KI-Briefing: Europa hat sich zu lange darauf fokussiert, nicht abgehängt zu werden
Wenn Sie nur wenig Zeit haben, liebe Leserinnen und Leser,
dann geht es Ihnen wie mir. Denn jetzt ist der Moment für ein Geständnis: In den vergangenen Wochen habe ich mich von meinem Team, unseren Korrespondenten und Reporterinnen manchmal genauso über die neuesten KI-Nachrichten briefen lassen müssen wie Sie sich von mir.
Mein Hauptaugenmerk galt in dieser Zeit dem größten und wichtigsten Projekt, das wir beim Handelsblatt je gestartet haben: der Technology Experience Convention Heilbronn – kurz TECH. Von Sonntag bis Dienstag launchen wir unsere neue Flagship-Konferenz. Und das ist erst der Anfang.
Warum das wichtig ist? Die TECH soll das Forum für den strategischen Dialog über die wirtschaftliche und technologische Zukunft Europas werden. Zum Auftakt haben wir 1100 führende Köpfe aus Unternehmen, Forschung und Politik eingeladen. Drei Tage werden wir diskutieren:
- Wie kann und muss Europas geostrategische Rolle in der neuen Weltordnung aussehen?
- Welche Schlüsseltechnologien müssen wir entwickeln, um wirtschaftlich stark genug zu bleiben und für andere Staaten und Akteure nicht erpressbar zu sein?
- Und brauchen wir dafür eine gemeinsame europäische Innovationspolitik?
Die TECH kommt genau zur richtigen Zeit. Zwar reden wir in Europa schon lange über die Fragen der Souveränität. Doch nie war das Bewusstsein, dass wir dringend Antworten darauf suchen und finden müssen, so hoch wie jetzt. Der russische Angriff auf die Ukraine und die späte Erkenntnis, dass wir uns auf die USA als Partner nicht mehr uneingeschränkt verlassen können, wirken wie ein Katalysator.
Ob Künstliche Intelligenz, Quantencomputing oder Satellitennetzwerke: Europa hat sich lange darauf fokussiert, bei diesen Technologien nicht abgehängt zu werden. Ich bin überzeugt: Das wird nicht reichen. Um Bedeutung in der Welt zu wahren, müssen wir Kräfte vereinen, den Einsatz erhöhen und auf Technologieführerschaft abzielen.
Damit all das auch wirklich in jeder Business Lounge und am besten an jedem Kiosk ankommt, widmen wir an diesem Freitag eine ganze Handelsblatt-Ausgabe den Technologien, die für die Zukunft Europas entscheidend sind.
Wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir, als ich mir gestern Abend eine der ersten druckfrischen Ausgaben aus dem Transporter vor der Handelsblatt-Redaktion in Düsseldorf geschnappt habe: Ich wusste kaum, wo ich anfangen soll.
Meine Empfehlung:
- Fangen Sie mit dem Interview an, das mein Kollege Jens Münchrath mit der Innovationsökonomin Francesca Bria geführt hat. Jede Antwort ist ein Donnerschlag und verdeutlicht, warum es höchste Zeit für ein Forum wie die TECH ist. Bria sagt etwa: „KI ist eine neue Kraft, die das gesamte globale Industriesystem neu ordnet. Die globale Ordnung verschiebt sich rasant, und im Zentrum steht ein regelrechter Kalter Krieg um Technologien. Die USA instrumentalisieren ihre digitale Vorherrschaft zur Erreichung geopolitischer Ziele, setzen ihre Dominanz gewissermaßen als Waffe ein. KI wird diesen Trend verstärken.“ Das Beste: Bria hat meinem Kollegen auch ein paar konkrete Maßnahmen genannt, mit denen Europa jetzt reagieren sollte.
