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TarifverhandlungenMetall-Tarifrunde startet - Positionen weit auseinander

Die ersten Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie sind in Bayern ergebnislos geendet. Die IG Metall fordert sieben Prozent mehr Geld – zu hoch laut Arbeitgeberverband Gesamtmetall. 11.09.2024 - 15:48 Uhr Artikel anhören
Tausende Menschen nehmen an einer Demonstration zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die bayerische Metall- und Elektroindustrie teil. Foto: Peter Kneffel/dpa

Düsseldorf/ Frankfurt. Unter dem Druck von Rezession und Kaufkraftverlust der Beschäftigten haben die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. Die Gespräche im Tarifbezirk Bayern, der als einer der ersten der elf Bezirke der Gewerkschaft IG Metall an den Start ging, endeten am Mittwoch nach Angaben der Tarifparteien ohne Annäherung. Die IG Metall fordert sieben Prozent mehr Geld für die 3,9 Millionen Beschäftigten bei zwölf Monaten Laufzeit.

Die Lebenshaltungskosten seien gestiegen, der Konsum müsse als Konjunkturmotor mit höheren Löhnen gestärkt werden, begründete sie die Forderung. „Wir haben Jahre mit extremen Preissteigerungen hinter uns, die immer noch wirken“, erklärte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott. Den Arbeitgebern warf er übertriebene Schwarzmalerei über die Lage der wichtigsten deutschen Industriebranche vor.

IG Metall

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Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte die Tarifforderung als viel zu hoch kritisiert. Derart steigende Arbeitskosten erschwerten den Betrieben das Wirtschaften und könnten die schon laufende De-Industrialisierung in Deutschland nicht abwenden. Die Branche stecke in der Rezession ohne Aussicht auf kurzfristige Besserung. Mancherorts werden Standorte geschlossen und Stellen abgebaut, etliche kleinere Firmen gaben schon auf.

„Die Lage ist ernst, die Tarifpartner müssen Verantwortung übernehmen“, erklärte die Verhandlungsführerin des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Angelique Renkhoff-Mücke. „Wir malen nicht schwarz, wir sehen nur klar: Die Wirtschaftsforschungsinstitute sehen Deutschland auf der Stelle treten.“ Die Industrie sei nicht nur in der Rezession, sondern „in einer veritablen strukturellen Krise.“ Sie forderte einen Abschluss mit Augenmaß. Die Bayern vertagten sich auf den 15. Oktober. Die Friedenspflicht endet am 28. Oktober. Tags darauf sind Warnstreiks möglich.

Diese werden auch bereits vorbereitet bei der Gewerkschaft, die seit dem vergangenen Jahr von Christiane Benner geführt wird, der ersten Frau an der Spitze der IG Metall. Auch einen unbefristeten Streik schloss der Bezirksleiter von Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler, nicht aus. „Wir bereiten eine Tarifrunde auch mit Arbeitskampf extremst intensiv vor“, sagte der Gewerkschafter am Dienstagabend. „Ob wir einen Arbeitskampf brauchen, entscheiden die Arbeitgeber.“

In Nordrhein-Westfalen treffen sich die Tarifparteien zum ersten Austausch der Argumente am Donnerstag. Auch Giesler verteidigte die Position der Gewerkschaft mit Verweis auf die Inflation. „Ich halte unsere Forderung ernsthaft nicht für zu hoch.“

rtr
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