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KIMit diesen neuen Modellen wollen Google, Microsoft und Apple überzeugen

In den USA überbieten sich die großen Tech-Konzerne mit Ankündigungen für neue Anwendungen. KI kann demnach bald schreiben, sehen und hören – fast wie ein Mensch.Stephan Scheuer 24.05.2024 - 10:23 Uhr
Microsoft-Chef Satya Nadella: Forciert den Einsatz von KI-Laptops. Foto: Microsoft

Seattle. Künstliche Intelligenz ist der zentrale Innovationstreiber der Technologiebranche. Während der vergangenen neun Tage überboten sich führende Tech-Firmen wie Microsoft, Google und OpenAI mit einer Reihe von neuen Produkten. 

In San Francisco stellte OpenAI zunächst eine neue Version seines Sprachmodells mit dem Namen GPT-4o vor. Am Tag darauf folgte die zweitägige Entwicklerkonferenz von Google in Mountain View. Am Montag schließlich veranstaltete Microsoft-CEO Satya Nadella in der Firmenzentrale in Redmond die Vorstellung eines überarbeiteten Windows-Systems. Und am Dienstag stand er zum Auftakt der dreitätigen Microsoft-Entwicklerkonferenz auf der Bühne.

So viel geballte Ankündigungen sind selbst für die extrovertierte US-Technologieszene ungewöhnlich. Und das sind nun die fünf zentralen Neuigkeiten, die mittelfristig die Wirtschaft prägen dürften:

1. KI-Laptops kommen auf den Massenmarkt

Microsoft-CEO Nadella gelang bei seiner Präsentation in Redmond ein Coup. Er stellte nicht nur eine neue Generation von Laptops vor, die mit  Künstlicher Intelligenz optimiert sind. Der Konzernchef schaffte es zum Start der neuen Gerätegeneration, alle führenden Laptophersteller der Welt – mit Ausnahme von Apple – zu versammeln: Samsung, Dell und Lenovo stellten in Redmond jeweils ihre Versionen von KI-Laptops vor.

Die entscheidende Neuheit bei diesen Geräten ist ein besonders leistungsfähiger KI-Chip. Als der große Gewinner der neuen Laptop-Generation gilt der Chipkonzern Qualcomm. „Sie haben sich auf einen Schlag einen neuen Markt erschlossen“, sagt der Analyst Stephen Kleynhans vom Marktforscher Gartner. 

Die Qualcomm-Chips machen es möglich, dass leistungsfähige KI-Anwendungen lokal auf dem Laptop laufen, ohne dass Daten das Gerät verlassen. Microsoft stellte dabei eine Technik vor, mit der in Echtzeit gesprochene Sprache auf dem Laptop übersetzt wird, egal ob in einer Videokonferenz oder in einem Film.

2. Neue KI-Modelle können sehen, schreiben und sprechen

Die neueste Generation der KI-Modelle kann offenbar auch die gesamte Umgebung wahrnehmen. Sowohl OpenAI als auch Google präsentierten neue Versionen ihrer Sprachmodelle, die viel stärker darauf ausgelegt sind, in unseren Alltag integriert zu werden. Sie basieren nicht länger auf einer Texteingabe und sind darauf programmiert, passende Textantworten zu liefern. Sie können direkt mit Videoaufnahmen umgehen oder in einen Sprachdialog integriert werden.

Bei der Präsentation des neuesten Modells nutzte das Team von Google eine Digitalbrille, die die Umgebung abfilmte. In der ersten Version kann das KI-System Gegenstände erkennen. Google gab aber bereits einen Ausblick auf das „Project Astra“ genannte Vorhaben, an dem noch in den Laboren getüftelt wird. Es soll künftig in der Lage sein, konstant gefilmte Umgebungsdaten auszuwerten. Das neue Modell von OpenAI, GPT-4o, zielt ebenfalls in diese Richtung.

Die KI-Modelle kommen damit dem zentralen Versprechen näher, dass Anwender tatsächlich nützliche Assistenten enthalten, die unseren Alltag ganz praktisch einfacher gestalten.

3. KI-Zusammenfassungen statt klassischer Internetsuche

Seit dem Start der Internetsuche von Google vor 27 Jahren hat sich beim Aufbau der Technik wenig verändert. Nach der Eingabe von Suchbegriffen filtert Google eine Reihe von weiterführenden Links. Dieses Vorgehen baut Google nun um. In den USA werden mittlerweile zunächst KI-generierte Zusammenfassungen angezeigt, bevor die eigentliche Suchliste ausgegeben wird.

Bis zum Ende des Jahres soll diese Funktion einer Milliarde Menschen zur Verfügung stehen. Wann genau die Technik nach Deutschland kommen wird, lässt Google offen.

Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies warnt, Google müsse es noch gelingen, die hohen Kosten für den Einsatz der KI-Zusammenfassung sowie negative Auswirkungen auf das Werbegeschäft einzudämmen. Dennoch werde KI Google helfen, seine Position auf dem Suchmarkt auszubauen, prognostizierte Thill.

Konkurrent Microsoft geht mit seiner Internetsuche Bing noch einen Schritt weiter. Der Windows-Konzern ersetzt die Internetsuche durch einen Dialog. Das Aufrufen weiterer Internetseiten ist demnach gar nicht mehr nötig.

Medienunternehmen zeigten sich entsetzt. Sie lassen ihre Inhalte bislang von Google und Microsoft durchsuchen, damit sie in der Suche auftauchen. Im Gegenzug profitieren sie davon, wenn Nutzer auf ihre Seiten kommen. Mit der neuen KI-Suche muss aber kein Nutzer mehr auf die bislang angezeigten Seiten gehen, kritisiert etwa Danielle Coffee. Sie leitet die News Media Alliance, die 2200 Verlage vertritt.

4. Der Preiskampf zwischen KI-Anbietern beginnt

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist teuer. Besonders leistungsfähige Modelle müssen meist in Rechenzentren betrieben werden und erfordern dort spezialisierte KI-Chips. Daher setzen die Unternehmen auf Effizienzgewinne.

OpenAI senkte mit GPT-4o die Kosten im Vergleich zum Vorgängermodell um die Hälfte und verdoppelte gleichzeitig die Geschwindigkeit. Auch Google setzt mit seiner Gemini-Reihe auf verbesserte und effizientere Modelle. Es beginnt ein Preiskampf – womöglich zum Nutzen der Endkundenfirmen.

5. Was genau präsentiert Apple?

In zwei Wochen lädt Apple zur jährlichen Entwicklerkonferenz in die Firmenzentrale nach Cupertino. Auf der Veranstaltung dürfte der Konzern dann seine KI-Initiative präsentieren. Aufgrund der Kundenbasis von aktuell mehr als zwei Milliarden im Einsatz befindlichen Geräten dürfte jede Produktentscheidung von Apple massive Auswirkungen für den gesamten Markt haben.

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Die nächste Generation von iPhones könnte etwa einen Chatbot enthalten, der auf der Technik von OpenAI beruht. Beide Firmen seien seit längerer Zeit in Gesprächen und eine gemeinsame Ankündigung sei für die Entwicklerkonferenz geplant, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch mit Google soll Apple verhandelt haben. Schon heute zahlt Google jährlich eine Milliardensumme an Apple, damit die Google-Suche als Standard auf jedem iPhone und iPad voreingestellt ist.

Erstpublikation: 22.05.2024, 11:33 Uhr

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