Desinformation: Hass-Kampagnen gegen Frauen nehmen zu – immer mehr wehren sich
Berlin. Auf den ersten Blick wirkt „zeitgeschenen.de“ wie eine normale Nachrichtenseite. Neben Meldungen über die deutschen Arbeitslosenzahlen und dem jüngsten Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA steht dort die Überschrift: „Wo gehen deutsche Steuergelder hin? Baerbock macht Sextourismus mit einem afrikanischen Prostituierten auf Amtsreisen.“ In dem Artikel geht es um einen Mann, der sich im Gespräch mit der nigerianischen Gratiszeitung „Daily Post“ als Prostituierter ausgibt und insinuiert, dass die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) seine regelmäßige Kundin sei.
Die bizarre Nachricht, aufwendig konstruiert, ist ein Fake, die Seite „zeitgeschenen.de“ erst kurz vor Verbreitung der Falschnachricht und wahrscheinlich eigens zu diesem Zweck aufgesetzt. Der Artikel wird großflächig von russischen Desinformationsaccounts in den sozialen Netzwerken geteilt. „Das Vorgehen legt nahe, dass russische Akteure Urheber dieses Diffamierungsversuchs sind“, heißt es im Auswärtigen Amt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Außenministerin Baerbock durch eine aus Russland gesteuerte Kampagne dieser Art diskreditiert werden soll. Bereits zuvor hatten prorussische Fake-Medien die Nachricht verbreitet, Baerbock habe einst als Prostituierte gearbeitet.