Elektromobilität: Tesla übertrifft eigenes Absatzziel – und fällt dennoch hinter BYD zurück
Von Oktober bis Dezember gingen 484.507 Fahrzeuge von Tesla an die Kunden, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten dagegen im Mittel ihrer Prognosen mit 473.253 Autos gerechnet.
Die Auslieferungen lagen damit um etwa elf Prozent über denen des dritten Quartals, als Upgrades an den Montagelinien für die Herstellung des aktualisierten Model 3 die Produktion beeinträchtigten. Aufs Jahr gesehen kommt der Konzern von Elon Musk damit auf 1,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge – auch das liegt über den eigenen Zielen.
BYD allerdings hat im vierten Quartal 526.409 vollelektrische Fahrzeuge verkauft und den Jahresabsatz so auf 3,01 Millionen Autos steigern können. Das wurde auch durch aggressive Preisnachlässe zum Jahresende, wie das chinesische Unternehmen bereits am Montag mitgeteilt hatte.
Elektropionier Tesla muss sich nun mit der Rolle als Herausforderer abfinden. Auch das US-Unternehmen konnte Preiseffekte nutzen und trieb die Auslieferungen seines Model 3 voran, bevor einige Varianten der Kompaktlimousine im neuen Jahr die Steuervergünstigungen durch das US-Subventionspaket IRA verlieren. Tesla lieferte 461.538 Model 3 Autos und Model Y Geländewagen aus sowie etwa 23.000 Einheiten seiner anderen Modelle.
BYD verkaufte 2023 so viele Autos wie in den vergangenen Jahren zusammen
In diesem Jahr will Tesla 2,2 Millionen Fahrzeuge an die Kunden bringen, das wäre ein Anstieg von etwa 22 Prozent, aber weniger als das 2023 erreichte Plus von rund 38 Prozent. Seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal will der Konzern am 24. Januar veröffentlichen.
BYD hat 2023 derweil fast so viele Elektro- und Hybridfahrzeuge verkauft wie in den vergangenen fünf Jahren zusammengenommen. Der Hersteller aus dem südchinesischen Shenzhen nahe Hongkong hatte sich selbst ein Verkaufsziel von 3 Millionen Fahrzeugen gesetzt. Das rasante Wachstum des abgelaufenen Jahres hat BYD erstmals in die Top Ten der weltweiten Autoverkaufszahlen katapultiert.
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Die Aktien des Unternehmens fielen allerdings im Jahr 2023 um fast 24 Prozent. Der Wettbewerbsdruck in der Branche, die Preissenkungen und die Befürchtung, dass BYD seine Verkaufsziele nicht erreichen kann, drückten auf den Kurs.
Tesla legte um 130 Prozent zu – BYD will erste Produktionsstätte in Europa bauen
Tesla hingegen legte 130 Prozent zu, obwohl es den Preiskampf in China selbst begonnen hatte. BYD hat davon unbeirrt seine globalen Expansionspläne in den vergangenen zwölf Monaten fortgesetzt. Kurz vor Weihnachten gab es bekannt, dass es seine erste europäische Produktionsstätte im ungarischen Szeged errichten wird.
Erstpublikation: 02.01.2024, 17:21 Uhr.