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CommerzbankHöchster Gewinn seit 13 Jahren, der Aktienkurs steigt stark

Das Institut profitiert von den hohen Zinsen und schneidet deutlich besser ab als die Deutsche Bank. Aktionäre reagieren begeistert. Sorgen bereitet jedoch die polnische Tochter M-Bank.Andreas Kröner 15.05.2024 - 10:32 Uhr aktualisiert
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: dpa

Frankfurt. Die Commerzbank ist infolge der nach wie vor hohen Zinsen und eines starken Firmenkundengeschäfts mit einem deutlichen Gewinnplus ins Jahr 2024 gestartet. Das Konzernergebnis stieg im ersten Quartal um 29 Prozent auf 747 Millionen Euro.

„Wir sind mit viel Schwung ins neue Jahr gestartet“, sagte Vorstandschef Manfred Knof am Mittwoch. Mit ihrem Gewinn – dem höchsten in einem ersten Quartal seit 2011 – übertraf Deutschlands zweitgrößte Privatbank die Erwartungen der Analysten deutlich.

Auch an der Börse wurden die Zahlen wohlwollend bewertet. Der Commerzbank-Aktienkurs stieg zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 15,15 Euro – das ist der höchste Stand seit 2012. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 40 Prozent zugelegt und damit stärker als die vieler anderer Geldhäuser.

Die Commerzbank profitiert dank ihres großen Einlagengeschäfts mit Privat- und Firmenkunden besonders stark von den gestiegenen Zinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Einlagenzins seit Sommer 2022 mehrmals angehoben, zuletzt auf vier Prozent.

Bei der Commerzbank stieg der Zinsüberschuss in der Folge im Vergleich zum Vorjahresquartal um neun Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr hob die Bank ihre Prognose an und rechnet nun mit 8,1 Milliarden Euro statt wie bisher mit 7,9 Milliarden Euro. Gründe dafür sind kräftig gestiegene Einlagen sowie die Einschätzung, dass die EZB die Zinsen langsamer senken wird als noch Anfang des Jahres prognostiziert.

Im Gegensatz zum Zinsüberschuss stieg das Provisionsergebnis der Commerzbank im ersten Quartal lediglich um 0,5 Prozent auf 920 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um Gebühreneinnahmen, die unabhängig vom Zinsumfeld sind.

Die Bank will das Provisionsergebnis in den kommenden Jahren deutlich ausbauen, um ihren Gewinn trotz der erwarteten Zinssenkungen der EZB weiter auszubauen. Für 2024 peilt das Institut weiter einen Zuwachs von vier Prozent an.

Bank sammelt im großen Stil Einlagen ein

Im ersten Quartal schnitt das Firmenkundensegment mit einem operativen Rekordgewinn von 661 Millionen Euro erneut stark ab. Dazu trugen auch geringere Kosten bei. Konzernweit sank das Verhältnis von Kosten zu Erträgen auf 58 Prozent. Damit steht die Commerzbank deutlich besser da als die Deutsche Bank mit 68 Prozent.

Mit der Eigenkapitalrendite, die auf 10,5 Prozent stieg, schnitt die Commerzbank ebenfalls besser ab als ihr größter heimischer Konkurrent mit 8,7 Prozent. Die Eigenkapitalrendite ist die zentrale Kennzahl, um die Profitabilität von Geldhäusern zu messen.

Finanzchefin Bettina Orlopp bekräftigte, dass die Bank im zweiten Halbjahr erneut eigene Aktien zurückkaufen will. Foto: IMAGO/STAR-MEDIA

Im Privatkundengeschäft baute die Commerzbank ihren Betriebsgewinn im ersten Quartal fast um die Hälfte auf 423 Millionen Euro aus – vor allem dank eines florierenden Wertpapiergeschäfts und gestiegener Einlagen. Letztere erhöhten sich im Vergleich zu Ende 2023 um neun Milliarden auf 166 Milliarden Euro.

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Im weiteren Jahresverlauf geht Finanzchefin Bettina Orlopp jedoch nur noch von einem moderaten Einlagenwachstum aus. Das Institut habe die Zinssätze für neue Tagesgeldkonten in Erwartung künftiger EZB-Zinssenkungen bereits reduziert und werde seine Preise weiter anpassen, kündigte Orlopp an.

Sie geht zudem davon aus, dass Kundinnen und Kunden bei fallenden Zinsen verstärkt in Wertpapiere investieren werden. Deshalb könne es später im Jahr auch zu einem Einlagenabfluss kommen. 

Ist bei der M-Bank das Schlimmste vorbei?

Weiterhin Sorgen bereitet Orlopp die polnische Commerzbank-Tochter M-Bank. Diese musste Rückstellungen für umstrittene Fremdwährungskredite im ersten Quartal um weitere 318 Millionen Euro aufstocken. Aufgrund niedriger Zinsen in der Schweiz hatten viele Polen einst Franken-Kredite aufgenommen. Dann verlor die Landeswährung Zloty gegenüber dem Franken stark an Wert, wodurch die Belastungen für die Kreditnehmer stiegen.

Viele Betroffene klagten wegen möglicherweise unrechtmäßiger Klauseln gegen die Commerzbank – und bekamen häufig recht. Die M-Bank musste ihre Risikovorsorge deshalb immer wieder aufstocken.

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Nun versucht sie, mit möglichst vielen Kreditnehmern außergerichtliche Vergleiche zu schließen. Inzwischen hat die M-Bank fast 16.000 solcher Vergleiche unterschrieben – und ist der Ansicht, dass das Schlimmste nun überstanden ist.

Orlopp geht aber davon aus, dass 2024 noch weitere Rückstellungen nötig sein werden. Insgesamt sollten diese aber geringer ausfallen als im Vorjahr mit 1,1 Milliarden Euro. „Wir müssen davon ausgehen, dass es auch 2025 noch Belastungen gibt“, sagte die Finanzchefin. „Aber das sollte dann Jahr für Jahr deutlich weniger werden.“

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