Quartalszahlen: Schwedisches Fintech Klarna beschleunigt sein Wachstum
Berlin. Der schwedische Zahlungsanbieter Klarna ist zum Jahresstart stärker gewachsen. Die Einnahmen kletterten im ersten Quartal um 29 Prozent auf 6,4 Milliarden schwedische Kronen (560 Millionen Euro), wie das Fintech am Donnerstag mitteilte. Dazu trug vor allem das florierende US-Geschäft bei. 2023 lag das Plus bei 22 Prozent.
Dank sinkender Kosten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Einsparungen beim Personal erzielte Klarna ein bereinigtes Bruttoergebnis von fast 20 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein bereinigter Bruttoverlust von rund 43 Millionen Euro in der Quartalsbilanz gestanden. Weltweit zählt die Firma 150 Millionen aktive Kunden und kommt auf zwei Millionen Transaktionen pro Tag.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt hatte Mitgründer und Firmenchef Sebastian Siemiatkowski im März angekündigt, Klarna werde auch im Gesamtjahr profitabel sein.
Einen Beitrag dazu leistet KI, beispielsweise in Form des Chatbots Kiki, der auf dem Sprachmodell ChatGPT von OpenAI basiert. Zudem habe KI geholfen, die Marketing- und Vertriebsausgaben im Startquartal um elf Prozent zu senken, hieß es. Als Beispiel nannte Klarna Einsparungen bei der Bilderstellung durch den Einsatz von Programmen wie Midjourney, Dall-E und Firefly.
Klarna war einst das teuerste nicht börsennotierte europäische Start-up. Die Bewertung stieg in der Coronazeit auf fast 46 Milliarden Dollar, im Zuge der Zinswende und des Absturzes von Tech-Werten am Aktienmarkt fiel sie im Folgejahr aber auf knapp sieben Milliarden Dollar zurück.
Inzwischen gilt die 2005 gegründete Firma als aussichtsreichster Börsenkandidat für dieses Jahr. Siemiatkowski erklärte kürzlich, Klarna bereite sich auf ein Debüt am Aktienmarkt vor. Dabei könnte die Bewertung wieder auf bis zu 20 Milliarden Dollar steigen.