Medizintechnik: Digitalisierung als Schlüssel zur Versorgungssicherheit
Berlin. Die deutsche Medizintechnikbranche blickt vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2025: Laut Herbstumfrage des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) rechnen die Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 3,1 Prozent im Inland und 5,5 Prozent weltweit. An der Umfrage beteiligten sich 116 der insgesamt 220 Mitgliedsunternehmen.
Trotz positiver Geschäftserwartungen sieht gut jedes zweite Unternehmen seine Gewinne unter Druck – vor allem durch steigende Kosten, Bürokratie und regulatorische Hürden.
Digitalisierung: systemrelevant und ausbaufähig
Die Digitalisierung wird zunehmend als Schlüsseltechnologie für Versorgungssicherheit und Krisenresilienz erkannt. BVMed-Vorstandsmitglied Stefan Geiselbrechtinger betonte, dass mithilfe digitaler Lösungen – in Friedens- wie in Krisenzeiten – Versorgungsengpässe frühzeitig erkannt und Ressourcen gezielt gesteuert werden könnten.
Das kann durch eine zentrale digitale Plattform geschehen, die Kliniken, Hersteller und Logistik vernetzt, um Bestände, Bedarfe und Lieferungen in Echtzeit zu koordinieren. Der BVMed hat ein solches Konzept bereits im August 2020 vorgeschlagen.
Es war eine Reaktion auf die Versorgungsengpässe während der ersten Corona-Welle. „Damals zeigte sich, dass die Engpässe weniger auf einem Mangel, sondern vor allem auf einem Verteilungsproblem bei Medizinprodukten beruhten“, sagte Geiselbrechtinger. Bis heute gibt es eine solche Plattform nicht.