Asset-Manager: Gewinne von Vermögensverwaltern brechen dramatisch ein
Frankfurt. In nur zwei Jahren sind die Gewinne der Asset-Manager dramatisch gesunken. Sie gingen laut McKinsey weltweit um 18 Prozent zurück, in Europa sogar um 32 Prozent. Und die Experten der Beratungsgesellschaft haben wenig Hoffnung für die Zukunft. So sagt Partner Christian Zahn: „Bei schlechteren Börsen werden die Gewinne dynamischer nach unten laufen, es könnte das Ende einer Ära sein.“
Die Einschätzung des McKinsey-Experten mag erstaunen. Denn eigentlich befindet sich die Finanzbranche in einer blendenden Lage. So sind im abgelaufenen Kalenderjahr etwa die Aktienkurse an der Weltleitbörse Wall Street um außerordentliche 24 Prozent gestiegen, auch die Anleihekurse haben zugelegt.
Zudem sind die von den Verwaltern betreuten Vermögen insgesamt gestiegen: Global kommt McKinsey für 2023 im Jahresdurchschnitt auf 102,8 Billionen Euro, für Europa auf 24,7 Billionen. Aber die Probleme verbergen sich hinter diesen Zahlen. McKinsey-Finanzexperte Florian Wagner begründet: „Die Einnahmen sind gesunken, ebenso die Margen, die Kosten dagegen sind gestiegen.“
Den größten Hebel im Hinblick auf die Gewinne haben die Einnahmen. Johannes Burkhardt, Partner bei der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG), weiß: „In den letzten Jahrzehnten waren fast 90 Prozent des Einnahmenwachstums den guten Trends an den Finanzmärkten zuzuschreiben.“ Er erinnert an die lange Periode sinkender Zinsen mit tendenziell steigenden Aktien- und Anleihekursen im Gefolge.