Sartorius-Aktie: Schwache Zahlen lassen Kurs von Sartorius einbrechen
Düsseldorf. Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius kämpft mit einer anhaltend schwachen Nachfrage. Im ersten Quartal sank der Umsatz um gut neun Prozent auf 820 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern aus Göttingen am Donnerstag mitteilte.
Vorstandschef Joachim Kreuzburg machte dafür eine „ausgeprägte Investitionszurückhaltung“ verantwortlich – vor allem in China, „teilweise“ aber auch in Europa.
Nach der Vorlage der Ergebnisse sackte der Aktienkurs am Donnerstag zeitweise um mehr als 23 Prozent ab und war damit größter Verlierer im Leitindex Dax.
Das operative Ergebnis vor Steuern (Ebitda) fiel im ersten Quartal um knapp 14 Prozent auf 234 Millionen Euro. Unter dem Strich brach der Gewinn auf 70 Millionen von 116 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein.
Anleger und Analysten zeigten sich unzufrieden: Das erste Quartal habe enttäuscht, schrieb etwa Michael Heider von Warburg Research. Dennoch bestätige sich die Stabilisierung des zugrunde liegenden Geschäfts nach der Coronapandemie, zumal es bei den Auftragseingängen wieder Wachstum gebe.
Sartorius: Boom der Corona-Zeit ist vorbei
Sartorius ist Zulieferer für die Pharmaindustrie. Die versorgt das Unternehmen etwa mit Technologien und Materialien, die sie zur Erforschung und Herstellung von biopharmazeutischen Medikamenten benötigt. Außerdem stellt Sartorius etwa Laborinstrumente und Verbrauchsmaterialien für die Forschung her.
Während der Coronapandemie hatte das Unternehmen profitiert und konnte zeitweise Wachstumsraten von mehr als 30 Prozent verzeichnen – denn die Nachfrage nach seinen Produkten für die Herstellung von Covidimpfstoffen und -medikamenten war groß.
Konzern hält an Jahreszielen fest
2023 kam es dann bei Sartorius zu einem Umsatz- und Gewinneinbruch. Die Lager der Kunden waren durch die Bevorratung während der Pandemie noch gefüllt. Deshalb hielten sie sich mit Bestellungen zurück, und die Nachfrage zog langsamer an als erwartet.
Sartorius-Chef Kreuzburg sprach bei der Vorstellung der Jahreszahlen für 2023 im Februar davon, dass sich das Geschäft seit dem dritten Quartal des Jahres wieder belebt habe. „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im Verlauf des Jahres 2024 schrittweise verstärken sollte.“ Bis 2028 solle das Unternehmen um durchschnittlich mehr als zehn Prozent wachsen.
Die Zahlen für das erste Quartal scheinen seine Aussage nun zu widerlegen. Zwar prognostizierte das Unternehmen ohnehin einen verhaltenen Start ins Jahr. Die Analysten der Berenberg Bank sprechen aber von einem schwächeren ersten Quartal als befürchtet.
An den Jahreszielen hält Sartorius dennoch fest. „Viele Kunden schalten grundsätzlich langsam wieder in den Investitionsmodus um“, sagte Kreuzburg am Donnerstag. Dabei sollen auch Einsparungen helfen: So will das Unternehmen bis zu 300 Jobs abbauen. Die Berenberg-Analysten sind aber nicht überzeugt: Für das Unternehmen dürfte es eine Herausforderung sein, die Ziele zu erreichen.
Mit Agenturmaterial von Reuters