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BankenCredit-Suisse-Chef verlässt UBS in kommenden Wochen

Ulrich Körner wurde 2022 Vorstandschef der Schweizer Bank. Nach der erfolgten Übernahme blieb er in der Geschäftsleitung der UBS. Dort endet nun offenbar seine Zeit.Jakob Blume 06.05.2024 - 08:36 Uhr
Ulrich Körner, letzter Chef der Credit Suisse, verlässt die Schweizer Großbank UBS. Foto: Bloomberg

Zürich. Der letzte Chef der Credit Suisse, Ulrich Körner, verlässt die Schweizer Großbank UBS in den kommenden Wochen. Das bestätigte ein Insider dem Handelsblatt. Zuvor hatte die „Financial Times“ über die Personalie berichtet. Die UBS wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Schweizer Großbank treibt den Zusammenschluss der Rechtseinheiten der UBS und der Credit Suisse voran. Dieser war laut Plänen von UBS-Chef Sergio Ermotti bis Ende Juni geplant. Nun könnte der Schrift laut „FT“ bereits per Ende Mai vollzogen werden.  

Die UBS hatte die Credit Suisse im vergangenen Jahr im Rahmen einer staatlich orchestrierten Rettungsaktion übernommen. Durch die Zusammenlegung der Einheiten werden die Geschäftsleitung der Credit Suisse sowie zahlreiche weitere Managementjobs überflüssig. Abgeschlossen ist die Integration der einst zweitgrößten Schweizer Bank in das größte Geldhaus des Landes damit jedoch noch lange nicht. Der Konzernumbau dürfte sich bis 2026 hinziehen.

Körner blickt auf eine lange Karriere bei Credit Suisse und UBS zurück. Bereits 1998 wurde er Finanzchef der Credit Suisse Schweiz, 2006 stieg er zum CEO der Banktochter für den Heimatmarkt auf. 2009 wechselte er in den Konzernvorstand der UBS, schaffte jedoch nie den Sprung ganz an die Spitze.

2021 kehrte er zurück zur Credit Suisse und wurde Chef des Geschäfts mit professionellen Kunden (Asset-Management) nachdem die Sparte einen Milliardenverlust mit bestimmten illiquiden Fonds verbuchte.

Im August 2022 beerbte Körner Thomas Gottstein als Vorstandschef der strauchelnden Bank. Die drei Monate, die Körner sich damals als Bedenkzeit für eine neue Strategie für die Credit Suisse ausbedungen hatte, erwiesen sich als zu lang. In die Zeit dieser strategischen Unsicherheit platzte der erste Kundenansturm, der die Bank an den Rand der Zahlungsunfähigkeit brachte. 

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Doch auch seine dann ausgearbeitete Strategie verzichtete auf einschneidende Maßnahmen zur Rettung der Bank, etwa eine Abwicklung der skandalträchtigen Investmentbank. Stattdessen sorgte die teilweise Ausgliederung unter Beteiligung des Dealmakers und Aufsichtsrats Michael Klein für neue Kontroversen.

Zum Verhängnis wurde der Bank Mitte März 2023 schließlich das TV-Interview eines saudischen Großaktionärs, der die Bank eigentlich stabilisieren wollte. Er schloss jedoch weitere Kapitalmaßnahmen aus und entfachte eine Kundenpanik, die der Credit Suisse die Existenz kostete.

Körners Beteuerungen, die Bank verfüge über ausreichend Kapital, konnten den Abfluss von Kundenvermögen nicht stoppen. Schließlich musste die Credit Suisse von der Schweizer Nationalbank gestützt und durch die UBS gerettet werden. 

Weil Körner die Credit Suisse wie kaum ein anderer Manager von innen kennt, bat der neu berufene UBS-Chef Ermotti ihn, noch für die Zeit bis zur Verschmelzung der Rechtseinheiten an Bord zu bleiben. Danach dürfte Ermotti den von ihm verordneten Sparkurs nochmals verschärfen.

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