- Ähnlich starke Zitate wie von Bria werden Sie im Interview mit KI-Nobelpreisträger Geoffrey Hinton finden – für mich ein klares Highlight dieser Ausgabe. Der Kognitionspsychologe hat seinen Job bei Google gekündigt, um offener über die Risiken von KI sprechen zu können. Im Gespräch mit KI-Reporterin Luisa Bomke und unserem stellvertretenden Chefredakteur Martin Knobbe fordert er nun strenge Regeln für die Technologie und sagt über den EU AI Act: Dies sei ein Anfang, allerdings ein schwacher. „Die existenziellen Risiken, etwa dass die KI die Kontrolle über uns übernimmt, werden nicht adressiert.“
- Wenn Sie sich dem Thema digitale Souveränität mit weniger Doomsday-Szenarien widmen wollen, dann wiederum sollten Sie mit dem Text unseres Reporters Sebastian Dalkowski starten. Mit der für ihn typischen Selbstironie beschreibt er seinen Versuch, ohne amerikanische Software zu leben. Und ich finde, er ist damit ziemlich weit gekommen.
Sie können natürlich auch mit dem Stück über den Tech-Milliardär Ben Lamm starten, der mithilfe von KI die ausgestorbenen Mammuts zurückbringen will. Oder Sie schauen sich die tolle Grafik an, in der ein Team von Kollegen unsere Abhängigkeit von kritischen Materialien aufgezeigt hat. Den besten Überblick, wie es in Europa um die Abhängigkeit bei Schlüsseltechnologien bestellt ist, auf welchen Gebieten es aber auch Chancen auf den nächsten Durchbruch gibt, finden Sie in der großen Titelgeschichte.
Ich wünsche Ihnen ganz viel Freude beim Lesen. Und wenn Sie danach die TECH miterleben wollen, können Sie das von Sonntag an über unseren Livestream tun. Ein paar Highlights aus dem Programm, das ich über Wochen mit unserem Konferenzteam kuratiert habe, finden Sie in der Rubrik Handelsblatt Community.
Worüber die Szene spricht
Das weiß diese Woche am besten mein Kollege Christof Kerkmann. Denn er war diese Woche in Orlando, im US-Bundesstaat Florida, wo Europas größter Technologiekonzern SAP seine firmeneigene Konferenz Sapphire ausgerichtet hat.
Die wichtigste KI-Nachricht, die er aus den USA mitgebracht hat: Der Konzern verspricht durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz Produktivitätsgewinne von bis zu 30 Prozent. Wie das gelingen soll, lasse ich Christof selbst berichten:
Der digitale Assistent Joule soll künftig omnipräsent sein – nicht nur in den Anwendungen von SAP, sondern auch von anderen Herstellern. Nutzer und Nutzerinnen können mit einfachen Kommandos Daten über Lieferanten heraussuchen oder einen Urlaubsantrag stellen. Mehrere KI-basierte Agenten sollen lästige Aufgaben weitgehend autonom erledigen. Vertriebler sollen beispielsweise automatisch Angebote samt Preisen erstellen lassen können. Die finale Entscheidung bleibt aber beim Menschen.
Der Konzern schafft die Infrastruktur dafür, damit Geschäftskunden selbst Automatisierungen für ihre SAP-Systeme programmieren können. Die Technologie fasst SAP in der „AI Foundation“ zusammen, einer Art Betriebssystem für Künstliche Intelligenz.
Derartige Konzepte verfolgen so ziemlich alle, die Unternehmenssoftware entwickeln. SAP-Produktentwicklungschef Muhammad Alam ist aber davon überzeugt, dass sein Arbeitgeber einen „einzigartigen Wettbewerbsvorteil“ habe: einerseits dank der Anwendungen mit ihrer Geschäftslogik, andererseits dank der Daten Tausender Unternehmen, die – mit Zustimmung und anonymisiert – als Trainingsmaterial dienen.
Natürlich habe ich Christof auch nach seiner persönlichen Einschätzung gefragt – schließlich beobachtet kein zweiter Journalist den Walldorfer Konzern so lückenlos wie er. Sein Eindruck ist: Das SAP-Management rund um Vorstandschef Christian Klein hat eine überzeugende Strategie entwickelt und die gesamte Organisation darauf ausgerichtet. Intern kommen einige der Funktionen bereits zum Einsatz, etwa der Programmierassistent Joule for Developers.
