Kommentar: Vier Gründe für eine weitere Rekordjagd an den Börsen

Rezession in Deutschland, zunehmende geopolitische Risiken, die vor allem die exportlastige deutsche Wirtschaft treffen, und dazu eine keineswegs überzeugende Berichtssaison hiesiger Unternehmen – all das hält den Dax nicht von seiner Rekordjagd ab. Der hochverschuldete Bayer-Konzern strich aufgrund seiner hohen Verschuldung und des schwachen operativen Geschäfts die Dividende auf elf Cent je Aktie zusammen. Der lange Zeit boomende Halbleiterhersteller Infineon senkte aufgrund schwächerer Nachfrage seine Jahresprognose. Das Schwergewicht Siemens, das lange Zeit nichts von der schwächeren Weltkonjunktur spürte, wächst langsamer als im Jahr zuvor.
Die triste ökonomische Realität und der anhaltende Höhenflug schüren die Angst vor einer Blasenbildung – und die Debatte darüber ist längst im Gang. Doch es gibt sie, die Gründe, warum sich die Rally trotz aller Widrigkeiten fortsetzen könnte.
1. Kurstreiber Zinsen
An den Finanzmärkten geht es nicht mehr darum, ob, sondern ab wann und wie stark die Notenbanken die Zinsen in diesem und im nächsten Jahr senken werden. Dafür sorgen zurückgehende Inflationsraten in Europa und den USA.