Wahlen: Indiens neue Koalition besteht aus 15 Parteien
Neu-Delhi. Nach der Parlamentswahl in Indien soll der bisherige Ministerpräsident Narendra Modi eine neue Regierung auf der Grundlage einer 15-Parteien-Koalition führen. Das Bündnis Nationale Demokratische Allianz (NDA) werde nach Einigkeit streben und erfolgreich sein, sagte Modi am Freitag bei der Verkündung des Regierungsauftrags durch Präsidentin Droupadi Murmu. Die Vereidigung sei für Sonntagabend geplant.
Modi hatte zuvor nach seiner Ernennung zum Chef der NDA erklärt, Ziel werde es unter anderem sein, die Ersparnisse der Mittelschicht zu mehren und deren Lebensqualität zu verbessern, da „die Mittelschicht die treibende Kraft des Landes ist“.
Modi wird damit zum zweiten indischen Ministerpräsidenten mit einer dritten Amtszeit. Vor ihm gelang das Jawaharlal Nehru, dem ersten Regierungschef seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947. Dass Modi dabei auf eine Koalition angewiesen ist, gilt als Rückschlag, denn seine Bharatiya Janata Party (BJP) hatte 2014 und 2019 absolute Mehrheiten errungen. In dieser Zeit regierte Modi mit autoritärer Hand. Experten zufolge könnte die indische Politik nun wieder von mehr Unsicherheit geprägt sein. Der Ausgang der Wahl hatte entsprechend an der Börse für Nervösität gesorgt und zunächst den wichtigsten Index Nifty50 belastet.
Die sechs Wochen dauernde Wahl war am Samstag zu Ende gegangen. Zu den Schlüsselthemen gehörten die Arbeitslosigkeit im Land sowie steigende Preise und sinkende Einkommen. Einer Nachwahlbefragung zufolge waren dies auch die Gründe für Modis schwächeres Abschneiden. Die Wahl war die größte der Welt: Gut eine Milliarde Inder waren aufgerufen gewesen, ein neues Unterhaus zu wählen, 642 Millionen kamen dem nach.