Bis sich Kunden ein eigenes Bild machen können, dauert es noch: Die meisten Neuerungen werden erst in einigen Monaten veröffentlicht. Wer sich in der Zwischenzeit schlau machen will, liest am besten Christofs umfassenden Bericht aus Orlando.
Was Sie sonst noch wissen sollten
1. Siemens will mit einer Industrie-KI Produktivitätsgewinne von 50 Prozent ermöglichen. Der Konzern will dafür jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag in Künstliche Intelligenz investieren – ein Großteil davon soll in die Entwicklung eines eigenen KI-Modells fließen. Das „Industrial Foundation Model“ soll laut Peter Körte gezielt auf eigenen Fabrik- und Entwicklungsdaten trainiert werden. Siemens setzt bei der Entwicklung auf Partner wie Microsoft und Nvidia – und auf Europas Stärke im Geschäftskundenbereich. Im Interview mit Industriereporter Axel Höpner hat Körte erklärt, was das Modell von bereits existierenden Modellen unterscheiden soll.
2. Google will seine Suchmaschine noch schneller und grundlegender umbauen. Das hat Sundar Pichai, der CEO des Google-Mutterkonzerns Alphabet, am Dienstag bekanntgegeben. Der Grund: Google steht massiv unter Druck, weil immer mehr Nutzer lieber direkt eine Antwort lesen wollen, anstatt sich durch Links zu klicken. Diesen Service bieten ihnen KI-Firmen wie OpenAI, Perplexity und You.com. Und plötzlich passiert das bisher Undenkbare: Googles Quasi-Monopol auf die Internetsuche ist bedroht. Mein Kollege Philipp Alvares de Souza Soares berichtet, was der Konzern ändern will und welche Geschäftsmodelle dadurch gefährdet werden.
3. Microsoft geht Partnerschaft mit Elon Musks KI-Firma xAI ein. Das haben Microsoft-Chef Satya Nadella und der Tech-Milliardär Elon Musk in dieser Woche auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz „Build“ angekündigt. Microsoft will den xAI-Chatbot Grok über Azure anbieten und perspektivisch in eigene Produkte integrieren. In der Szene hat das für Kritik gesorgt, denn Musk und sein Chatbot sind umstritten. Fragen wirft die Nachricht auch mit Blick auf Microsofts enge Zusammenarbeit mit OpenAI auf. Felix Holtermann hat sich angeschaut, was der Schulterschluss zwischen Nadella und Musk für den ChatGPT-Entwickler bedeutet.
4. Nvidia startet milliardenschwere KI-Offensive – und bricht mit alten Prinzipien. Im globalen Rennen um Rechenleistung und technologische Souveränität wagt der US-Chiphersteller einen doppelten Vorstoß: Gemeinsam mit Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten plant Nvidia, Europas größtes Rechenzentrum zu bauen. Gleichzeitig öffnet sich der Konzern für Chips anderer Hersteller und verabschiedet sich damit von einem zentralen Grundsatz seines bisherigen Geschäftsmodells. Martin Kölling analysiert die Hintergründe des Strategiewechsels.
5. Das KI-Start-up Alpas AI profitiert vom Zollstreit. Die Software des Unternehmens hilft Industrieunternehmen, mithilfe Künstlicher Intelligenz schnell passende Lieferanten zu finden. Denn höhere Zölle verteuern die Einfuhr aus verschiedenen Ländern erheblich und können zu Unterbrechungen in den Lieferketten führen. Unternehmen sind gezwungen, günstigere oder lokale Alternativen zu suchen.
Meine Kollegin Luisa Bomke hat mit Investoren und Kunden von Alpas AI gesprochen – und herausgefunden, dass der große Nachfrageboom womöglich noch bevorsteht.
6. Microsofts Copilot und andere Chatbots sollen künftig direkt auf Daten von Statista zugreifen. Das Statistikportal startet eine strategische Partnerschaft mit Microsoft. Sie soll es Nutzern etwa ermöglichen, direkt im Microsoft-Programm PowerPoint Grafiken mit Statista-Daten zu erstellen. Für Statista-CEO Marc Berg ist das nur der Anfang. Mindestens fünf weitere Deals dieser Art sollen bis Jahresende folgen. Statista soll so als verlässliche Quelle in KI-Ökosystemen etabliert werden – und eine Marktlücke besetzen. Mein Kollege Christof Kerkmann berichtet, wie sich das Unternehmen neu erfindet – und warum die Zeit drängt.
