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Wind- und Solarpark-ÜbernahmeKKR und Viessmann haben mehr als zwei Drittel an Encavis sicher

Nach dem Verkauf des Familienunternehmens will Max Viessmann verstärkt in klimafreundliche Firmen investieren. Dabei kommt er nun einen großen Schritt voran. 04.06.2024 - 12:59 Uhr
Max Viessmann sucht nach klimafreundlichen Investments. Foto: imago images / Hoffmann

München. Der US-Finanzinvestor KKR und die Familie Viessmann sind bei der Übernahme des Hamburger Wind- und Solarpark-Betreibers Encavis am Ziel. Das Bieterkonsortium aus einem KKR-Infrastrukturfonds und Viessmann sicherte sich nach eigenen Angaben vom Dienstag 68,55 Prozent der Anteile an Encavis, die bei dem Verkauf mit 2,8 Milliarden Euro bewertet wird.

Bedingung für den Erfolg der Übernahme war ein Anteil von 54,29 Prozent, so dass die Investoren auch nach der Ausübung der Wandelanleihen von Encavis auf eine Mehrheit kämen. Knapp 31 Prozent hatten sie sich bereits vorab von den Encavis-Großaktionären um den Hamburger Milliardär Albert Büll gesichert.

Für die Viessmanns, die laut dem Angebotsprospekt bis zu 707 Millionen Euro in Encavis investieren, ist es das erste große Engagement nach dem milliardenschweren Verkauf des Heiztechnik-Geschäfts an den US-Klimaanlagenkonzern Carrier Global.

Firmenchef Max Viessmann will den Erlös unter anderem in die Energiewende investieren. „Wir wollen einen Beitrag leisten, dass der Planet noch lebenswert ist“, sagte Viessmann am Montagabend im Club Wirtschaftspresse in München. „Aber wir sind nicht naiv und wir zahlen nicht die hohen Preise.“ Encavis habe man dabei schon im Visier gehabt, ehe KKR-Mitgründer Henry Kravis die Familie darauf angesprochen habe. Daraufhin habe man sich entschieden, bei der Übernahme gemeinsame Sache zu machen.

Die Entscheidung zum Verkauf des bisherigen Kerngeschäfts an Carrier sei das Ergebnis langfristiger Überlegungen gewesen, sagte Viessmann.

Wir können fünf Milliarden ausgeben und sind dann schwächer als vorher.
Max Viessmann, Viessmann Group

Das hessische Unternehmen sei in Deutschland zwar auch bei Wärmepumpen unangefochtener Marktführer gewesen. Doch selbst mit einem milliardenschweren Zukauf in Amerika oder auch einer europäischen Lösung hätte man die Größennachteile gegenüber den großen Klimatechnik-Herstellern nicht wettmachen können.

„Wir können fünf Milliarden ausgeben und sind dann schwächer als vorher“, sagte Viessmann. Klimaanlagen und Wärmepumpen, auf die Deutschland in der Energiewende zum Heizen setzt, sind technisch eng verwandt. Auch ein Börsengang sei verworfen worden. „Das hätte uns strategisch nicht geholfen.“

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KKR und Viessmann wollen Encavis nun so schnell wie möglich von der Börse nehmen. "Encavis gewinnt dadurch Flexibilität, sich auf seine Kernziele zu konzentrieren", sagte KKR-Manager Vincent Policard. Dagegen regt sich aber Widerstand. Der Vermögensverwalter AllianzGI hat angekündigt, auf der Hauptversammlung am Mittwoch Vorstand und Aufsichtsrat nicht zu entlasten, weil das geplante Delisting die übrigen Aktionäre benachteilige. Diese haben nun noch einmal von Mittwoch bis zum 18. Juni Zeit, ihre Anteile dem Mehrheitseigentümer anzudienen. 

rtr
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