Kaukasus: Armenien fürchtet Angriff Aserbaidschans: Wie weit wird Alijew gehen?
Wenn Aserbaidschaner erzählen, wie ihr Land auf einer Weltkarte aussieht, beschreiben sie es so: als einen Adler, der von West nach Ost fliegt.
Ein passendes Bild vor allem für die aserbaidschanische Hauptstadt Baku, einen Schmelztiegel der Kulturen: eine Altstadt wie im Orient, Museen wie in New York, Mega-Wolkenkratzer wie in den Emiraten, Boulevards wie in Paris, Teppiche wie in Persien, Essen wie in der Türkei. Und etwas versteckt: sowjetischer Plattenbau, denn auch das gehört dazu. Das ist die nette Erzählung über Aserbaidschan. Das Land, das alles ist.
Aber: Aserbaidschan ist auch eine Autokratie. Ein Land der Unterdrückung und Folter. Ein Land, dessen Präsident Ilham Alijew nach geopolitischer Macht giert. Und ein Land, vor dem sein Nachbarstaat Armenien Angst hat.
Es geht um Exklaven im Norden Armeniens
Der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan warnte vergangene Woche vor einem bevorstehenden Angriff. Konkret geht es um die kleinen aserbaidschanischen Exklaven im Norden Armeniens. Sie wurden zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugesprochen, sind aber außerhalb seiner Kontrolle. Es handelt sich um verlassene Landstriche, die von armenischen Dörfern umgeben sind.