7. OpenAI will in das Geschäft mit Elektronikgeräten einsteigen. Deshalb hat die ChatGPT-Entwicklerfirma das Start-up des früheren Apple-Chefdesigners Jony Ive für rund 6,5 Milliarden Euro übernommen. Mit seinem Start-up entwickelte Ive KI-Geräte ohne Bildschirm, die per Spracheingabe gesteuert werden können. Jetzt soll der Designer die Hardware-Entwicklung bei OpenAI verantworten. OpenAIs Vision ist ambitioniert: Das Start-up von Gründer Sam Altman will eine neue Generation von KI-Computern entwickeln.
PS: Mein Kollege Joachim Hofer war bei der Büroeröffnung von OpenAI in München – wo genau das Büro liegt, blieb aber ein gut gehütetes Geheimnis.
8. Klarna setzt wieder auf Menschen statt auf Maschinen. Der Zahlungsdienstleister wollte seine Belegschaft mithilfe von KI drastisch verkleinern – und Millionen einsparen. Vor allem im Kundenservice sollten Stellen gestrichen werden. Jetzt folgt die Kehrtwende: Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski hat angekündigt, freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kundenservice einstellen zu wollen. Das hat auch technische Gründe. Meine Kolleginnen Luisa Bomke, Nadine Schimroszik und Elisabeth Atzler haben analysiert, warum der KI-Vorreiter zurückrudert – und wie Klarna den KI-Einsatz künftig steuern will.
Grafik der Woche
Europa macht ein Viertel des weltweiten KI-Marktes aus. Laut Daten von Statista Market Insights beträgt der Wert des weltweiten KI-Marktes 2025 knapp 223 Milliarden Euro. Dieser Wert soll sich bis 2030 mehr als verdreifachen.
Dabei punktet Europa vor allem als Anwender, nicht als Bereitsteller von großen Grundlagenmodellen. Die Stärken der hiesigen Unternehmen liegen in intelligenten Produktionsprozessen, der vorausschauenden Wartung und automatisierten Qualitätskontrolle.
Für die große monothematische Handelsblatt-Ausgabe zur TECH hat sich ein Team aus Reportern und Analysten aus dem Handelsblatt Research Institut angeschaut, wie Europa bei anderen Schlüsseltechnologien aufgestellt ist. Entstanden sind dabei viele anschauliche Grafiken. Schauen Sie also unbedingt in die Wochenendausgabe.
Was wir lesen? Die TECH-Ausgabe
Und das sind unsere Empfehlungen für Sie:
Deutschland hat den Quantenvorteil. Die Bundesrepublik liegt bei Entwicklung und Anwendung weiter vorn als viele denken – und hat gute Aussichten auf einen Milliardenmarkt. (Feature / Bert Fröndhoff, Thomas Jahn, Christof Kerkmann)
Open-Source-Modelle bedrohen Europas Cybersicherheit. Dank ihnen können Kriminelle hoch entwickelte Angriffstools erstellen. (Hintergrundbericht / Stephan Scheuer)
Wir brauchen eine ethische Künstliche Intelligenz und eine Aufklärung 2.0. Sonst könnte die Technologie unsere liberale Demokratie bedrohen, erklärt Positivphilosoph Markus Gabriel. (Essay)
Europa hat alle Voraussetzungen, um die industrielle KI-Entwicklung anzuführen. Dafür darf die Industrie KI nicht nur als Mittel zur Kostensenkung sehen, schreiben AMD-Chefin Lisa Su und Silo-Gründer Peter Sarlin. (Gastbeitrag)
Architekt Markus Hollwich baut mithilfe von KI Häuser. Dank 1300 KI-Anwendungen wird das Architekturbüro HWKN schneller, besser und kreativer. (Feature / Thorsten Firlus)
Deutschland liegt bei der Nutzung von KI weltweit vorn. Damit ist das Land gut positioniert, um im KI-Rennen vorn mitzuspielen, meint ChatGPT-Chef Nick Turley. (Gastbeitrag)
Handelsblatt KI-Community
Von Kohle und Stahl zu KI und Quanten
Die Keimzelle der EU war die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Kann sie jetzt zur Technologieunion werden? In der Diskussion: der Chef der Schwarz Gruppe, Gerd Chrzanowski, Siemens-Vorstand Cedric Neike, die Strategieberaterin Ann Mettler und Ex-Vizekanzler Joschka Fischer.
