Kühne: Speditionsmilliardär verteilt die Macht in seiner Holding neu
Düsseldorf. Karl Gernandt, seit 2008 rechte Hand des Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne, gibt einen Teil seiner Macht in der Konzernzentrale ab. Gernandt wird zum 1. April als Chef der Kühne Holding abgelöst, wie diese am Montag mitteilte. In der Holding mit Sitz in der Schweiz hat der 86-jährige Kühne seine Beteiligungen an Lufthansa, Hapag-Lloyd, Brenntag und Kühne + Nagel gebündelt.
Der 63-jährige Gernandt, der seit Langem die Beteiligungen des in die Schweiz ausgewanderten Milliardärs steuert, bleibt jedoch Verwaltungsratspräsident der Kühne Holding. In Schweizer Unternehmen entspricht dieses Amt in etwa dem eines Aufsichtsratsvorsitzenden, der jedoch zusätzlich weitere strategische Entscheidungsgewalt besitzt.
Neuer CEO und damit verantwortlich für das operative Tagesgeschäft wird Dominik de Daniel. Den 48-jährigen Finanzexperten, zuletzt Finanzvorstand bei der Schweizer Warenprüfungsgesellschaft SGS, hatte Gernandt im vergangenen Jahr selbst in den Verwaltungsrat der Kühne Holding geholt. Der Kontakt zwischen den beiden besteht schon seit Längerem.
Vor seiner Tätigkeit bei SGS hatte de Daniel im Auftrag der Schokoladen- und einstigen Kaffeedynastie Jacobs deren Tochterfirma Adecco verkauft. Gernandt und die ursprünglich aus Bremen stammende Unternehmerfamilie sind befreundet.