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AWSAmazon wechselt Chef der Cloud-Sparte aus

AWS-Chef Adam Selipsky tritt zurück. Matt Garman soll ihm nachfolgen. Amazons Cloud-Sparte hinkt beim KI-Wettbewerb mit Microsoft und Google hinterher und will jetzt unbedingt aufholen.Katharina Kort 14.05.2024 - 20:21 Uhr
Adam Selipsky: Der Chef der Cloud-Sparte von Amazon, AWS, tritt zurück. Foto: REUTERS

New York. Adam Selipsky, der Chef von Amazons Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS), tritt zurück. Er wird vom bisherigen AWS-Vertriebs- und -Marketingleiter Matt Garman ersetzt.

Selipsky werde nach drei Jahren in diesem Juni gehen, „um sich seiner nächsten Herausforderung zu widmen“. Das teilte der Amazon-Vorstandsvorsitzende Andy Jassy am Dienstag in einer E-Mail an die Mitarbeiter mit.

Jassy hatte die lukrative Cloud-Sparte des Onlinehändlers selbst aufgebaut, bevor er Jeff Bezos an der Spitze des Unternehmens abgelöst hat. Die Sparte ist enorm wichtig für Amazon, weil sie die Gewinne für den Konzern erwirtschaftet, während das ursprüngliche Geschäft des Onlinehandels in der Vergangenheit auch schon häufiger Verluste geschrieben hat.

AWS ist immer noch der größte Anbieter von gemieteter Rechenleistung und Datenspeicherung, hat im ersten Quartal das stärkste Umsatzwachstum seit einem Jahr erwirtschaftet und ist auf dem besten Weg, im Laufe eines Jahres erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar Umsatz zu erzielen. Doch AWS war zuletzt in die Kritik geraten.

Bei dem wichtigen Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) war Amazon zuletzt unter den großen Tech-Konzernen und anderen Anbietern in Rückstand geraten. Microsoft und Google sind in dem Bereich der großen Sprachmodelle wie ChatGPT von OpenAI viel weiter.

Amazon-Chef Jassy: KI ist eine Chance für AWS

Amazon bietet mit Bedrock eine Plattform für KI-App-Entwicklungen, die auf AWS laufen, an. Außerdem kann AWS davon profitieren, dass Unternehmen für KI-Anwendungen mehr Speicherplatz benötigen. Amazon-Chef Jassy sieht in der KI daher ein enormes Potenzial. 

„Es gibt eine riesige Chance für uns“, sagte Jassy im April Analysten. „Ich bin mir nicht sicher, ob irgendeiner von uns eine Chance wie diese in der Technologie in einer wirklich langen Zeit gesehen hat seit der Cloud oder vielleicht sogar seit dem Internet.“

Diese Chance soll nun Matt Garman ergreifen. 

„Matt hat ungewöhnlich viele Fähigkeiten und Erfahrungen für seine neue Rolle“, sagte Jassy über den künftigen AWS-Chef. „Er ist sehr kundenorientiert, ein hervorragender Produktführer, erfinderisch, ein cleverer Problemlöser, kann Situationen gut einschätzen, hat hohe Standards und einen ausgeprägten Hang zum Handeln.“

Garman galt schon einmal als wahrscheinlicher Nachfolger von Jassy als Chef der Cloud-Sparte. Der langjährige Ingenieur leitete seit 2020 die Vertriebs- und Marketingteams von AWS. Garman begann seine Karriere bei AWS als Praktikant im Jahr 2005, kehrte ein Jahr später in Vollzeit zurück und war einer der ersten Produktleiter der Abteilung.

Mit Selipsky geht hingegen ein langjähriger Weggefährte von Jassy: Er war in den Anfangsjahren des Cloud-Konzerns die rechte Hand des heutigen Unternehmenschefs und leitete als Chief Operating Officer unter anderem die Bereiche Vertrieb und Marketing.

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Er verließ das Unternehmen 2016, um Tableau zu leiten, einen Hersteller von Datenvisualisierungstools aus Seattle. Dieser wurde später an Salesforce.com verkauft, bevor Selipsky vor drei Jahren zurückkehrte.

Der Aktienkurs von Amazon reagierte zunächst negativ auf die Nachrichten, erholte sich dann aber wieder.

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