Sonntag, 16:30 Uhr, Blue Stage
Fakten, Wahrheit und Vertrauen
Die philippinisch-amerikanische Journalistin Maria Ressa kämpft für Pressefreiheit und Demokratie. 2021 erhielt sie dafür den Nobelpreis. In einer Keynote spricht sie darüber, wie wir die Wahrheit in Zeiten von Desinformation verteidigen müssen.
Sonntag, Blue Stage, 18:05 Uhr
Europas neue Wachstumsmaschine – heißt sie Pharma?
Nachdem die Autoindustrie schwächelt, braucht Deutschland eine neue Leitindustrie. Übernimmt Pharma? Diskussion mit Karim Beguir (Instadeep), Nikita Popov (Novartis), Philipp Rösler (Gesundheitsminister a.D.) und Gisbert Schneider (ETH Zürich).
Montag, 9:25 Uhr, Purple Stage
Bill Anderson, wie führen Sie Bayer zum Durchbruch?
Der CEO des Pharmakonzerns setzt auf Eigenverantwortung und agile Teams. Welche bahnbrechenden Entwicklungen sind jetzt zu erwarten? Und muss Bayer dafür ein KI-Konzern werden? Das fragen wir Bill Anderson im Q&A.
Montag, 11:00 Uhr, Purple Stage
Katherina Reiche: Ihre Pläne für die Wirtschaft
Vor drei Wochen war sie noch CEO von Westenergie. Welche Strategie und KPIs verfolgt Katherina Reiche für die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft? Interview mit Chefredakteur Sebastian Matthes.
Montag, 11:10 Uhr, Blue Stage
Karsten Wildberger: Seine Prioritäten für ein digitales Deutschland
Es ist das erste Interview von Karsten Wildberger im Amt. Unser Chefredakteur Sebastian Matthes will wissen, wo er für die digitale Zukunft Deutschlands jetzt die Schwerpunkte setzt.
Montag, 14:10 Uhr, Blue Stage
Open Source ist Europas beste Chance bei KI – wahr oder falsch? Nützt KI-Forschung mit offenem Code allen Unternehmen und der Gesellschaft? Oder ist sie sogar gefährlich? Die wohl wichtigste Diskussion der KI-Szene – live auf der TECH. In einer Oxford Style Debate argumentieren die Black-Forest-Labs-Gründer Robin Rombach und Andreas Blattmann, Gianna Lengyel von Mistral AI, Aleph-Alpha-Chef Jonas Andrulis, Investor Nils Seele von LEA Partners und Accenture-Beraterin Vanessa Cann. Und Sie dürfen mit abstimmen!
Montag, 16:20 Uhr, Blue Stage
Die verrücktesten Tech-Wetten, von denen Sie 2025 hören werden
Superintelligente Roboter, übermächtige Computer – und die Rückkehr der Mammuts: Was in den Laboren der Welt erforscht wird, klingt längst wie Science Fiction. Ein Blick in die Zukunft mit der Leiterin des Quantum Social Lab, Fabienne Marco, Vsquared-Investor Thomas Oehl und Tech-Milliardär Ben Lamm von Colossal.
Montag, 18:25 Uhr, Purple Stage
Von Öl zu KI – Innovationspolitik am Golf
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen vom Öl-Staat zum KI-Staat werden. Omran Sharaf ist Ingenieur, Weltraumwissenschaftler und Regierungsbeamter im Außenministerium. Im Interview will Handelsblatt-Digitalchefin Charlotte Haunhorst herausfinden: Wie schaffen sie das?
