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Andreas Rödder, Historiker an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Foto: picture alliance / dpa

Konservatismus„Die linke, grüne Deutungshoheit ist zusammengebrochen“

Der Historiker Andreas Rödder spricht davon, dass der alte Zeitgeist ausgedient habe. Kommt jetzt die Zeit des Konservatismus? Und was hat er von Paul Kuhn gelernt? Ein Gespräch.Hans-Jürgen Jakobs 26.02.2024 - 11:03 Uhr

Mainz. Ein Vorort von Mainz. Weiße Einfamilienhäuser auf 24 Hektar Neubaugebiet. Bis 1994 war hier eine Panzerfabrik zu finden, dann wurde dieses Immobilienprojekt Wirklichkeit. Andreas Rödder, 56, öffnet die Tür zu seinem Haus. Daneben steht eine Vespa, mit der der Professor für Neueste Geschichte schon mal zur Universität fährt.

Jüngst hat er mit einem Beitrag in der „Frankfurter Allgemeinen“ über das „Ende der grünen Hegemonie“ eine Debatte ausgelöst. Schon vorher galt Rödder als Vordenker der Konservativen – genug Gesprächsstoff also.

Herr Rödder, was sagt der Historiker zur Frage, ob Deutschland schon der kranke oder nur der müde Mann Europas ist?
Dass die Frage nicht ganz neu ist. Früher waren die Briten der kranke Mann Europas, zuletzt wieder die Deutschen. Historisch ist es so, dass das „Modell Deutschland“ oft wieder an Fahrt gewonnen hat, wenn seine Krise festgestellt wird. Das wäre ja sogar ein gutes Zeichen. Ein Automatismus ist das aber leider nicht. Die Strukturprobleme des Landes sind eminent groß.

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