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Dow Jones, S&P 500, NasdaqWall Street schließen nach Konjunkturdaten fester

Die US-Arbeitslosenanträge steigen höher als erwartet. Die Anleger werten das als gutes Zeichen und hoffen auf baldige Zinssenkungen. Regionalbanken geraten erneut unter Druck.Reuters 01.02.2024 - 23:44 Uhr aktualisiert
Blick auf das Straßenschild der US-Börse.  Foto: dpa

New York. Die jüngsten US-Konjunkturdaten haben die Stimmung an der Wall Street aufgehellt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Donnerstag rund ein Prozent höher auf 38.519 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,3 Prozent auf 15.361 Zähler vor. Der breit gefasste S&P 500 verbesserte sich um 1,2 Prozent auf 4906 Stellen.

Die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen mit 224.000 über der durchschnittlichen Analystenprognose von 212.000 aus. Die Zahl linderte die Zinssorgen der Anleger nach der Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Fed-Chef Jerome Powell hatte dort deutlich gemacht, er halte eine Zinssenkung im März für „unwahrscheinlich“ – allerdings sei sie auch nicht ausgeschlossen.

Die Notenbanker versuchen, mit erhöhten Zinsen die Inflation zu dämpfen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. „Die Hoffnungen auf eine erste Zinssenkung im März haben einen Dämpfer bekommen, aber die Einschätzung von Powell könnte sich auch über Nacht ändern“, sagte Thomas Hayes, Vorsitzender der Private-Equity-Gesellschaft Great Hill Capital.

Analysten zufolge sahen die Anleger ein, dass die Daten in die von der Fed gewünschte Richtung gingen und dass die Zinsen auf lange Sicht fallen würden. An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine erste geldpolitische Lockerung im März zwar nur noch auf 40 Prozent geschätzt.

Der Dollar-Index baute seine anfänglichen Gewinne indes wieder ab und lag ein halbes Prozent tiefer bei 103,06 Stellen. Der Euro gewann 0,5 Prozent auf 1,0868 Dollar. Die Anleger griffen auch bei den US-Staatsanleihen zu. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds fiel im Gegenzug zum steigenden Kurs auf ein Fünf-Wochen-Tief von 3,869 Prozent nach 3,965 Prozent am Mittwoch.

Für gute Laune sorgten auch die Daten für die US-Industrie. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor stieg im Januar auf 49,1 Punkte von 47,1 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 47,0 Punkte gerechnet. Das Barometer zeigt mittlerweile den 15. Monat in Folge ein Schrumpfen des Industriesektors an, doch nähert sich dieser nun der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

US-Regionalbanken erneut unter Druck

Bei den Einzelwerten standen neue Sorgen um die finanzielle Gesundheit der US-Regionalbanken im Rampenlicht. Die Papiere der New York Community Bank (NYCB) waren am Mittwoch um 37,6 Prozent abgestürzt, da das Geldinstitut seine Dividende um 70 Prozent gekürzt und einen überraschenden Verlust aufgrund umfangreicher Rückstellungen verbucht hatte. Die NYCB-Aktie fiel am Donnerstag um mehr als elf Prozent. Der KBW Regional Banking Index büßte 2,3 Prozent ein.

Der Erfolg der Krebsimmuntherapie Keytruda beflügelte indes die Aktie des US-Pharmakonzerns Merck&Co. Die Titel kletterten um 4,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 126,38 Dollar.

Die Bilanz von Qualcomm kam bei den Anlegern dagegen nicht gut an. Die Aktie verlor knapp fünf Prozent. Der US-Chipkonzern übertraf zwar mit seiner Wachstumsprognose für das erste Quartal die Erwartungen der Experten. In Qualcomms wichtigsten Markt China dürfte der Umsatz allerdings stagnieren.

Auch Honeywell rutschte nach einer enttäuschenden Prognose und schwachen Zahlen ab. Die Aktien des Industrie-Zulieferers verloren 2,4 Prozent auf 197,31 Dollar.

Mit Spannung warteten die Anleger auf die Veröffentlichung weiterer Big-Tech-Bilanzen nach US-Börsenschluss. Nach den mauen Berichten von AMD, Alphabet und Microsoft sollten Amazon, Apple und Meta ihre Bücher öffnen. 

Fed-Chef Powell schickt die US-Börsen mit einer Aussage auf Talfahrt. Die Ergebnisse an der Wall Street fallen unbefriedigend aus. Markus Koch analysiert das Börsengeschehen.

Blick auf weitere Einzelwerte

Peloton: Eine Prognosesenkung schickt Peloton in den Sturzflug. Die Papiere des US-Anbieters vernetzter High-Tech-Heimtrainer brechen um rund 25 Prozent auf 4,27 Dollar ein und sind damit so billig wie nie.

Das Unternehmen rechnet nun für das laufende Jahr mit einem Umsatz zwischen 2,68 und 2,75 Milliarden Dollar. Zuvor war es von 2,70 bis 2,80 Milliarden ausgegangen. „Die Prognosesenkung ist ein Geständnis, dass Pelotons Wechsel zu einem abonnemmentbasierten Geschäftsmodell nicht rund läuft“, sagte Zak Stambor, Einzelhandelsexperte vom Analysehaus Insider Intelligence.

Die Aktie des seit Anfang der Corona-Pandemie börsennotierten Unternehmens war 2020 auf zeitweise mehr als 150 Dollar gestiegen. Als die Kunden allerdings wieder Fitness-Studios besuchen konnten, brachen die Titel ein. Seitdem sucht Peloton einen Weg, sich am Markt neu zu positionieren.

Nextracker: Die Aktien des Solartechnologieunternehmens stiegen nach den starken Quartalsergebnissen und der Anhebung der Prognosen um 21,4 Prozent.

Barclays bekräftigte die Übergewichtung der Aktie. Die Bank of America wies ebenfalls auf die Stärke der Margenexpansion von Nexttracker hin und behielt ihre Kaufempfehlung für die Aktie.

Wolfspeed: Die Aktie des Halbleiterherstellers fiel um rund zehn Prozent, nachdem das Unternehmen am Mittwoch nachbörslich eine schwache Umsatzprognose abgegeben hatte. 

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ChargePoint: Die Aktien des Unternehmens, das sich auf das Aufladen von Elektrofahrzeugen spezialisiert hat, stiegen um 7,6 Prozent. Analysten der Investmentbank TD Cowen hatten ihr Kursziel angehoben und erklärt hatte, dass ChargePoint ein „potenzieller langfristiger Gewinner“ sein könnte, auch wenn das Unternehmen davon ausgeht, dass 2024 ein weiteres schwieriges Jahr sein wird.

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