Dienstag, 11:05 Uhr, Blue Stage
Karl-Theodor zu Guttenberg (hinter-)fragt die Medien
Welche Rolle spielen die Medien, wenn die Welt mit KI-generierten Inhalten und Deepfakes geflutet wird? Und wie gehen sie damit um, dass sie gerade jetzt selbst immer weniger Vertrauen genießen? Im Media Briefing stellt Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Fragen und die Journalisten Sebastian Matthes (Handelsblatt), Miriam Meckel (Ada) und Florian Hager (HR) geben Antworten.
Dienstag, 10:00 Uhr, Purple Stage
Keine Hand am Steuer – Autonome Autos made in Europe
Wayve ist das bestfinanzierte Start-up Europas im Bereich Autonomes Fahren. CEO Alex Kendall zeigt in einer Demo, wie die Technologie dahinter funktioniert.
Dienstag, 10:40 Uhr, Purple Stage
Den Mond anzielen vs. den Mars besiedeln
Europa braucht mehr „Moonshots“, heißt es oft. So nennt die Technologieszene extrem ambitionierte Projekte. Die Wahrheit ist aber auch: Elon Musk träumt längst vom Mars. Im Fishbowl-Format diskutieren Gäste der TECH mit dem ehemaligen Digitalminister Volker Wissing, Fides-Gründerin Lisa Gradow und den Start-up-Investoren Christian Miele (Headline) und Hendrik Brandis (Earlybird), ob Europa groß genug denkt.
Dienstag, 14:15 Uhr, Blue Stage
Neugierig geworden? Hier geht’s direkt zu den Livestreams der Blue Stage und der Purple Stage. Das gesamte Programm finden Sie hier.
Kennen Sie schon...?
Wer ist Irina Rish? Eine führende KI-Wissenschaftlerin, die erforscht, wie sich die Fähigkeiten von KI-Modellen mit zunehmender Größe verändern, warum neue Fähigkeiten dieser Modelle manchmal plötzlich auftreten und wie sich sicherstellen lässt, dass KI dauerhaft tut, was der Mensch von ihr will.
Wo kommt sie her? Aus Kanada! Die Professorin leitet an der Université de Montréal das Autonous AI Lab und ist festes Mitglied des renommierten KI-Forschungsinstituts MILA, das vom Turing-Preisträger Yoshua Bengio gegründet wurde.
Was hat sie vor? Das können Sie im Livestream der TECH verfolgen. Irina Rish hält am Montag ab 15:10 Uhr eine Keynote und diskutiert im Anschluss mit Aleph-Alpha-Chef Jonas Andrulis, Silo-AI-Gründer Peter Sarlin und mir, was es bei Unternehmen braucht, um bei der KI-Entwicklung und -Anwendung führend zu sein.
Wo Sie uns hören
Kurz vor der TECH hat unser Chefredakteur Sebastian Matthes mich in seinen Podcast Handelsblatt Disrupt eingeladen. Er hat mich gefragt, mit welchen Fragen ich nach Heilbronn fahre, auf welche Highlights ich mich besonders freue und welche Impulse ich mir von der Konferenz erhoffe.
Im Anschluss spreche ich in dem Podcast mit Earlybird-Investor Andre Retterath. Er hat früher als andere in seiner Branche erkannt, dass sich auch die Wagniskapitalbranche selbst disruptieren muss. Warum nun plötzlich ganz viele Wettbewerber auf KI-unterstütztes Investieren aufspringen, hören Sie im Podcast. Ein Tipp: Wenn Sie direkt das Interview mit Andre Retterath hören wollen, dann finden Sie das Gespräch auch in der Sonderfolge des Handelsblatt-KI-Briefing Podcasts.
Investor Andre Retterath: Wie KI das Wagniskapital transformiert
Das war das KI-Briefing Nummer 90. Mitarbeit: Luisa Bomke, Lina Knees, Martina Held (Grafik). Wenn Sie auch nächste Woche wieder mitlesen wollen, abonnieren Sie das KI-Briefing am besten als Newsletter.