sich ab 2024 auch die Müllverbrennung einer CO2-Bepreisung fügen müssen. Bisher gilt dies nur für Energieerzeuger, Betreiber energieintensiver Anlagen und den Flugverkehr. Und auch die Verknappung der Zertifikate um jährlich 4,3 Prozent zwischen 2024 und 2027 sollte sich auf den CO2-Preis auswirken. Zwar wurden auf der COP28 keine großen Fortschritte beim globalen CO2-Handel erzielt. Doch dessen Vorteile werden von Vorreitern wie der EU unter Beweis gestellt.
Die COP28 hat gezeigt, dass der Klimaschutz ein weltweites Anliegen ist, an dem sich alle Akteure beteiligen müssen. Die neuen Vereinbarungen unterstützen die fundamentalen Aussichten für nachhaltige Unternehmen. Ob wir unsere Klimaziele erreichen, hängt von einer erfolgreichen Umsetzung ab. Eines ist aber sicher: Das Thema bleibt aktuell und könnte sich auch bald in der Kursentwicklung der Unternehmen widerspiegeln.