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AutozuliefererContinental streicht weitere 1750 Stellen

Der nun verkündete Stellenabbau kommt zusätzlich zu 5400 Jobs, die in der Verwaltung wegfallen. Wie schon Bosch und ZF spart auch Continental nun bei Forschung und Entwicklung.Roman Tyborski 16.02.2024 - 10:57 Uhr
Continental-Zentrale: Der Autozulieferer streicht weitere Stellen in der Autosparte. Foto: dpa

Düsseldorf. Continental baut im Zuge eines Effizienzprogramms zahlreiche Stellen in der Forschung und Entwicklung ab. 1750 Arbeitsplätze seien davon weltweit betroffen, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit. 

Bereits im vergangenen Herbst hatte der drittgrößte deutsche Autozulieferer hinter Bosch und ZF einen Jobabbau überwiegend in der Verwaltung der Sparte angekündigt. Diesen bezifferte Continental nun auf 5400 Stellen.

„Wir sind uns der Einschnitte für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst und werden alles dafür tun, gemeinsam mit unseren Sozialpartnern gute und individuelle Lösungen zu finden“, sagte Philipp von Hirschheydt, der seit Mai 2023 als Vorstand für das Automotive-Geschäft verantwortlich ist.

Bis spätestens Ende 2025 werden laut Konzernmitteilung eine Reihe der derzeit 82 Entwicklungsstandorte verschlankt, bestehende Infrastrukturen durch die Bündelung von Entwicklungseinheiten besser ausgelastet und Synergien in den Arbeitsprozessen gehoben. Treffen könnte es auch Continental-Standorte in der Rhein-Main-Region. Das Unternehmen analysiere derzeit eine Konsolidierung. 

Bereits auf dem Kapitalmarkttag Ende vergangenen Jahres hatte Continental verkündet, die Ausgabenquote für Forschung und Entwicklung in der Autosparte von derzeit über zwölf auf unter zehn Prozent senken zu wollen. 

Automotive-Sparte schreibt seit Jahren Verluste

Von Hirschheydt lässt sich bei der Restrukturierung der Sparte von McKinsey beraten. Unternehmensinsider berichten, dass eine Analyse der Beratung ergeben habe, dass die Forschungsausgaben überdurchschnittlich hoch seien. Conti teilte nun mit, dass die Quote ab 2028 bei neun Prozent liegen solle.

Von Hirschheydt hat die schwierige Aufgabe, die Problemsparte des Konzerns wieder auf Vordermann bringen zu müssen. Seit Jahren schreibt der Zulieferer mit dem Auto-Geschäft, in dem Zukunftsbereiche wie Software und Sensorik sowie die Produktion von Autokomponenten gebündelt sind, Verluste. Selbst in der Zeit, in der Vorstandschef Nikolai Setzer die Verantwortung über das Automotive-Geschäft hatte, ist die Wende nicht gelungen.

Seit Mai 2023 ist Philipp von Hirschheydt Vorstand der Automotive-Sparte von Continental. Foto: Continental

Trotz hoher Investitionen dürfte die Sparte auch im vergangenen Jahr kaum zum Gewinn des Gesamtkonzerns beigetragen haben. Im dritten Quartal 2023 lag die unbereinigte Gewinnmarge bei minus 0,2 Prozent.

Finanziert werden die Investitionen im Automotive-Geschäft überwiegend mit den Einnahmen des florierenden Reifengeschäfts, wo Continental trotz konjunkturellen Gegenwinds zweistellige Margen schreibt.

Auch Bosch und ZF streichen Stellen in der Entwicklung

Um die Wende in der Automotive-Sparte zu schaffen, greift von Hirschheydt teilweise zu robusten Maßnahmen. Neben dem Abbau von Stellen in der Forschung und Entwicklung will der Conti-Vorstand auch in der Verwaltung ab 2025 bis zu 400 Millionen Euro jährlich sparen. Der Abbau der Arbeitsplätze soll sozialverträglich vonstattengehen.

Continental betont, dass das Absenken der Ausgabenquote für die Forschung und Entwicklung auf unter zehn Prozent nicht zwingend zur Folge haben wird, dass die absolute Summe sinkt. Der Bereich sei die Basis für Innovation und Wachstum, sagt von Hirschheydt. „Mittelfristig werden wir unsere Ressourcen noch stärker auf Zukunftstechnologien im Bereich softwaredefiniertes Fahrzeug fokussieren“.

Branchenexperten beobachten die aktuelle Entwicklung in der deutschen Autozuliefererindustrie mit Sorge. Denn neben Continental gehen auch Bosch und ZF ihre Entwicklungsabteilungen an. Bosch reduziert die Anzahl an Software-Entwicklern. ZF plant, bis zu 12.000 Stellen zu streichen.

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In der Transformationsphase ist es laut Experten durchaus gefährlich, ausgerechnet in dem Zukunftsbereich zu sparen. Die ohnehin in einigen Technologiefeldern bereits abgehängten deutschen Autozulieferer könnten zunehmend den Anschluss verlieren.

Erstpublikation: 14.02.2024, 15:57 Uhr.

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