Menschen: Warum wir einander hassen, obwohl wir uns kaum kennen
Düsseldorf. Professor Dolan, in den vergangenen zehn Jahren haben Sie sich intensiv mit Glück beschäftigt, mittlerweile konzentrieren Sie sich auf Polarisierung. Wie hat sich die Art und Weise verändert, wie Menschen ihre Ansichten austauschen?
Das hat sich drastisch verändert. Wenn wir uns globale Trends ansehen, insbesondere durch die Gallup World Poll, sehen wir einen Anstieg negativer Emotionen. Weltweit wird von mehr Wut, Stress und Sorgen berichtet.
Wie untersucht man das wissenschaftlich?
Man kann Menschen fragen, ob sie am Vortag eine besondere Emotion wahrgenommen haben. Es ist eine einfache binäre Frage: ja oder nein. Sie werden dann nach einigen positiven und negativen Empfindungen gefragt. Und wenn wir uns die Daten aus aller Welt seit 2008 anschauen, dann werden mehr negative Emotionen genannt. Es gibt zwischen Ländern Unterschiede, aber grundsätzlich gibt es mehr schlechte Gefühle als vor einem Jahrzehnt.
Ihr neues Buch beschäftigt sich nach zwei erfolgreichen Publikationen rund um Happiness mit der Frage der Diskussionskultur. Welche Rolle spielt die bei Zufriedenheit?