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Deutsche PostGewinn und Umsatz der DHL Group sinken

Der Bonner Konzern, zu dem die Deutsche Post gehört, erwartet für das laufende Jahr beim Geschäftsergebnis kaum mehr als eine Stagnation. Die Dividende bleibt aber stabil.Christoph Schlautmann 08.03.2024 - 15:40 Uhr Artikel anhören
DHL-Paketzentrum: Der Bonner Dax-Konzern kann an den Erfolg des Vorjahres nicht mehr anschließen. Foto: dpa

Bonn. Ein Einbruch im weltweiten Frachtgeschäft und Ertragsschwächen im Brief- und Paketgeschäft setzen die Deutsche Post massiv unter Druck. 2023 verlor der Bonner Dax-Konzern, der sich seit Kurzem DHL Group nennt, ein Drittel seines Nettogewinns gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Jahr sieht Vorstandschef Tobias Meyer zudem kaum Besserung.

„Das Jahr 2023 stand im Zeichen einer schwachen Weltwirtschaft und vor allem eines schwachen Welthandels“, erklärte Meyer am Mittwochmorgen bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Doch selbst unter diesen Rahmenbedingungen habe man die Jahresziele erreicht.

Die Ziele allerdings hatte man im vergangenen November bereits nach unten geschraubt. Trotzdem lag der Konzern mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6,3 Milliarden Euro nahezu am unteren Ende der eigene Prognose – und leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Im Jahr zuvor hatte man noch 8,4 Milliarden Euro verdient.

DHL Group: Rückgang bei Umsatz und Gewinn

Der Umsatz ging um 13,4 Prozent zurück. Mit 81,8 Milliarden Euro lag der Konzern dabei deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Auch die vorgeschlagene Dividende von 1,85 Euro fällt um einen Cent geringer aus als erwartet.

Das dürfte nicht zuletzt an dem verhaltenen Ausblick liegen. 2024 sieht der Vorstandschef das operative Ergebnis (Ebit) lediglich bei 6,0 bis 6,6 Milliarden Euro, was im Wesentlichen einer Stagnation gleicht.

An der Börse reagierten Anleger am Mittwochmorgen auf die Ergebnisse: Die Aktie verlor zeitweise mehr als sechs Prozent.

Doch es gibt auch positive Signale. Das Lagereigeschäft, bei dem Firmenkunden Dienstleistungen an DHL ausgliedern, wächst profitabel. Und auch beim Brief- und Paketgeschäft ging es im vierten Quartal wieder leicht nach oben.

Zudem lag der Cashflow bereinigt um Aktivitäten mit Fusionen und Übernahmen (M&A) mit 3,3 Milliarden Euro über den eigenen Ankündigungen. „Die robuste Entwicklung des Free Cashflows bestätigt, dass die etablierten Maßnahmen zur Ergebnis- und Cashflow-Sicherung greifen“, erklärte Meyer. 2022 lag der Wert allerdings noch höher, bei 4,6 Milliarden Euro.

Inzwischen drücken Sparpläne im Unternehmen auf die Stimmung. Der Konzern habe für alle Sparten einen „Ebit Protection Plan“ ausgerufen, berichtet ein DHL-Manager. „Alle müssen sparen, Minusstunden werden aufgebaut, Dienstwagen dürfen nicht bestellt werden.“

DHL schließt Entlassungen aus

Zumindest schließt die DHL Group vorerst Entlassungen aus – anders als einige große Wettbewerber. So kündigte der US-amerikanische Express- und Frachtgigant UPS Anfang Februar einen Abbau von 12.000 Stellen an, und auch der Schweizer Speditionsriese Kühne + Nagel plant nach eigenen Angaben einen Stellenabbau von „unter zwei Prozent der Jobs“.

Profitieren dürfte DHL durch die geplante Reform des Postgesetzes. Zum einen will die Bundesregierung der Deutschen Post erlauben, die Laufzeiten bei der Briefzustellung zu verlängern, was zu geringeren Transportkosten führt. Zum anderen soll ein großer Teil der gewerblichen Briefzustellungen wieder von der Mehrwertsteuer befreit werden. Bei unveränderten Portokosten steigt dadurch die Gewinnmarge.

DHL-Vorstandschef Tobias Meyer hofft auf Entlastungen durch das neue Postgesetz. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

Am Mittwoch äußerte sich DHL-Chef Meyer auch zur Diskussion um den Verkauf der Logistiktochter der Deutschen Bahn. DHL habe kein Angebot für Schenker eingereicht, sagte Meyer einer Sprecherin zufolge in einem Interview mit dem Sender CNBC. Schenker passe nicht ins Profil von DHL. Der Konzern sei aber für Zukäufe offen.

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Die französische Großbank Société Générale (SocGen) hatte die DHL Group am Dienstag von „buy“ auf „hold“ herabgestuft, das Kursziel allerdings von 45 auf 46 Euro angehoben. Es sei für Anleger zu früh, auf eine volkswirtschaftlich bedingte Erholung der Frachtmengen beim weltweit größten Logistikkonzern zu setzen, urteilte Analyst Sumit Mehrotra.

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Die Krise im Roten Meer und die jüngsten Ausblicke von Wettbewerbern ließen kaum Besseres für 2024 erwarten, weshalb der Experte seine Gewinnschätzungen für DHL kürzte. Das neue Kursziel resultiere aber aus einer leicht höheren Branchenbewertung.

Im Februar hatten gleich fünf Analysten die DHL-Aktie zum Kauf empfohlen. Die Deutsche Bank nannte dabei ein Kursziel von 49,50 Euro, UBS sprach sogar von 53 Euro. Allerdings brachte die Veräußerung eines Vier-Prozent-Pakets des Bundes, der seine Beteiligung bei einem Verkaufserlös von 2,17 Milliarden Euro von 20,5 auf 16,5 Prozent reduzierte, Mitte Februar die Aktie unter Druck.

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Erstpublikation: 06.03.2024, 08:14 Uhr.

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