Guinness-Buch: Wie man es schafft, immer der Beste zu sein
Augsburg. Ich bin der Schnellste im 100-Meter-Bürostuhlfahren. Der, der in einer Minute am meisten Kartoffelbrei isst und der die meisten Dosen in einer Minute öffnen kann. Ich halte in sehr vielen Disziplinen den Weltrekord. Insgesamt bin ich exakt 110-facher Weltmeister.
Um die Rekorde zu halten oder neue aufzustellen, ist eine Marktübersicht wichtig. Was passiert gerade? Was macht die Konkurrenz? Habe ich einen Rekord wieder verloren?
Dann suche ich nach Marktlücken, also nach Bereichen, wo ich selbst noch neue Rekorde aufstellen kann. Ich bin zwar sehr vielseitig, habe aber zwei Lieblingsbereiche: Essen und Rennen. Und in diesen beiden Disziplinen schaue ich immer genau, welche Rekorde aufgestellt werden und ob der Rekord auch für mich infrage kommen könnte.
Stellt ein Konkurrent einen Essensrekord auf, ist das meine Welt, und da überlege ich mir, seinen Rekord zu brechen. Ist es aber ein Rekord, wo der Konkurrent mit Kettensägen jongliert, bin ich eher raus.
Dafür muss man natürlich seine Stärken und Schwächen kennen. Meinen ersten Rekord holte ich vor zehn Jahren: der Schnellste im 100-Meter-Lauf in Clogs. Da wusste ich, rennen kann ich. Im Merken würde ich allerdings keine Bestleistung erzielen. Das war auch in meiner Kindheit schon so. Fußball mochte ich immer. „Ich packe meinen Koffer“ war dagegen nicht mein Lieblingsspiel.
Für all die Rekorde bekomme ich nur einen Eintrag ins Guinness-Buch und kein Geld. Deswegen ist eine Sache aber besonders wichtig: Spaß. Der treibt mich letzten Endes auch am meisten an. Es macht mir einfach Spaß, das Beste aus mir herauszuholen.
Mit Spaß trainiert es sich auch leichter. Generell ist das Geheimnis hinter dem Weltbesten-Dasein zu 80 Prozent Training und zu 20 Prozent Talent.
Um so weit zu kommen, darf man nicht nachlassen, sonst bist du ganz schnell weg. Das ist wie in der Wirtschaft. Nur: Bei Rekorden gibt es keinen zweiten Platz. Entweder du bist der Beste, oder jemand anders ist es.
Ich versuche deswegen, immer fit zu sein und auf neue Rekorde zu reagieren. Ich halte den Rekord im 100-Meter-Lauf mit Skistiefeln, schaffe ich auch den Rekord im 400-Meter-Lauf?
Er managt Rekorde und eine Firma
Die Rekordjagd ist mein großes Hobby. Hauptberuflich leite ich eine Recyclingfirma. Der Tag hat 24 Stunden, und davon schlafe ich acht. Um 5.30 Uhr stehe ich auf, um 7 Uhr bin ich auf der Arbeit, und danach mache ich Sport.
Um 18 Uhr esse ich und mache danach meine Marktrecherche – so zumindest in der Theorie. Oft trainiere ich an den Wochenenden und komme unter der Woche nicht dazu.
Zum Beispiel schaffe ich es manchmal nicht, ausgiebig Sport zu treiben. Ich trainiere lieber jeden Tag ein bisschen als gar nicht. Ich kann mich schließlich auch in drei Minuten auspowern.
Um den Fokus zu behalten, schreibe ich mir meine Jahresvorsätze auf, die ich mir jeden Tag durchlese. Ich habe mir zum Beispiel 2024 vorgenommen, der mit den meisten Weltrekorden zu sein. Das ist aber vielleicht auch eine Lebensaufgabe. In meinem Buch stehen aber auch Firmenziele oder sportliche Ziele. Ich bin einfach sehr ehrgeizig. Das Gefühl, zu einer Art Abarbeitungsmaschine von Zielen zu werden, das ist geil. Es ist einfach schön, der Beste zu sein.
Ich bin eigentlich ein gutes Beispiel dafür, dass man alles erreichen kann, wenn man es sich nur vornimmt und hart daran arbeitet.
Denn auf der Straße würde ich sicher nicht unbedingt auffallen als einer, der überhaupt irgendwo Weltbester ist.
Lieber Etappenziele als zu hohe Ziele
Ich habe zwar in Psychologie-Podcasts gehört, dass man sich seine Ziele so hoch wie möglich setzen sollte. Doch meine Ziele setze ich mir eher so realistisch wie möglich. Sonst deprimiert mich das zu sehr. Ich setze mir lieber Etappenziele, denn dass ich niemals der stärkste Mensch der Welt sein werde, weiß ich ja.
Aber dann kann ich mich beurteilen und mich fragen, ob ich wirklich alles gegeben habe. Wenn das so ist, dann ist alles in Ordnung, dann habe ich vielleicht nur zehn statt zwölf Rekorde geschafft. Denn wenn man selbst der Beste ist, heißt das für alle anderen, dass sie nicht die Besten sind. Lieber frage ich mich dann, wie ich wieder der Beste werden kann.
Drei Tipps vom Rekordehalter für die, die auch mal die Besten sein wollen:
- Seine Stärken und Schwächen kennen und dabei schauen, was einem in der Kindheit schon viel Spaß gemacht hat. Dann heißt es ausprobieren.
- Den Marktüberblick behalten: Man muss immer die Konkurrenz im Auge behalten, um zu schauen, in welchen Disziplinen man vielleicht noch besser sein kann.
- Für einen Rekord muss man trainieren und darf nicht nachlassen. Lieber jeden Tag ein bisschen trainieren, auch wenn es nur eine kurze Einheit ist.